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1. März 2013

"Ökumene kann nur durch ein Konzil beflügelt werden“

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans Foto: WWU - Peter Sauer

Die Ökumene zwischen der katholischen und 

evangelischen Kirche

Die Ökumene zwischen der katholischen und evangelischen Kirche wird mit großer Wahrscheinlichkeit keinen neuen Aufwind durch die Wahl des neuen Papstes bekommen. "Wirkliche Veränderungen wären nur durch ein neues Konzil der katholischen Kirche denkbar", betont der Direktor des Instituts für ökumenische Theologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Hans-Peter Großhans.

Nach Jahren einer langen "Auswertungsphase" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) mit vielseitigen innerkirchlichen Annäherungen sei ein neues Konzil "sicher wünschenswert", um beispielsweise gemeinsame Eucharistiefeiern von evangelischen und katholischen Christen zu ermöglichen. "Vom neuen Papst kann dazu die Initiative ausgehen", sagte Hans-Peter Großhans, der auch dem WWU-Excellenzcluster "Religion und Politik" angehört.

Einen Stillstand oder gar Rückschritte in der Ökumene durch den scheidenden Papst Benedikt XVI., wie er von Christen in Deutschland bisweilen beklagt wird, sieht der Theologe allerdings nicht. "Was Benedikt XVI. geschrieben hat, ist sicher nicht modern, aber doch enthalten seine Schriften einige interessante Anknüpfungspunkte für eine Vertiefung der Ökumene." Der Experte verweist unter anderem auf eine ganze Reihe von Formulierungen und Ideen in den Enzykliken  des Papstes oder in seinen Reden beim Deutschland-Besuch 2011, die sich ähnlich bei Martin Luther finden. Trotz bleibender Differenzen der Kirchen kommt darin für den evangelischen Ökumeneexperten eine grundsätzliche Übereinstimmung evangelischer und katholischer Theologie in den zentralen Fragen des Glaubens zum Ausdruck.

Der evangelische Theologe, der auch im bekannten Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen aktiv ist, wünscht sich durch die Papstwahl eine Stärkung der liberalen und weltoffenen Seiten der katholischen Kirche, sieht aber auch die Verantwortung seiner eigenen evangelischen Kirche auf dem Weg der Ökumene. "Die evangelischen Kirchen sollten ihr Profil stärker nach außen tragen und offensiver ihre Stärken und ihre Modernität – die beispielsweise in der Rolle der Frau in der Kirche zum Ausdruck kommt – darstellen. So unterstützen sie die ökumenisch interessierten Katholiken am besten."

Links:
Prof. Dr. Hans-Peter Großhans beim WWU-Excellenzcluster Religion und Politik Prof. Dr. Hans-Peter 
Großhans im WWU-Forschungsportal Institut für Ökumenische Theologie

30. November 2012

Erdbeeren auf Noroviren untersuchen

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden am kommenden Dienstag in Brüssel über die Festlegung von speziellen Einfuhrkontrollen für Erdbeeren aus China beraten. Geplant ist, dass Tiefkühlerdbeeren, die von China in die EU eingeführt werden, in Zukunft von den europäischen Behörden verstärkt auf Noroviren und Hepatitis-A-Viren untersucht werden. Deutschland unterstützt die geplanten Maßnahmen. Beide Erreger waren von europäischen Behörden zuvor in Lieferungen aus China festgestellt worden.

Lebensmittelüberwachungsbehörden in Niedersachsen haben diese Woche bei amtlichen Kontrollen eine Verunreinigung von Erdbeer-Erzeugnissen aus China mit Hepatitis A nachgewiesen. Die betroffene Ware – über Schweden eingeführte gefrorene Erdbeer-Würfel – war Tage zuvor schon von den zuständigen Behörden in Zusammenarbeit mit den betroffenen Unternehmen aus dem Verkehr genommen worden. Die Öffentlichkeit wurde von den Behörden über das mögliche Risiko unterrichtet, das von diesen Produkten ausgeht, die vollständigen Informationen laufen auch über das Internet-Portal www.lebensmittelwarnung.de. Vor einer Woche bereits hatten belgische Behörden in chinesischen Erdbeeren Hepatitis-A-Viren festgestellt. Ein niedersächsischer Hersteller rief deshalb seine bundesweit verkauften Tiefkühlkuchen (Natreen-Erdbeer-Joghurtschnitte, 400 g) zurück. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich im niedersächsischen und im belgischen Fall um dieselbe Charge Erdbeeren.

