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8. April 2013

Statisten gesucht

Das Elspe Festival sucht Statisten für seine legendären Karl-May-Festspiele .
Foto:Elspe Festival
Liebe zur Schauspielerei

Die Inszenierungen der Karl-May-Festspiele sind beeindruckend und bekannt weit über die Grenzen des Sauer- und Siegerlandes hinaus. Möglich wird dieser Erfolg auch, weil jedes Jahr zwischen 30 und 40 Statisten mitmachen, an Actionszenen oder stimmungsvollen Bühnenauftritten beteiligt sind. In der kommenden Saison - gespielt wird "Der Ölprinz - Schwarzes Gold am Gloomy Water" - haben zwei Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren die Chance, eine Statistenrolle zu übernehmen. Voraussetzungen: körperliche Fitness, Präsenz während der Proben und der gesamten Spielzeit und die Liebe zur Schauspielerei.

"Wir suchen zwei Männer, die kämpfen und klettern können. Reiten ist nicht erforderlich", erklärt Oliver Bludau, Geschäftsführer des Elspe Festivals, dem Veranstalter der Karl-May-Festspiele. Die Proben beginnen Anfang Juni, Premiere ist am 22. Juni und die letzte Vorstellung ist am 8. September. "Unsere Statisten sind Mitglieder des Ensembles und tragen immens viel zum Gelingen einer Inszenierung bei. Genauso wie unsere Stars und Hauptdarsteller ist es wichtig, dass sie in jeder Beziehung präsent sind", so Bludau, der selbst die Rolle des Old Shatterhand spielt.


Im Rahmen der Rolle werden die Statisten schauspielerisch angeleitet, erlernen Stunts und werden in die Hintergründe der Festspiele eingewiesen. "Das ist ein harter Job, der aber jede Menge Spaß macht", verspricht Bludau.


Wer sich bewerben möchte, kann dies unter www.elspe.de, der Rufnummer 02721 / 9444-0 oder per Mail unter info@elspe.de. Bewerbungsschluss ist am 19. April 2013. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Unter den Bewerbern werden maximal zwei Personen durch die künstlerische Leitung der Karl-May-Festspiele ausgewählt.


15. März 2013

Revision gegen Gaspreisurteil verzögert Rückzahlungen an Kunden

E.on Hanse hat gegen das Gaspreisurteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts vom 30. Januar 2013 Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt. Mit dem Urteil über die Sammelklage von 53 Gaskunden hatte das Gericht in vollem Umfang der Verbraucherseite Recht gegeben. „E.on spielt auf Zeit und will den Kunden ein weiteres Jahr ihre berechtigten Ansprüche vorenthalten“, sagt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg.

Mit dem Hamburger Urteil war nach fast acht Jahren die erste Sammel-klage gegen einen deutschen Energieversorger zu einem vorläufigen Ende gekommen. Das Urteil erklärt sämtliche Preiserhöhungen der letzten sieben Jahre für unwirksam und führt für „KlassikGas“-Kunden der E.on Hanse mit der für unwirksam erklärten Wärmemarktklausel“ im Vertrag zu einem Erstattungsanspruch. Die Verbraucherzentrale schätzt die Zahl der Anspruchsberechtigten auf mehr als 100.000 und den Anspruchsumfang auf einen mindestens zweistelligen Millionenbetrag.

Da die Rückzahlungsansprüche der Kunden aber innerhalb von drei Jahren verjähren, würde E.on Hanse durch ein erst in 2014 ergehendes Urteil des Bundesgerichtshofs ein weiteres Jahr gewinnen. „Der Bundesgerichtshof hat bereits in einschlägigen Urteilen seine Linie vorgegeben. E.on Hanse wird sehr wahrscheinlich auch in Karlsruhe verlieren, sucht aber ein weiteres Jahr Schutz vor seinen Kunden“, so Hörmann. Dafür spricht auch, dass mit der Revision sogleich eine Verlängerung der Frist zur Begründung der Revision beantragt wurde, die vom Gericht daraufhin für den 10. Juni festgesetzt wurde.

Das Urteil des Oberlandesgerichts, Hintergründe zum Prozess sowie ein Musterbrief für Erstattungsansprüche sind zu finden unter www.vzhh.de.

Unbegrenztes Telefonieren und Surfen Fehlanzeige


Unbegrenztes Telefonieren und Surfen Fehlanzeige! Mit Etikettenschwindel gehen Telekommunikationsunternehmen nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW bei ihren Flatrate-Offerten auf Kundenfang. 

"Verbraucher glauben, sie verfügten mit einer Flatrate über einen Pauschaltarif fürs Telefonieren, für SMS oder Datenkommunikation, der sie vor Zusatzkosten schützt. Tatsächlich aber beschränken Anbieter Flatrates oft unbemerkt im Kleingedruckten auf einen fest umrissenen Leistungsumfang und halten bei der geringsten Überschreitung des Volumens die Hand auf oder drosseln die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung", kritisiert Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die irreführende Kundenwerbung. 

Anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März macht die Verbraucherzentrale NRW den Kundenärger mit Telekommunikationsanbietern in ihren 58 Beratungsstellen zum Thema und prangert hierbei speziell deren Festpreis-Praktiken an. Müller fordert von den Unternehmen, "dass sie Kunden einen Pauschaltarif bereitstellen, der diesen Namen verdient – ohne Einschränkungen und Extrakosten." Erneut mahnten die Verbraucherschützer Unternehmen wegen irreführender Werbung ab – diesmal O2 und die Deutsche Telekom.

Flatrate-Tarife sind bequem und beliebt: Ein Großteil der Verbraucher vereinbart lieber eine Festpreisvariante als einen verbrauchsabhängigen Tarif. Ist die Flatrate gebucht, werden Sprechen, Simsen und Surfen wohl grenzenlos sein – davon sind immerhin acht von zehn Telefonkunden in Nordrhein-Westfalen überzeugt. Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage in Nordrhein-Westfalen, durchgeführt im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW, verstehen Nutzer unter einem "Flatrate-Tarif" einen Festpreis ohne Beschränkung und versteckte Kosten.