Die Untersuchungen der Behörden dauern an. Das Bundesverbraucherschutzministerium nimmt die aktuellen Hinweise sehr ernst. "Wir müssen die jüngsten Untersuchungsergebnisse zum Anlass nehmen, um auch auf europäischer Ebene über Konsequenzen zu beraten", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Tiefgefrorene Erdbeeren aus China, die mit Noroviren belastet waren, gelten als Auslöser einer großen Lebensmittel-Epidemie, bei der Ende September in Ostdeutschland fast 11.000 Schüler kurzfristig an Brechdurchfall erkrankten. Nach den jüngsten Laborbefunden muss nun vordringlich die Ursache der Verunreinigung der Lebensmittel, also der genaue Eintragsweg, untersucht werden. Bei den beiden genannten Fällen, also bei dem aktuellen Hepatitis- und dem zurückliegenden Noroviren-Befund, handelt es sich zwar um tiefgefrorene Erdbeeren aus China, aber um jeweils unterschiedliche Produkte unterschiedlicher Hersteller.

Lebensmittelsicherheitsexperten der Bundesregierung werden an diesem Wochenende zu Gesprächen nach Peking reisen und auch den aktuellen Fall gegenüber den chinesischen Behörden zur Sprache bringen.

Informationen auf dem Portal lebensmittelwarnung.de:

www.lebensmittelwarnung.de


5. November 2012

Stiftung für Begabtenförderung vergibt noch Stipendien

Wer sich als junger Berufstätiger in den 14 grünen Berufen unter 30 Jahre weiterbilden möchte, hat dieses Jahr noch gute Chancen, ein Stipendium zu erhalten. Der Vorstand der Stiftung für Begabtenförderung der Deutschen Landwirtschaft trifft sich am 23. November 2012 in Berlin, um über eingereichte Anträge zu entscheiden. Ziel der Förderung ist es, die persönliche Weiterbildung junger begabter Menschen im Agrarbereich zu unterstützen. Dies ist heute deshalb so wichtig, weil für den beruflichen Erfolg nicht nur Fachwissen, sondern auch fächerübergreifendes Wissen entscheidend ist.

Nähere Informationen über die verschiedenen Kurse, Praktika und Projekte, die von der Stiftung gefördert werden, und die persönlichen Voraussetzungen für eine Förderung gibt es im Internet unter www.stiftung-begabtenfoerderung-agrar.de. Für individuelle Auskünfte steht Ingrid Fleischer, Tel.: 0228/92 65 7 20 vormittags zur Verfügung.


Quelle: www.bauernverband.de


27. Oktober 2012

Jahrhundert-Hochwasser im Märkischen Kreis


Jahrhundert-Hochwasser im Märkischen Kreis. Massive Überschwemmungen an Lenne und Hönne. In Werdohl, Altena und Menden geht nichts mehr. Der Verkehr bricht zusammen, Menschen müssen evakuiert werden. Wegen des Sturms stürzen Bäume um, Straßen werden unpassierbar. Glücklicherweise ist alles nur eine Übung. „Wasserfall 2012“, so lautet der Titel der Katastrophenschutzübung, die am Samstag, 26. Oktober 2012, im Katastrophenschutz- und Lagezentrum des Lüdenscheider Kreishauses stattfand.

Mehr als 80 Beteiligte von Fachbehörden, Hilfsorganisationen, Institutionen und Unternehmen waren in das Szenario des Großschadensereignisses eingebunden – unter anderem der Hochwasserdienst der Bezirksregierung, der Ruhrverband, Enervi und Stadtwerke, die Telekom, die Städte Menden, Altena und Werdohl, das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, die Feuerwehr, die Polizei, der Landesbetrieb Wald und Holz, die MVG sowie zahlreiche Fachdienste der Kreisverwaltung.

Um 7.50 Uhr hatte Landrat Thomas Gemke das „Großschadensereignis“ festgestellt und Katastrophenalarm für den Märkischen Kreis ausgelöst. Um 9.00 Uhr meldete sich der Krisenstab im „Bunker“ des Lüdenscheider Kreishauses einsatzbereit. Bis Mitternacht war es die Aufgabe der Übungsteilnehmer die Einsätze vor Ort zu koordinieren und zu lenken.

Der Krisenstab übt regelmäßig verschiedenste Szenarien – Massenunfälle auf der Autobahn, Großbrände, Terroranschläge, Zugunglücke, Chemieunfälle, und als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen überhaupt eine Pandemielage. Neu in diesem Jahr: eine echte Pressekonferenz.

Zusätzliche Aufgabe bei „Wasserfall 2012“ war der Schichtwechsel. Um 16.00 Uhr wurden alle Posten im Krisenstab personell neu besetzt – einschließlich der Leitungsfunktion. Volker Schmidt, Fachbereichsleiter Gesundheits- und Verbraucherschutz beim Kreis, hatte die Leitung der „Frühschicht“ übernommen. Ab 16.00 Uhr übernahm Jutta Heedfeld, Fachbereichsleiterin Öffentliche Ordnung.

Begleitet wurde die Übung erneut von Prof. Dr. Volker Schmidtchen und Dr. Hans-Walter Borris vom Wittener firmitas-Institut für Wirtschafts- und Sicherheitsstudien. Unterstützt von mehreren Studenten wurden alle Entscheidungen der jeweiligen Stellen im Krisenstab notiert und bewertet. Eine zusammenfassende Beurteilung der Übung „Wasserfall 2012“ wird in vier bis sechs Wochen vorliegen.

„Es ist eine sehr realistische Übung“, so Prof. Dr. Volker Schmidtchen. Hochwasser sei  schlimm, vor Feuer hätten die Einsatzkräfte weniger Angst. „Wasser kann man nicht kontrollieren.“ Und der Märkische Kreis sei mit seinen Flüssen und Talsperren eine sehr wasserreiche Region. Grund genug also, ein solches Schreckensszenario mal durchzuspielen. Obwohl jeder hofft, dass es niemals eintritt.




26. Oktober 2012

Reform der Finanzaufsicht


Die deutsche Finanzaufsicht wird künftig gestärkt und soll nicht nur auf die Stabilität der Finanzmärkte achten, sondern künftig auch Verbraucherfragen stärker berücksichtigen. Gestern Abend hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der deutschen Finanzaufsicht beschlossen. „Das Gesetz schafft die Grundlagen dafür, dass der Verbraucherschutz stärker in den Fokus der Finanzaufsicht rückt. Ein gesetzliches Beschwerdeverfahren und der neue Verbraucherbeirat sind wichtige Instrumente, um Defiziten aus Verbrauchersicht besser nachgehen zu können. Schritt für Schritt stärkt die Koalition damit den Verbraucherschutz bei den Finanzdienstleistungen“, sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner am Donnerstag in Berlin.

Mit dem Gesetz wird ein gesetzliches Beschwerdeverfahren für Verbraucher und Verbraucherverbände bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) geschaffen. Damit wird die Möglichkeit von Verbrauchern und Verbraucherverbänden, sich mit einer Beschwerde an die Bundesanstalt zu wenden, auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Darüber hinaus erhalten Verbraucher ein eigenes Gremium, den Verbraucherbeirat. Neben Vertretern von Verbraucher- und Anlegerschutzorganisationen wird in diesem Gremium auch das Bundesverbraucherministerium einen Sitz und eine Stimme haben. Außerdem wird das Verbraucherministerium erstmals auch im Verwaltungsrat der BaFin vertreten sein.

Mit der Reform der Finanzaufsicht wird klargestellt, dass die BaFin auch im sogenannten „kollektiven Verbraucherinteresse“ tätig wird. Dies ist dann der Fall, wenn ein Unternehmen gegen verbraucherschützende Rechtsvorschriften verstößt und dieser Verstoß in seinem Gewicht und seiner Bedeutung über den Einzelfall hinausreicht. Die Verfolgung individueller rechtlicher Interessen bleibt hingegen weiterhin Aufgabe der Zivilgerichte.

Bundesverbraucherministerin Aigner: „Mit dieser Reform werden die Belange der Verbraucher noch besser Gehör finden. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Stabilisierung der Finanzmärkte und ergänzt die Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen, die bereits erhebliche Fortschritte beim Verbraucherschutz erzielt hat.“ Dazu gehören insbesondere die Einführung der Beratungsdokumentation bei der Anlageberatung, die Einführung des Produktinformationsblattes, die Regulierung des grauen Kapitalmarktes und die Stärkung der Stiftung Warentest im Bereich der Finanzprodukte mit zusätzlich jährlich 1,5 Millionen Euro.