"Doch real verbirgt sich hinter einem Pauschaltarif für Telekommunikations-Dienstleistungen oft das, was Kunden nicht wollen – ein fest umrissenes Leistungspaket, etwa ein volumenbegrenzter Daten-Flatrate-Tarif für Handys, das bei Nutzungsüberschreitung sofort ins Geld geht und durch die Hintertür doch wieder verbrauchsabhängig bei den Kunden zu Buche schlägt", stellt NRW-Verbraucherzentralenchef Müller klar. Selbst bei Tarifbezeichnungen wie "SMS-Flat 1.000" erahnt nur jeder zweite Befragte, dass damit ein Volumenlimit gemeint ist. Knapp jeder Dritte fühlt sich zudem generell über Tarife, Kosten, Technik, Datenschutz und über die Vertragsbedingungen nur unzureichend informiert oder findet die Hinweise der Unternehmen zu unverständlich und unübersichtlich. "Um Kunden eine bessere Orientierung zu geben und ihnen keine unnötigen Kosten abzuverlangen, muss eine Flatrate den Kundenerwartungen gerecht werden und darf nicht zur Mogelpackung geraten", fordert Müller von den Telekommunikationsunternehmen eine kundenfreundlichere und eindeutigere Tarifgestaltung.

Aktuell abgemahnt haben die Verbraucherschützer den Telefonriesen O2, der für eine SMS-Flatrate wirbt, die real aufs Versenden von 3.000 Kurznachrichten beschränkt wird. Gerügt wurde auch die Deutsche Telekom, die Telefonieren und Simsen "in der 3-fach-Flat" verheißt, dies aber – so steht’s dann im Kleingedruckten – nur innerhalb des hauseigenen Mobilfunknetzes erlaubt. "Nicht nur am Weltverbrauchertag, sondern immer und überall nehmen wir unsere Marktwächterfunktion für die Konsumenten ernst und wahr, um Missstände aufzudecken und mit unserem Instrumentarium rechtlich für Abhilfe zu sorgen", erklärt NRW-Verbraucherzentralenvorstand Müller.

9. März 2013

Urheberrecht: Schluss mit Abmahnwahnsinn

Im Schulterschluss fordern das NRW-Justizministerium und die Verbraucherzentrale NRW die Bundesregierung auf, Massenabmahnungen von Verbrauchern wegen geringer Urheberrechtsverstöße endlich einen wirkungsvollen gesetzlichen Riegel vorzuschieben: Spezialisierte Anwaltskanzleien geraten zur Landplage, wodurch der Schutz des geistigen Eigentums völlig in den Hintergrund gerate. Nach einer repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentralen sind in Deutschland rund 4,3 Millionen Bürger bereits abgemahnt und zur Zahlung horrender Vergleichssummen von bis zu 4.800 Euro aufgefordert worden. Auf Antrag von Nordrhein-Westfalen hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung am 1. März 2013 die Bundesregierung aufgefordert, entschlossen gegen den Abmahnmissbrauch gesetzgeberisch vorzugehen.

Trotz mehrfacher Ankündigungen: Bislang hat das Bundesjustizministerium keinen Gesetzentwurf gegen den Abmahnmissbrauch wegen Urheberrechtsverletzungen auf den Weg gebracht. „Die Welle unseriöser Geschäftspraktiken auf Grundlage des derzeitigen Urheberrechts bricht weiter ungebremst auf zumeist unbedarfte Internetnutzer herein“, kritisiert NRW-Justizminister Thomas Kutschaty die Berliner Untätigkeit.

Massenhaft flatterten Internetnutzern Abmahnungen durch spezialisierte Anwaltskanzleien ins Haus, weil sie Songs, Alben und Filme in Tauschbörsen heruntergeladen haben sollen. Obwohl das Ausmaß der Verstöße meist gering sei, würden sie mit drastischen Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen konfrontiert. „Weil sie die Kostenrisiken nicht abschätzen können, scheuen Betroffene die gerichtliche Auseinandersetzung. Um weiteren Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, werden dann oftmals überhöhte Vergleichsbeträge einfach gezahlt.“

Insbesondere bei einmaligen, geringfügigen Urheberrechtsverstößen soll der Streitwert nach Auffassung des NRW-Justizministeriums auf 500 Euro begrenzt werden. In der Folge würden künftig die mit einer Abmahnung anfallenden Kosten bei 83,54 Euro gehalten.

„Unbedacht Klick gemacht – die Rechtsberatung und -vertretung der Verbraucherzentrale NRW zählte 2012 fast 5.400 Anfragen. Die Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen fangen bei Streitwerten bei 10.000 Euro an und hören bei 400.000 Euro längst nicht auf“, erläutert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller die grassierenden Abzock-Maschen. Zur Strafe sollten meist eine Unterlassungserklärung unterschrieben und eine horrend hohe Vergleichssumme gezahlt werden – im Extremfall 4.800 Euro, durchschnittlich 800 Euro. „Selbst bei Verbrauchern ohne Internetzugang oder solchen, die zum fraglichen Zeitpunkt gar nicht online waren, haben es Abmahnanwälte mit dem Abkassieren probiert“, fordert Klaus Müller gesetzliche Nachbesserungen für mehr Verbraucherschutz im Urheberrecht ein.

Der Verbraucherschützer sieht insbesondere beim Auskunftsanspruch von Urheberrechtsinhabern gegenüber den Internetprovidern Nachbesserungsbedarf: „Die Auslegung, wann eine Urheberrechtsverletzung als gewerblich zu bewerten ist, darf nicht mehr länger vom angerufenen Gericht abhängen. Um Transparenz für den Nutzer zu schaffen und damit die Folgen seines Handelns vorhersehbar zu machen, muss der Gesetzgeber aufnehmen, dass auch die Rechtsverletzung ein gewerbliches Ausmaß haben muss und diesen Begriff konkret definieren.“ Das schließe dann unbedachte Klicks durch Nutzer von der Verfolgung als Urheberrechtsverstöße gleich aus.

Auch wer wiederholt unbedacht klickt, sollte künftig besser geschützt sein: „Die Streitwerte von derzeit 10.000 Euro und mehr lassen die Verfahrenskosten bei den Gerichten in diesen Fällen in Schwindel erregende Höhen steigen. Hier sollten künftig die konkreten finanziellen Verhältnisse des Betroffenen als Messlatte dienen, um die Kosten für Verbraucher entsprechend zu reduzieren und ihnen die Wahrnehmung ihrer Rechte zu ermöglichen“, bahnt Klaus Müller einer Kostendeckelung den Weg.


Gemeinsamer Forderungskatalog von
NRW-Justizministerium und Verbraucherzentrale NRW
zur Novellierung des Urheberrechtsgesetzes

·         Streitwertbegrenzung auf 500 Euro

·         Keine Ausnahmeregelungen bei Streitwertbegrenzungen

·         Definition des gewerblichen Ausmaßes von Urheberrechtsverletzungen

28. Februar 2013

Täuschungsskandale bei Fleisch und Eiern

Seit Tagen geht es Schlag auf Schlag: Nun ist auch falsch etikettiertes Tiefkühlhack mit Pferdefleisch in nordrhein-westfälischen Restaurants aufgetaucht.