Quelle: www.bmelv.de


22. Oktober 2012

Kopfschutz für mehr Verkehrssicherheit


Die bundesweiten ADAC Fahrradturniere werden ab sofort auch von ©koda Auto Deutschland als neuem Förderer der ADAC Verkehrserziehung mit 10 000 exklusiven ADAC/©koda Fahrradhelmen maßgeblich unterstützt. Diese kommen bei jedem Turnier als Leihhelme zum Einsatz. ©koda fördert damit das Tragen von Helmen bei den Fahrradturnieren. Die Sieger der regionalen Turniere erhalten sogar einen kostenlosen Helm als Prämie. Helmpartner ©koda möchte damit seinen Beitrag für mehr Sicherheit der gefährdeten acht- bis 15-jährigen Radfahrer leisten.

Unter dem Motto "Mit Sicherheit ans Ziel" richtet der ADAC regelmäßig seine Turniere für junge Radfahrer aus. Mehr als 320 000 Kinder und Jugendliche lernen dabei, ihr Fahrrad zu beherrschen und sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Die jungen Radfahrer sind dabei nur mit schützendem Helm auf dem Kopf unterwegs.

10 918 junge Radfahrer unter 15 Jahren verunglückten 2011 im Straßenverkehr, 20 von ihnen tödlich. Jungen machen fast zwei Drittel der verunglückten Radfahrer aus und sind somit stärker gefährdet als Mädchen.

Um dem entgegenzuwirken, bietet der ADAC schon seit 1970 Fahrradturniere an. Mit praktischen Übungen lernen Kinder und Jugendliche spielerisch, ihr Fahrrad auch in schwierigen Situationen zu beherrschen. Die Aufgaben orientieren sich an den häufigsten Unfallursachen. Dazu zählen Fehler beim Abbiegen, Anfahren und Beachten der Vorfahrt. Alle 16 Kultusministerien haben die Turniere als offiziellen Bestandteil der Schulverkehrserziehung anerkannt.


Quelle: www.adac.de


14. Oktober 2012

Uma Thurman dreht Erotik-Film

Uma Thurman hat eine Rolle in dem Film Nymphomaniac des dänischen Filmemachers Lars von Trier erhalten. Die Gerüchteküche kocht: Es kann sein dass sie in einem dramatischen Porno mitspielt…

Lovely-Lena hat wieder Bock

Einmal Star und zurück: Lovely-Lena singt wieder: Vor zweieinhalb Jahren verzauberte die süße Lena ganz Europa und alle liebten Lena. Jetzt - mit gerade mal 21 Jahren muss sich ESC-Gewinnerin von 2010 bereits an ihrer eigenen Vergangenheit messen lassen. Ihr neuer Song heißt Stardust also Sternenstaub. Aber keine Angst, der neue Lena-Song wird von den Radiostationen schon fleißig gespielt - von daher dürften auch die Radioredakteure und Moderatoren die neue Lena mögen.


Pink extrem nackt - Mutter geschockt

Pinks Mutter war beim ersten Anblick geschockt: In ihrem neuen Musikvideo "Try" zeigt sich die Neu-Mama Pink nicht nur fit und durchtrainiert, sondern wie wir hier sehen können, auch extrem waghalsig.

12. Oktober 2012

Zukunft Regionalflughafen?


Regionalflughäfen in Deutschland stehen mehr denn je unter einem großen Wettbewerbsdruck. Zugleich warten erhebliche Herausforderungen auf die kleineren Airports : Einerseits sind sie wie auch der hiesige Flughafen Münster/Osnabrück für jede Region das "Tor zur Welt". Andererseits kosten sie viel Geld – konkret öffentliche Mittel. Zu diesem kontroversen Thema wird Dr. Mirko Hoppe, Referent für Sonderprojekte bei der Flughafen Leipzig/Halle GmbH, am Mittwoch, 17. Oktober, einen öffentlichen Vortrag halten. 

Der Vortag findet statt um 18 Uhr im Hörsaal S6 des Schlosses, Schlossplatz 2. Die Veranstaltung auf Einladung des Instituts für Verkehrswissenschaft der Universität Münster und der Jungen Foren Nordrhein-Westfalen der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft trägt den Titel "Über die Zukunft der Regionalflughäfen".


Links:
 Vortragsplakat
     
 Junges Forum der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft
     
 Institut für Verkehrswissenschaft


2. Oktober 2012

Gastroenteritis-Epidemie in Schulen


Knapp 9.000 gemeldete Fälle von akuter Gastroenteritis innerhalb von elf Tagen geben genügend Anlass, von einer Epidemie zu sprechen (Stand: 1.10.2012). Betroffen sind - oder waren - überwiegend Kinder und Jugendliche, sowie Betreuungspersonal von Schulen und Kindergärten, bzw. Tageseinrichtungen. Die Fälle verteilen sich auf insgesamt 369 Einrichtungen, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Eine einberufene Task Force unter Federführung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht in der Epidemie den bisher mit Abstand größten bekannten lebensmittelbedingten Ausbruch in Deutschland. Denn nach Angaben der Bundesländer wurden nahezu alle betroffenen Einrichtungen in Brandenburg, Berlin und Thüringen von einem gemeinsamen Lieferanten über regionale Küchen mit Essen versorgt.

Allerdings hat man offenbar aus der EHEC-Krise gelernt und ist mit einer voreiligen Warnung, bzw. Schuldzuweisung sehr vorsichtig. "Die Ursache der Erkrankungen ist weiterhin noch ungeklärt", heißt es in einer Stellungnahme des RKI. Als mögliche Auslöser sind im Verdacht: Norovirus oder Toxine von toxinbildenden Bakterien (z. B.: Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens). Es wird in jedem Falle weiter untersucht und eine Überlagerung von zwei Auslösern (Mensch UND Lebensmittel) ist nicht auszuschließen.

Derweil werden die Rufe nach schneller Aufklärung und Forderungen an Bund und Länder laut. In den Medien und ergänzt durch Eltern, Internetblogger und Kolumnisten wird diskutiert, dass das Schulessen ja viel zu billig sei und man für zwei Euro nicht erwarten könne, qualitativ gutes Essen zu bekommen. Das ist aber so nicht haltbar, erklärt Dr. Margareta Büning-Fesel vom aid infodienst: "Generell muss das angebotene Essen bedarfsgerecht und ausgewogen sein. Und natürlich auch hygienisch einwandfrei. Das gilt für jedes Essensangebot, egal wie preiswert." Allerdings hat man mit mehr Geld für ein Mittagessen auch ein vielfältigeres Angebot mit größerer Lebensmittelauswahl und hochwertigeren Zutaten zur Verfügung.

Handlungsbedarf besteht dennoch und bei dem akuten Anlass keimt die Diskussion nach mehr Qualität für die Verpflegung unserer Kinder wieder auf: "Schon vor fünf Jahren wurden die ersten bundesweiten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung veröffentlicht. Sie haben allerdings nur einen Empfehlungscharakter und sind nicht verbindlich", so Büning-Fesel. Es bleibt also abzuwarten, ob sich das Mittagessen für täglich zwei Millionen Schülerinnen und Schüler mittelfristig und flächendeckend verbessert oder ob nach wie vor eher gilt "Hauptsache satt".
Harald Seitz, www.aid.de

Quelle: www.aid.de
Stand: 01/10/12


27. September 2012

Cloud-Strategie der EU-Kommission


Der Hightech-Verband BITKOM hat die heute in Brüssel präsentierte Strategie der EU-Kommission zum Cloud Computing begrüßt. „Wir brauchen europaweit einheitliche Standards für das Cloud Computing, damit diese innovativen Dienste schnell und in aller Breite eingesetzt werden können. Dazu zählen EU-weite Vorgaben zum Datenschutz und zur Datensicherheit sowie einheitliche Vertragsbedingungen“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Flickenteppich rechtlicher Vorschriften hat die stärkere Nutzung von Cloud-Diensten in der EU bisher gebremst. Die Cloud-Strategie der Kommission muss hier gegensteuern.“

Aktuell haben eine Reihe von Reformvorhaben der EU Auswirkungen auf das Cloud Computing. Dazu zählen u.a. die EU-Datenschutzverordnung, die Modernisierung des Urheberrechts sowie neue Regelungen im allgemeinen Vertragsrecht („Europäisches Kaufrecht“). „Mit der Cloud-Strategie sollen die Anforderungen der Cloud-Technologie in den unterschiedlich Politikbereichen stärker berücksichtigt werden“, sagte Rohleder. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Cloud-Dienste in der EU voranzutreiben.“ Insbesondere die Datenschutzverordnung und damit die Vereinheitlichung des Datenschutzrahmens in Europa sei wichtiger Schritt für mehr Rechtssicherheit beim Cloud Computing. „Inhaltlich wird man in Bezug auf Cloud Computing und die Auftragsdatenverarbeitung noch über den einen oder anderen Punkt diskutieren müssen“, sagte Rohleder.