Eines haben die Täuschungsskandale bei Fleischprodukten und Eiern gemeinsam: Schnelle und aussagekräftige Kundeninformation ist Mangelware! "Doch Kunden haben das Recht zu erfahren und zu wissen, was sie essen und was sie unwissentlich untergeschoben bekommen, ohne dass sie sich spärliche Informationen aus verschiedenen Quellen mühsam zusammen suchen müssen", rüffelt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die derzeit versprengten Informationen auf allen Ebenen: "Die anhaltenden Skandale zeigen mehr als überdeutlich, dass die gesetzlichen Grundlagen im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) in Richtung Transparenz und verlässlicherer Kundeninformation dringend nachgebessert werden müssen."

Laut Müller ist es nicht länger hinnehmbar, dass sich die Pflichten der Behörden, die Öffentlichkeit zu informieren, lediglich auf den Gesundheitsschutz beschränken. "Auch der gesetzlich verankerte Täuschungsschutz muss endlich seine gesicherte Niederschrift im Lebensmittelrecht finden", fordert der NRW-Verbraucherzentralenvorstand. Dazu reiche es jedoch nicht, lediglich weiche Soll-Vorschriften ins LFGB aufzunehmen, so wie es die Regierungskoalition heute in Berlin berät. "Wenn Lebensmittelbetrüger künftig nicht so schnell wie möglich gebündelt über moderne Verbreitungswege in einem deutschlandweiten Portal bekannt gemacht werden, bleibt Verbraucherschutz bloße Theorie.

 Und wieder einmal hätte der Schutz der Betriebe Vorrang vor dem Auskunftsanspruch der Verbraucher und würde verhindern, dass auch sie sich aktiv vor Täuschung und Betrug schützen können", so erklärt Müller gegenüber der Politik.

In deren Aufgabenbuch gehöre auch, das Verbraucherinformationsgesetz umgehend zu verschärfen: "Die Auskunftspflicht muss auch auf Unternehmen ausgeweitet werden. Denn die Lebensmittelhersteller sind es, die zuallererst über Informationen verfügen und zeitnah Auskunft geben können, welche Produkte sie herstellen, mit wem und auf welche Weise sie produzieren. Mehr verbindliche Transparenz der Unternehmen sorgt für mehr Klarheit und fördert den Qualitätswettbewerb", erklärt Verbraucherzentralenchef Müller.

10. Dezember 2012

Gefährliche Party-Pillen

Bei Dr. Michele Cagnoli erregt das "ernste Besorgnis": Die Anzahl junger Patienten mit Amphetaminkonsum bis hin zur Abhängigkeit steigt in der Marler Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL). Hier wie insgesamt in Deutschland gebe es die "alarmierende Entwicklung, dass die Betroffenen immer jünger werden", so der stellvertretende Ärztliche Direktor der Marler LWL-Klinik.

Neben aufputschenden Energy-Drinks bilden sie in manchen Kreisen schon fast einen festen Konsum-Bestandteil bei Partys unter Jugendlichen: Amphetamine. Kleine bunte Pillen oder Pülverchen, die die Stimmung unter den Partygästen deutlich pushen und ihnen eine schier unerschöpfliche Kondition auf der Tanzfläche vorgaukeln.

"Doch so harmlos diese Partydrogen auch scheinen - sie können Einstiegsdroge sein und gravierende körperliche Schäden verursachen", warnt Cagnoli. Erschwerend komme hinzu, dass diese Drogen häufig mehrfach binnen weniger Stunden eingenommen werden. Cagnoli nennt ein aktuelles Beispiel: "Jüngst meldete das Krefelder Herzzentrum schwere Herzschädigungen von Patienten, auch aufgrund ihres Amphetaminkonsums. Die Herzen der Jugendlichen im Alter von 19-23 Jahren sind irreparabel schwer geschädigt." In zwei Fällen sei sogar eine Transplantation notwendig, zitiert der LWL-Experte entsprechende Berichte.

Die genauen Inhaltsstoffe dieser gefährlichen Gute-Laune-Pillen sind laut Cagnoli zumeist unklar. Oft werden verschiedene Substanzen in unterschiedlichen Stärken gemischt - mit unvorhersehbaren Wechselwirkungen auf den Organismus. Als sichtbare Symptome eines regelmäßigen Konsums bezeichnen Fachleute etwa Zittern, weite Pupillen, eine auffällig gehobene oder gereizte Stimmung, einen erhöhten Redefluss, ein plötzlich gestärktes Selbstbewusstsein bis hin zur Selbstüberschätzung, gepaart mit Appetitlosigkeit und einem verminderten Schlafbedürfnis.

Wer solche Symptome bei seinem Kind feststellt, sollte sich sofort an seinen Hausarzt wenden, rät der LWL-Kinder- und Jugendpsychiater. Hält dieser eine weitere Abklärung
oder Behandlung für notwendig, bietet die Ambulanz der LWL-Klinik Marl-Sinsen unter 02365/ 802-2402 Hilfe an.

Hintergrund:

Die Marler LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ("Haardklinik"), mit 119 Betten eines der größten Fachkrankenhäuser in Deutschland, verfügt mit der Station "Spurwechsel" über eine spezielle Station mit zwölf Behandlungsplätzen für männliche und weibliche alkohol- und drogenkonsumierende Jugendliche.

Hier klären ein Stationsarzt und eine Stationspsychologin in einem ambulanten Vorgespräch ab, ob ein junger Mensch neben der Suchtproblematik Symptome einer anderen Kinder- und jugendpsychiatrischen Störung aufweist. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Angsterkrankung, eine Depression, eine Psychose oder eine ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung) handeln.

Sind sich alle Beteiligten, einschließlich der Eltern/Erziehungsverantwortlichen, einig, dass eine stationäre Aufnahme notwendig und sinnvoll ist, zeigen die Mitarbeiter/-innen dem Patienten die Station, um einen Einblick in den gesamten Therapieablauf, die Therapieangebote und die räumliche Ausstattung der Klinik zu geben. Die eigentliche Aufnahme erfolgt in der Regel nach wenigen Wochen.