Positiv bewertet der BITKOM auch die Schaffung einer Europäischen Cloud-Partnerschaft, um Cloud-Dienste für den öffentlichen Sektor attraktiver zu machen. „Im öffentlichen Sektor steckt ein großes Potenzial, die IT-Ausgaben durch Cloud-Services zu senken und gleichzeitig Angebote für die Bürger zu verbessern“, sagte Rohleder.

Laut einer BITKOM-Umfrage nutzen bereits mehr als ein Viertel (28 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland Cloud Computing. Gleichzeitig speichern oder veröffentlichen vier von fünf Internetnutzern Daten und Inhalte im Web. Der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland wird 2012 um 47 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro steigen. Mit 57 Prozent entfällt gut die Hälfte des Marktes auf Cloud-Dienste für Geschäftskunden, zum Beispiel die Nutzung von betrieblichen Online-Anwendungen oder das Abrufen von Speicher- oder Rechnerkapazität über das Internet. Private Nutzer greifen überwiegend auf Unterhaltungsdienste wie Online-Spiele sowie Musik- oder Video-Streamings zu. Laut den BITKOM-Prognosen wird der Umsatz mit Cloud-Diensten in Deutschland bis zum Jahr 2016 auf rund 17,1 Milliarden Euro steigen.

Quelle: www.bitkom.org
Stand: 27/09/12

25. September 2012

Jeder Dritte hat Grundkenntnisse in Programmiersprachen

Den „Europäischen Tag der Sprachen“ hat der Hightech-Verband BITKOM zum Anlass genommen, die Kenntnis von Programmiersprachen zu überprüfen. Das unerwartete Ergebnis: Jeder dritte Bundesbürger verfügt nach eigenen Angaben über Grundkenntnisse in Basic, Java & Co. Programmiersprachen sind damit in der Bevölkerung ebenso weit verbreitet wie Französisch als Fremdsprache. Spitzenreiter bei den Fremdsprachen ist Englisch. 85 Prozent der Bevölkerung verfügen nach eigenen Angaben über englische Grundkenntnisse. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz zwei Französisch (33 Prozent), dahinter Spanisch (16 Prozent), Russisch (15 Prozent) und Italienisch (10 Prozent). Insgesamt verfügen nach eigenen Angaben 91 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren über Grundkenntnisse einer oder mehrerer Fremdsprachen.

„Die Umfrageergebnisse haben uns überrascht“, kommentiert BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die neuen Zahlen. „Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass die Vermittlung einer Kulturtechnologie wie IT an allgemeinbildenden Schulen zum Standard wird.“ BITKOM spricht sich für ein besseres Informatikangebot an den Schulen und für Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I aus.

Fast jeder zweite Mann (46 Prozent) gibt an, eine Programmiersprache zu kennen, bei den Frauen ist es nur jede Fünfte (21 Prozent). Unter den Jüngeren von 14 bis 29 Jahre ist der Anteil mit 46 Prozent deutlich höher als bei den über 50-Jährigen (26 Prozent). Hauptschulabgänger haben seltener Programmierkenntnisse (14 Prozent) als Abiturienten und Hochschulabsolventen (42 Prozent). Am häufigsten werden Grundkenntnisse in Basic (20 Prozent) angegeben, danach folgen Java (13 Prozent). C/C+ (8 Prozent), PHP (5 Prozent) und Python (3 Prozent).

Bei den Fremdsprachen gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei Frauen etwas seltener Englisch (81 Prozent gegenüber 89 Prozent) und etwas häufiger Französisch (37 Prozent gegenüber 28 Prozent) sprechen. Auffälligster Unterschied: In Ostdeutschland hat mehr als jeder zweite (53 Prozent) Grundkenntnisse in Russisch, die Sprache liegt damit in der Rangliste auf Platz zwei hinter Englisch (76 Prozent). In Westdeutschland belegt Russisch mit 8 Prozent den letzten Platz unter den wichtigsten Fremdsprachen.