152 Patienten wurden im vergangenen Jahr auf der Station Spurwechsel stationär behandelt. Die meisten blieben ca. zehn Wochen. Manche schaffen es nicht im ersten Anlauf, ihre Sucht auf Dauer zu überwinden. Aber auch dann können sie sich an die Klinik wenden und es erneut versuchen.

Das Konzept der Station sieht zwei Behandlungsphasen vor: An eine etwa dreiwöchige Entgiftungsphase schließt sich die Psychotherapiephase an. Dazu wird für jeden Patienten ein individuelles Programm zusammengestellt, das unter anderem aus einer Einzel- und Gruppentherapie sowie Familiengesprächen besteht. Positive Ressourcen zu stärken, darauf liegt ein Fokus des Teams aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeiten, Therapeuten und dem Pflege- und Erziehungsdienst.

Außerdem erhält der oder die Jugendliche Unterstützung bei belastenden Schul- bzw. Ausbildungssituationen. Außerdem findet eine Rückfallprophylaxe statt, in der der Patient lernt, Signale für einen möglichen Rückfall zu erkennen und Strategien entwickelt, diesen zu vermeiden. Abschließend wird gemeinsam mit dem Team eine tragfähige Zukunftsperspektive erarbeitet, wie es für sie oder ihn nach der stationären Behandlung weitergeht.

Voraussetzung für eine Behandlung ist die Einsicht in die eigene Erkrankung sowie die Bereitschaft an sich zu arbeiten und am Gruppenleben teilzunehmen.



LWL-Einrichtung:
LWL-Klinik Marl-Sinsen
Haardklinik
Halterner Str. 525
45770 Marl
Karte und Routenplaner


3. Dezember 2012

Veranstaltungen der Universität Münster


Weihnachtsvorlesung und spannende Experimente

Traditionell öffnet der Fachbereich Chemie und Pharmazie am zweiten Adventssonntag seine (Labor-)Türen.  Am 9. Dezember ist es wieder soweit: Von 14 bis 17 Uhr lädt der Fachbereich alle Interessierten ein, an der Universität Münster Unterhaltsames rund um das Thema "Chemie" zu entdecken. Besonders angesprochen sind Familien mit Kindern.

Zum Auftakt um 14 Uhr hält Prof. Dr. Uwe Karst eine spannende Vorlesung zum Thema "Die Erdatmosphäre im Experiment: Ein chemischer Blick auf 4,6 Milliarden Jahre". Der Vortrag gibt allgemein verständlich und mit vielen Experimenten einen Einblick in die Frühgeschichte der Erde und in die Zusammensetzung und Funktion der Atmosphäre und der Ozonschicht.

Die Mitarbeiter des Fachbereichs haben auch wieder interessante Aktionen zum Mitmachen vorbereitet. Nach der Weihnachtsvorlesung können Kinder aller Altersstufen mit ungefährlichen Chemikalien experimentieren oder den Glasbläsern bei ihrer Arbeit helfen. Dass man auch mit Kartoffeln und Gummibärchen Strom erzeugen kann, davon können sich die Kinder bei Dr. Peter Bieker vom Batterieforschungszentrum MEET mit Experimenten überzeugen. Der Chemiker brachte schon im Oktober bei der Kinderuni Münster sein Publikum zum Staunen. Schüler und Eltern können sich auch über die Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten am Fachbereich Chemie und Pharmazie beraten lassen.
Das Hörsaalgebäude der Chemischen Institute in der Wilhelm-Klemm-Straße 6 ist mit den Buslinien 3, 4, 5 und 11 bis Coesfelder Kreuz zu erreichen. Parkplätze befinden sich im kostenlosen Parkhaus Mensa II am Coesfelder Kreuz.

Link:
Tag der offenen Tür am Fachbereich Chemie und Pharmazie


"Des Kaisers alte Kleider…"

Forschung zu deutsch-chinesischen Kulturgütern / Gastvortrag am Institut für Sinologie und Ostasienkunde


Seit den Neunzigerjahren ist das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) mit einer Außenstelle im chinesischen Xi'an vertreten. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung  geförderten deutsch-chinesischen Kooperation arbeiten Spezialisten aus Deutschland und China an der Erhaltung und Erforschung hochrangiger Kulturgüter aus der Region. Am Donnerstag, 6. Dezember, stellt Dr. Susanne Greiff vom RGZM in einem Gastvortrag am Institut für Sinologie und Ostasienkunde der Universität Münster die Arbeit der Außenstelle Xi'an vor. Der Vortrag "Des Kaisers alte Kleider und andere Geschichten aus der deutsch-chinesischen Kulturgüterforschung" beginnt um 16 Uhr in Raum 23 des Instituts für Sinologie und Ostasienkunde, Schlaunstraße 2. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Bandbreite der Aktivitäten in Xi'an reicht von vermessungstechnischen Dokumentationen über Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten bis hin zu kulturhistorischen Forschungen. Der Fokus liegt dabei auf Grabanlagen der Qin-, Han- und Tangzeit, deren Schätze so für die Nachwelt erhalten bleiben. In der dortigen Region lag über lange Phasen der chinesischen Geschichte die Hauptstadt des Kaiserreichs, die Funde stellen Glanzstücke der chinesischen Archäologie dar. Berühmt geworden ist die Region durch die Ausgrabung der Terrakottaarmee des ersten Kaisers Qin Shihuangdi.

Links:
Institut für Sinologie und Ostasienkunde
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz


Ein Paradies in Aserbaidschan

Traditioneller Winckelmann-Vortrag am 5. Dezember / Erinnerung an Archäologen Johann Joachim Winckelmann

Überraschend vielfältige Funde und Befunde vermitteln ein anschauliches Bild der Kaukasusregion in der Zeit des achaimenidischen Weltreiches (6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.). Eindrucksvolle Residenzen persischer Statthalter bezeugen die Verbreitung achaimenidischer Monumentalarchitektur über das iranische Kernland hinaus. Anhand der differenzierten Befunde lässt sich eine lebendige Vorstellung von der persischen Fremdherrschaft gewinnen.

Die Ergebnisse geben Anlass, die von griechischen Autoren geprägte, traditionell negative Bewertung des Perserreiches grundlegend zu überdenken. Dies tut Dr. Florian Knauß von den "Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München" am Mittwoch, 5. Dezember, beim "Winckelmann-Vortrag 2012". Um 20.15 Uhr spricht der Archäologe im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses, Domplatz 20-22, über "Ein persisches Paradies in Aserbaidschan".

Mit den Winckelmann-Vorträgen erinnert das Institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie der Universität Münster seit vielen Jahren an die Person und das Werk des deutschen Archäologen Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Seine Forschungen prägten nicht nur Literatur, Architektur und Kunst seiner Zeit, sondern auch das europäische Bild der Antike.

Link: 
Institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie


"Vorsicht bei der Abfahrt!"

Öffentlicher Gastvortrag über Sprachverarbeitung in digitalen Systemen / Reihe "Germanistik im Beruf"


Sprache kommt auch in digitalen Systemen zum Einsatz, etwa zur Information und Unterhaltung der Fahrgäste im Personenverkehr der Bahngesellschaften. Woran man erst einmal nicht denkt, wenn man als Fahrgast die automatischen Durchsagen hört: Die Entwicklung von Systemen mit computergestützter Sprachverarbeitung erfordert neben informationstechnischem auch linguistisches Wissen. Was seine Tätigkeit ausmacht und welche Berufsperspektiven sie für Geisteswissenschaftler bietet, erläutert Hardwareentwickler Michael Obieglo-Diete von der "GSP Sprachtechnologie GmbH" aus Berlin am Dienstag, 4. Dezember, in einem Vortrag der Reihe "Germanistik im Beruf" des Germanistischen Instituts der Universität Münster. Der Vortrag beginnt um 18.15 Uhr in der Studiobühne, Domplatz 23a. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.
Michael Obieglo-Diete studierte Technische Informatik an der "Beuth Hochschule für Technik Berlin" und Linguistik an der dortigen Freien Universität. Während seines Studiums war er bereits als Werkstudent bei GSP, einer der führenden Firmen für Fahrgastinformations- und -unterhaltungssysteme, tätig. Seit 2009 ist er dort Mitarbeiter in der Hardwareentwicklung.

In der Reihe "Germanistik im Beruf" berichten Referenten aus ihrem Berufsleben und zeigen Berufsperspektiven für Germanisten und andere Geisteswissenschaftler auf. Im Wintersemester 2012/13 hat die Vortragsreihe den Titel "Sprachwissenschaft im Beruf".

Link:
Vortragsreihe Germanistik im Beruf





Hochschulen in NRW


Die Umstellung auf die zweistufige Studienstruktur gemäß der Bologna-Reform schreitet weiter voran. Wie Information und Technik Nordrhein‑Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, haben sich knapp 69 Prozent der Studierenden, die 2011 einen neuen Studiengang (1. Fachsemester) begonnen hatten, für einen Bachelor- und weitere 15,5 Prozent für einen Masterabschluss entschieden.

Diese und weitere Informationen zum Hochschulwesen sind der Broschüre „Hochschulen in NRW: Statistik kompakt“ zu entnehmen. In kurzer und anschaulicher Form bietet die Publikation einen informativen Überblick über das Hochschulwesen des Landes, wie die allgemeine Entwicklung der Studierenden- und Absolventenzahlen sowie die Personal- und Finanzausstattung an den Hochschulen. Dargestellt werden die Daten überwiegend auf Ebene des Landes, zum Teil aber auch nach Hochschularten und einzelnen Hochschulen. Nachfolgend finden Sie einige interessante Informationen, die der Broschüre zu entnehmen sind:
  • Im Verlauf der letzten zehn Jahre unterlag die Zahl der Studierenden Schwankungen, mit 590 300 Personen gab es 2011 aber einen Rekord bei den Studierendenzahlen.
  • 29,2 Prozent der Studierenden an den NRW-Hochschulen kommen aus den Bundesländern Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie aus dem Ausland.
  • Von den ausländischen Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben (sog. Bildungsausländer), stellen die knapp 5 800 Studierenden mit chinesischer Staatsangehörigkeit die größte Gruppe.
  • Die Drittmitteleinnahmen an NRW-Hochschulen beliefen sich im Jahr 2010 auf ca. 931 Millionen Euro. Die Hochschulen in NRW bestritten mit diesem Betrag etwa 19 Prozent ihrer Gesamtausgaben.
Die Broschüre steht hier zum kostenlosen Download bereit. (IT.NRW)


23. November 2012

Gesundheitsamt und Polizei warnen


Amtsapothekerin Birgit Habbes.
Foto: Kreis Unna
Ein Tresor mit giftigen Substanzen und hochwirksamen Schmerzmitteln wurde in der Nacht zum 23. November aus einer Apotheke in Lünen-Nordlünen entwendet. Das Kreisgesundheitsamt warnt dringend vor der Einnahme der gefährlichen Substanzen oder einer Kontaktaufnahme mit ihnen.

Gefährliche Medikamente

In den Nachtstunden zum 23. November entwendeten unbekannte Täter nach Angaben der Polizei aus einer Apotheke in Lünen einen verschlossenen Tresor mitsamt Betäubungsmitteln und giftigen Substanzen zur Medikamentenherstellung sowie hochwirksame Schmerzmittel. "Die Einnahme vor allem der hochwirksamen Schmerzmittel ist gefährlich und kann zum Tode führen", warnt die Amtsapothekerin des Kreises Unna, Birgit Habbes.


Amtsapothekerin Habbes und das für Lünen zuständige Polizeipräsidium Dortmund raten dringend, beim Auffinden dieses Schrankes sofort entweder den Notruf der Polizei 110 oder die Rettungsleitstelle des Kreises mit dem Notruf 112 zu informieren.

"Öffnen Sie den Schrank nicht oder berühren sie auch keine verdächtigen Substanzen, die die Täter nach Öffnen des Tresors weggeworfen haben könnten", mahnt Amtsapothekerin Birgit Habbes zur Vorsicht. Sie bittet auch Eltern, mit ihren Kindern über die möglichen Gefahren zu sprechen.

Über den Diebstahl der gefährlichen Substanzen informiert sind neben Polizei und Rettungsleitstelle des Kreises unter anderem auch die örtlichen Ordnungsämter.

Wer Hinweise zur Klärung der Straftat geben kann, sollte sich an den Kriminaldauerdienst der Dortmunder Polizei unter der Rufnummer 0231-132-7441 oder an jede andere Polizeidienststelle wenden. Wer allgemeine Fragen zu giftigen Substanzen hat, kann sich an das Kreisgesundheitsamt Unna, Tel. 0 23 03 / 27 - 12 53, wenden.


20. November 2012

Weniger Studienanfänger im Wintersemster

Im soeben begonnenen Wintersemester ist die Zahl der Studienanfänger/-innen um rund 2 900 (−2,8 Prozent) auf 101 200 Personen zurückgegangen. Wie Information und Technik Nordrhein‑Westfalen als Statistisches Landesamt anhand erster vorläufiger Ergebnisse mitteilt, ist ihre Zahl damit erstmals seit sechs Jahren wieder rückläufig.