Zur Methodik: Basis ist eine repräsentative Erhebung des Instituts Forsa für den BITKOM. Befragt wurden 1.002 Personen ab 14 Jahren in Deutschland.

Quelle: www.bitkom.org
Stand: 25/09/12


24. September 2012

Finanzierung von Startups in Gefahr


Der Hightech-Verband BITKOM hat die Pläne des Bundesrats scharf kritisiert, in Zukunft die Steuerbefreiung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen nach § 8b des Körperschaftsteuergesetzes zu streichen, wenn der Anteilsbesitz kleiner als 10 Prozent ist. Die Besteuerung von Erträgen aus solchen Streubesitzbeteiligungen würde vor allem Investoren treffen, die sich an innovativen Startups beteiligen und in der Folge zu einer verringerten Gründungsdynamik führen. „Junge Hightech-Unternehmen sind in der Gründungs- und Wachstumsphase dringend auf externe Kapitalgeber angewiesen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf im Vorfeld der Beratungen des Bundestagsfinanzausschusses. „Die Pläne des Bundesrats könnten die in Deutschland noch schwach entwickelte Investorenszene aus privat engagierten Business Angels und anderen Wagniskapitalgebern im Keim ersticken.“ Im Vergleich zum angelsächsischen Raum sei der deutsche Markt für Wagniskapital unterentwickelt. Kempf: „Die Folgen der schlechten Kapitalversorgung sind nicht nur weniger Gründungen, sondern auch ein langsameres Wachstum der bestehenden Startups. Das verringert die Chance, sich international zu etablieren.“

Hintergrund der Bundesratsinitiative ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Der EuGH hatte gefordert, die Besteuerung von Erträgen aus Streubesitzbeteiligungen in Deutschland zu vereinheitlichen. Bisher gilt die Steuerbefreiung nur für deutsche Investoren, was ausländische Kapitalgeber benachteiligt. Steuersystematisch ist die Befreiung notwendig, um eine Mehrfachbesteuerung derselben Erträge im Inland zu vermeiden. „Die Abschaffung der Steuerbefreiung für deutsche Investoren ist der falsche Weg zu einer Harmonisierung des Steuerrechts“, sagte Kempf. Stattdessen schlägt der BITKOM vor, ausländische Investoren ebenfalls von der Steuer zu befreien. „Das führt zwar kurzfristig zu geringeren Steuereinnahmen für den Staat, könnte aber für einen kräftigen Impuls bei der Finanzierung junger Unternehmen mit Beteiligungskapital sorgen“, sagte Kempf. „Unter dem Strich gewinnen wir Arbeitsplätze und schaffen Wachstum in wichtigen Zukunftsbranchen.“

Aus Sicht des BITKOM sind die mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten für Startups eines der größten Hemmnisse für eine stärkere Gründungsdynamik in Deutschland. Besonders Wagniskapital (Venture Capital), das vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs und in der ersten Zeit nach der Gründung eingesetzt wird, ist knapp. Im Jahr 2011sind nach Angaben des BVK in der Informations- und Kommunikationstechnologie 256 Unternehmen mit Venture Capital in Höhe von 245 Millionen Euro finanziert worden. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA sind 2011 in diesem Segment umgerechnet 12,4 Milliarden Euro in fast 2.000 Unternehmen geflossen. Auch europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich oder Schweden sind, gemessen am BIP-Anteil der Venture-Capital-Investitionen, besser ausgestattet als Deutschland. Wesentlicher Grund ist hierzulande die Zurückhaltung institutioneller Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen bei Investitionen in Venture-Capital-Fonds. „Seit einigen Jahren investieren vor allem Privatleute aus dem Internetumfeld und internationale VC-Fonds in die erstarkende deutsche Startup-Szene“, sagte Kempf. „Die geplanten Steuerbelastungen sind dazu geeignet, diesem positiven Trend ein schnelles Ende zu bereiten.“

Eine Stellungnahme des BITKOM zum Vorhaben des Bundesrats ist im Internet abrufbar unter: http://www.bitkom.org/de/themen/54830_73506.aspx

Quelle: www.bitkom.org
Stand: 24/09/12

19. September 2012

Bürgerbeteiligung beim Stallbau: Öffentlichkeit frühzeitig einbeziehen


"Stuttgart 21" ist das Paradebeispiel dafür, dass die Kommunikation zwischen Bürgern und Planern nicht immer funktioniert. Die Menschen wollen mitreden, wenn ein Bahnhof, eine Windanlage oder auch ein Stall gebaut werden. Der Gesetzentwurf zur "Verbesserung der Öffentlichkeitsbeteiligung und Vereinheitlichung von Planfeststellungsverfahren" hat zum Ziel, die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung auf den neuesten Stand zu bringen. Ob das ausreicht, diskutierten Rechtsanwälte und der Deutsche Bauernverband unter Beteiligung der Edmund Rehwinkel-Stiftung in Berlin.