Die Zahl der Studierenden insgesamt ist aber dennoch weiter angestiegen. 635 800 Studierende waren nach ersten Ergebnissen an den nordrhein-westfälischen Hochschulen für das Wintersemester 2012/13 eingeschrieben, das sind 7,7 Prozent mehr als im Wintersemester 2011/12.

Die Statistiker weisen darauf hin, dass in den vorgenannten Zahlen Nebenhörer nicht berücksichtigt sind (ein Student kann beispielsweise als Haupthörer an der Universität Köln ein Lehramtsstudium absolvieren und belegt an der Deutschen Sporthochschule Köln das Studienfach „Sport” – von dort wird er dann als Nebenhörer gemeldet). Würden Haupt- und Nebenhörer zusammengefasst werden – wie dies das Statistische Bundesamt zu tun pflegt -, ergäben sich für Nordrhein‑Westfalen folgende Fallzahlen für das Wintersemester 2012/13: Rund 644 000 Studierende und rund 101 700 Studienanfänger/-innen.

Ergebnisse für einzelne Hochschulen finden Sie hier.


14. November 2012

4,2 Prozent der Hochschüler studieren Fächer des Gesundheitswesens


Im Wintersemester 2011/12 waren in Nordrhein‑Westfalen 24 905 Studierende in einem Studienfach der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften eingeschrieben. Wie Information und Technik Nordrhein‑Westfalen anlässlich der MEDICA mitteilt, waren das 4,2 Prozent aller 590 300 Studierenden im Land. Der allgemeine Trend steigender Studierendenzahlen trifft auch für diese Fächergruppe zu: Im Vergleich zum Wintersemester 2010/11 ist hier die Zahl um 10,9 Prozent gestiegen. Wie das Schaubild zeigt, lagen die Zuwachsraten im Bereich Gesundheitsheitswesen in den letzten fünf Jahren jedoch leicht unter den durchschnittlichen Steigerungen bei der Gesamtzahl der Studierenden.


66,1 Prozent der in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften Eingeschriebenen haben sich für ein Studium der Medizin entschieden, 21,9 Prozent für ein Fach im Studienbereich Gesundheitswissenschaften und 12,0 Prozent für Zahnmedizin. Mit einem Anteil von 64,6 Prozent sind Frauen bei den medizinischen bzw. gesundheitswissenschaftliches Studienfächern überrepräsentiert.


Quelle: www.it.nrw.de



13. November 2012

Unhaltbare Zustände in der Tierhaltung

Unhaltbare Zustände fanden die Veterinäre des Kreises Borken in den vergangenen Wochen bei einem Tierhalter aus Legden vor. Dieser war offenkundig nicht mehr in der Lage, die 29 auf seinem Hof untergebrachten Pferde zu versorgen. Außerdem konnte er eine angemessene Haltung der Tiere in den bevorstehenden Wintermonaten nicht sicherstellen.

Das war Grund genug für den Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Borkener Kreisverwaltung, dem Tierhalter mittels Ordnungsverfügung aufzugeben, den Großteil der Tiere zu verkaufen. Darauf reagierte dieser aber nicht, so dass die Kreisveterinäre heute (13.11.2012) alle Pferde aus dem Bestand nehmen ließen. Die Tiere sind nun vorläufig in zwei anderen Ställen untergebracht worden und sollen in Kürze veräußert werden.




10. November 2012

Deutsch-Niederländische Grafikbörse

Anfang März verwandelt sich die Stadthalle Vennehof in Borken wieder in einen Treffpunkt für Grafikfreunde. Von Freitag, 1. März, bis Sonntag, 3. März 2013, laden Kreis und Stadt Borken zur 26. "Deutsch-Niederländischen Grafikbörse" ein. Künstler, Galerien und Verlage, die dort ausstellen möchten, können sich noch bis zum 30. November bewerben. Mitte Dezember entscheidet dann eine Expertenjury, wer dabei ist.

Kunststudenten von der Universität Osnabrück führten bei der Grafikbörse 2012 vor, wie Drucke auf Papier gebannt werden. Foto: Lisa Kannenbrock/Kreis Borken

Angesprochen sind niederländische und deutsche Grafiker, Fotografen, Kunstvereine, Galeristen und Buchhändler. Sie können in Borken serielle Grafiken wie Holzschnitte, Kupferstiche, Lithografien, Linolschnitte, Siebdrucke und auch alte Grafiken, Kunstbücher sowie Fotografien ausstellen. Bewerben können sie sich mit ausdrucksstarken Materialien, wie Drucken, Katalogen und Fotos sowie einem Lebenslauf bis zum 30. November 2012 beim Fachbereich Schule, Kultur und Sport des Kreises Borken, Burloer Straße 93, 46325 Borken.

Die "Deutsch-Niederländische Grafikbörse" in Borken hat sich in den vergangenen 25 Jahren zu einem beliebten Marktplatz für Künstler, Sammler und alle anderen Kunstinteressierten entwickelt. Die Börse lädt alt eingesessene Künstler und Neulinge zum Austausch ein und eröffnet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die aktuellsten Grafik-Trends. Die Austellung lockte in den vergangenen Jahren jeweils tausende Gäste in die Stadthalle.

Für eine angemessene Präsentation bei der Grafikbörse ist gesorgt. Gegen eine Gebühr von 80 Euro erhalten die Aussteller einen Verkaufsstand mit einer Fläche von vier Quadratmetern, dazu Stellwände, Stühle und einen Tisch.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tourismus-kreis-borken.de/grafikboerse.html
sowie in der Kulturabteilung des Kreises, E-Mail: kulturamt@kreis-borken.de, Tel.: 02861-821350.

Quelle: www.kreis-borken.de


8. November 2012

Kulturbörse und Jugendkulturfestival feiern Premiere

Musik und Tanz, Gesang und Theater, Workshops und Informationsstände - quasi in jedem Winkel des LWL Industriemuseums Henrichshütte wird am Freitag, 23. November, ein Angebot zu finden sein. Die Gebläsehalle ist an diesem Tag Schauplatz von gleich zwei Premieren: Sowohl die Kulturbörse EN als auch das Jugendkulturfestival erleben ihre erste Auflage. "Beide Veranstaltungen werden den Besuchern vor Augen führen, wie vielfältig, bunt und kreativ es in unseren neun Städten zugeht. Die Angebote laden direkt zum Mitmachen ein oder lassen den Betrachter staunen", kündigt Jutta Erdmann, Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, an. Bei ihr und den übrigen Mitgliedern des Organisationsteams laufen momentan alle Fäden zusammen.

Los geht es am 23. November um 11 Uhr. Dann präsentieren Kultureinrichtungen und Kulturschaffende an insgesamt 35 Ständen ihre vielschichtigen und generationsübergreifenden Angebote. Dabei sind unter anderen Museen, Musikschulen und Kulturvereine sowie bildende Künstler, die Workshops für Kinder anbieten. Parallel dazu läuft ein abwechselungsreiches Bühnenprogramm. "Während uns die Rückmeldungen darüber, wer dabei sein möchte, bereits vorliegen, basteln wir momentan noch am Ablauf, wann wer wie auftreten wird", berichtet Erdmann. Fünf Stunden haben die Besucher Zeit, sich umfassend über das kulturelle Leben zwischen Breckerfeld und Wetter, Witten und Herdecke zu informieren.

Um 16 Uhr wird aus der Kulturbörse EN dann das Jugendkulturfestival, ab diesem Zeitpunkt ist der Nachwuchs für das Programm verantwortlich. Präsentiert wird, was von und in den Städten in den letzten Monaten im Zusammenhang mit dem Landesprogramm "Kulturrucksack" auf die Beine gestellt wurde. "Dank der erfolgreichen Bewerbung des Kreises und der Städte im Rahmen dieses Landesprogramms standen 2012 erstmals gut 71.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen kulturelle Angebote zu eröffnen", erläutert Landrat Dr. Arnim Brux den Hintergrund. Er ist stolz, dass der Ennepe-Ruhr-Kreis eine von 29 Pilotregionen in Nordrhein-Westfalen ist.

Kreis und Städte haben das Geld genutzt, um für und mit Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren Veranstaltungen und Projekte der kulturellen Bildung auf die Beine zu stellen und vorhandene Strukturen weiterzuentwickeln. Das Leitmotiv lautete "Zukunftserwartung - Zukunftsangst". "Den Jugendlichen wurde in insgesamt 36 Projekten ein hohes Maß an Eigeninitiative und Mitbestimmung eingeräumt, viele haben ganz neue Talente entdeckt", berichtet Erdmann.

Aktivitäten waren die jungen Menschen beispielsweise in den Bereichen Musik, Tanz, Literatur, bildende Kunst oder Theater. So gab es ein Coaching von Rock- und Popbands, die Produktion eines Hip-Hop-Samplers, Graffiti-Projekte und Jugendliche wirkten an den Wittener Tagen der Kammermusik mit. Eines von vielen Tanzprojekten war der Bollywood-Tanzkurs. "Motto. Man nehme eine Prise Hollywood und einen Löffel indischen Tanz, rühre kräftig um und gebe noch einen Schuss Jazzdance hinzu. Nach Belieben mit Hip-Hop, Ballett, Salsa, Bauchtanz ergänzen, abschmecken und mit viel Spaß genießen", skizziert Erdmann.

Ähnlich schwungvoll das brasilianische Tanztheater Capoeira mit seiner Mischung aus Kampf, Tanz, Akrobatik und Musik. Entstanden ist Capoeira vor mehr als 400 Jahren als afrobrasilianische Sklaven zur Selbstverteidigung und Befreiung Kampftechniken entwickelten und diese mit tänzerischen Elementen und Musik tarnten. Des Weiteren wurde eine Gruppe von Kindern auf Entdeckungstour zu Tempeln und Moscheen, Kirchen und Synagogen geschickt. Ziel war es, die verschiedenen Religionen und Gotteshäuser im Umkreis kennen zu lernen und in einem großen Reisetagebuch festzuhalten. "Schon diese wenigen Beispiele zeigen: Ein Besuch des Jugendkulturfestivals wird sich lohnen", wirbt Erdmann.

Stichwort "Bedeutung kultureller Bildung"


Die Bedeutung der kulturellen Bildung für die Persönlichkeitsbildung, für die Entwicklung der Kreativität und für den Wissenserwerb wird zunehmend anerkannt. Entsprechende Erkenntnisse haben unter anderem Projekte wie ´Jedem Kind ein Instrument´ oder ´Kultur und Schule´ geliefert. "Damit die positiven Effekte zum Tragen kommen, ist es entscheidend, Kindern und Jugendlichen die Tür zu Kunst und Kultur so früh und so weit wie möglich zu öffnen", nennt Brux die Motive für die seinerzeitige Bewerbung um den "Kulturrucksack". Die Teilnahme sei insbesondere deshalb interessant, weil das Landesprogramm mit den 10 bis 14-jährigen die Kinder und Jugendlichen im Auge habe, für die Angebote der kulturellen Bildung vergleichsweise rar sind. "Und", so der Landrat, "diese wenigen Angebote treffen auf eine Altersgruppe, die sich schwer tut mit den gängigen Formen der kulturellen Bildung." Hier haben Kreis und Städte jetzt gemeinsam angesetzt und mit neuen Ideen und bewährten Strukturen Interesse geweckt.




7. November 2012

Geld ist nicht zum Verheizen da!

Zehn Energiespartipps: Die Heizungsperiode hat begonnen und es stellt sich wieder die Frage, wie heize ich richtig? Welche Temperatur ist optimal für die Gesundheit? Welche Temperatur ist für welche Räume geeignet? Und vor allem, wie kann ich Geld sparen und heize das Geld nicht zum „Fenster heraus“?

Der Leiter der Abteilung für Umwelt- und Klimaschatz des Rhein-Sieg-Kreises, Rainer Kötterheinrich, gibt zehn Energiespartipps zum richtigen Heizen: „Wichtig ist, dass eine gute Isolierung, Heizungswartung, richtiges Lüften, und eine angemessene  Raumtemperatur Hand in Hand gehen. Es gibt nicht „die“ Lösung, sondern die „Mischung macht´s.“

1. Die Raumtemperatur sollte im Wohnzimmer zwischen 18 und 20°C liegen.
Die Temperatur der Küche sollte bei 18°C liegen, da Herdplatten beim Kochen und der Backofen beim Backen, sowie die Abwärme des Kühlschranks nicht zu unterschätzende Wärmelieferanten sind. Jedes Grad weniger Raumtemperatur in den Wintermonaten spart sechs Prozent der Heizkosten. Medizinisch gesehen ist eine Temperatur von 18°C optimal für die Atemwege; eine Temperatur über 25°C kann sogar die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken.