Der Gesetzentwurf formuliert im neuen Absatz 3 des Artikels 25: "Die Behörde wirkt darauf hin, dass der Träger bei der Planung von Vorhaben [...] die betroffene Öffentlichkeit frühzeitig [...] unterrichtet." Laut Ministerialdirektor Dr. Heribert Schmitz aus dem Bundesinnenministerium stehen dabei drei Intentionen im Fokus: Die Öffentlichkeitsbeteiligung muss die richtigen Adressaten ansprechen, sie muss die Menschen beteiligen, bevor die rechtlichen Genehmigungen erteilt sind und sie muss die richtige Betroffenheit formulieren. So fühlen sich Menschen oft erst von der Planung einer neuen Stromtrasse betroffen, wenn neben ihrem Garten bereits der Strommast aufgestellt wird.

Schmitz wies darauf hin, dass die Behörde selbst die Planung öffentlich machen kann, wenn der Bauträger dies nicht tut. Große Firmen haben mittlerweile keine Scheu mehr, für ihre Großprojekte die betroffenen Nachbarn zu Informationsveranstaltungen einzuladen. Das neue Gesetz bezieht aber auch ausdrücklich die kleinen Betriebe ein. Also auch die Bauern, die einen neuen Stall planen.

Für Professor Bernhard Stüer, Fachanwalt für Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Bau- und Fachplanungsrecht, steht die Kommunikation der Beteiligung im Vordergrund: "Man muss vorne anfangen." Das heißt, die Bürger sollen so früh wie möglich und mit allen Unterlagen über ein Bauvorhaben unterrichtet werden. Pläne könnten beispielsweise über das Internet unkompliziert und bequem öffentlich gemacht werden. Methodisch bieten sich "Runde Tische", Informationstage und Bürgerbefragungen an. Nach Stüer stehen formelle Verfahren aber nicht an erster Stelle. Die Planer müssen lernen, die Öffentlichkeit nicht als Gegner, sondern als Partner zu verstehen und müssen den Austausch lebendig gestalten.

Rechtsanwalt Professor Matthias Dombert von der Gesellschaft für Agrarrecht jedoch warnt: "Die verstärkte Öffentlichkeitsbeteiligung führt nicht zu mehr Rechtsgewinn." Aus seiner Praxis in Brandenburg zeigt sich, dass Genehmigungsverfahren durch eine Bürgerbeteiligung nicht beschleunigt werden und die Akzeptanz von Stallanlagen nicht steigt. Bürgerbeteiligungen hätten sich gewandelt. So könne der direkt betroffene Nachbar eines Stallbaus schon zufrieden sein, wenn die Geruchsemissionen durch Filtertechnik vermieden werden. Doch würden aus solchen "Nachbarwiderständen" schnell Fälle von "gesellschaftlicher Interessenswahrnehmung", wie es Dombert bezeichnet. Dann gehe es nicht mehr um den Geruchsfilter allein, sondern gleich um die Frage nach der Agrarstruktur. Wie sich allerdings dieses "gesellschaftspolitische Engagement" von einem "juristischen Rechtssatz" bei der Öffentlichkeitsbeteiligung unterscheiden lässt, blieb auch nach der Tagung offen.

Roland Krieg, www.aid.de


Weitere Informationen:

Der "Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Öffentlichkeitsbeteiligung und Vereinheitlichung von Planfeststellungsverfahren (PlVereinhG) ist nachzulesen unter http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/096/1709666.pdf

Beitrag "Konflikten beim Stallbau aktiv begegnen", Ausgabe 4/2012 der Fachzeitschrift B&B Agrar - Die Zeitschrift für Bildung und Beratung", www.bub-agrar.de


Quelle: www.aid.de
Stand: 19/09/12