2. Nicht sinnlos Heizen! Wenn niemand zu Hause ist, braucht das Thermostat nicht über 16°C gedreht werden. Bei einer längeren Abwesenheit reicht eine Temperatur von ca. 12°C. An kühleren Tagen sollte die Temperatur nicht zu weit nach unten geregelt werden, damit Wände, Decken und auch die Fußböden nicht auskühlen, was die Heizkosten beim Wiederaufwärmen unnötig steigen lässt.

3. Stoßlüften, bis höchstens zehn Minuten, ist am effektivsten. In der Zeit sollte die Heizung heruntergedreht werden, da sonst die Wärme direkt nach draußen entweicht. Richtiges Lüften verhindert auch die Schimmelpilzbildung. Grundsätzlich gilt, je kälter die Temperatur desto eher bildet sich Schimmelpilz.

4. Eine qualitative Isolierung ist wichtig. Mit Abdichtbändern aus dem Supermarkt können Sie undichte Bereiche an Fenstern abdichten. Diese machen Sie am besten durch eine brennende Kerze sichtbar. Fängt die Kerze an zu flackern, ist das Fenster undicht. Nachts empfiehlt es sich, die Rollläden, Fensterläden und Vorhänge zu schließen um eine zusätzliche Isolationswirkung zu erreichen. Auch schlecht isolierte Rohrleitungen im Keller führen zu einem Energieverlust. Die Dicke der Dämmung sollte gleich dem Rohrdurchmesser sein, in der Regel jedoch mindestens 20 mm.

5. Heizkörper nicht „verstecken“! Auch wenn Heizkörper nicht immer als dekorative Wohnungseinrichtung geeignet sind, sollte der Blick auf sie nicht durch nahe stehende Möbel oder andere Dinge verdeckt sein. Diese nehmen einen nicht unerheblichen Teil der Wärme auf und verursachen somit höhere Heizkosten.

6. Heizkörper regelmäßig entlüften! Wenn die Heizung blubbert und gluckst bedeutet dies, dass Luft im Heizungskreislauf ist. Dies ist völlig normal, jedoch sollten Sie die Luft ablassen, um nicht die Heizleistung zu schmälern und die Heizkosten nach oben zu treiben. Zum Entlüften der Heizung benötigen Sie kaum handwerkliches Geschick: Nachdem das Thermostatventil geschlossen wurde, einfach mit Hilfe eines Entlüftungsschlüssels das Entlüftungsventil an der Seite der Heizung öffnen und es sofort wieder zudrehen, wenn das erste Wasser heraustritt. Sicherheitshalber sollten Sie Lappen und Eimer bereitstellen, falls doch mehr Wasser als erwartet herausfließt.

7. Heizkörpernischen sollten gedämmt werden. Sie verursachen einen großen Teil des Wärmeverlustes, da die dortigen Wände dünner sind. Heizkörperdämmplatten oder flexible Dämmfolien können je nach Abstand des Heizkörpers zur Wand Abhilfe schaffen und Ihnen bares Geld sparen. Zu beachten ist, dass der Dämmstoff so dick wie möglich gewählt wird, um optimal zu isolieren.

8. Verdunstungsgefäße oder Luftbefeuchter aufstellen! Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, die Luft also zu trocken, so wird die Temperatur aufgrund des subjektiven Wärmeempfindens als weniger warm empfunden. Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent ist optimal.

9. Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage! Hausbesitzer sollten Ihre Heizungsanlage regelmäßig von einem Fachmann reinigen und warten lassen, um so überflüssigen Energieverlust zu vermeiden.

10. Während der Heizperiode sollten die Heizkörper in ungenutzten Räumen herunter geregelt werden. Die Nachtabsenkung oder -abstellung sollte richtig eingestellt sein und die Warmwassertemperatur nicht mehr als 60°Celsius betragen. Die Vorlauftemperatur im Heizkessel sollte mit dem Sollwert übereinstimmen und der Druck im Heizungssystem den richtigen Wert haben.

Infos und Ratgeber rund ums Heizen und Energiespartipps gibt´s auf dem Klimaschutzportal des Rhein-Sieg-Kreises: www.rhein-sieg-kreis.de; hier die Rubriken Bürgerservice, Umwelt & Verbraucher, CO2-Ratgeber online oder Klimaschutzportal anklicken.




Cybermobbing - Jeder dritte Schüler bereits Opfer

Mehr als jeder dritte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren war in Nordrhein-Westfalen bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Dabei wurde laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) jeder fünfte betroffene Schüler im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. Jeder Sechste litt unter Verleumdungen und bei elf Prozent kam es zu einem Missbrauch der Internetidentität. Gemeinsam mit dem Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bielefelder Polizei informierte die Kasse heute über Hilfen und Strategien im Umgang mit Cybermobbing.

"Schon früher haben Jugendliche auf dem Schulhof gestritten oder in der Clique gelästert. Aber heute gibt es einen fatalen Unterschied: Das Netz vergisst nichts und ist grenzenlos", erläutert Ulrich Adler, Leiter regionales Vertragswesen der TK in NRW, die neue Qualität des Mobbings. Deshalb ergänzte die TK ihr Aufklärungsportal "www.gewalt-gegen-kinder.de" um das Kapitel "Cybermobbing".

"Die Forsa-Studie bestätigt auch unsere Erfahrungen: Cybermobbing ist kein Randphänomen, sondern weitverbreitete Realität", sagt Monika Atorf, Kriminaloberkommissarin aus Bielefeld. Angesichts der Verbreitung des Internets sei dies keine Überraschung. "Schließlich ist für Jugendliche das Internet heutzutage selbstverständlicher Alltag", weiß die Expertin der Polizei.

Mobber im Internet begehen Straftaten. Jede Beleidigung, Bedrohung, das Ausspähen von Daten oder Nachstellung im Netz hat Konsequenzen. Das Strafgesetzbuch sieht für Fälle von Beleidigungen eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Bei Erpressungen liegt das Strafmaß sogar bei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Laut TK-Studie nutzen 99 Prozent der Befragten das weltweite Netz. Täglich surfen 69 Prozent der nordrhein-westfälischen Schüler länger als eine Stunde im Internet, 63 Prozent sind in sozialen Netzwerken aktiv, 36 Prozent in Chatrooms.

Die Opfer einer Cybermobbing-Attacke sind nicht nur wütend (70 Prozent), verzweifelt (24 Prozent) oder fühlen sich hilflos (22 Prozent), sondern leiden auch unter körperlichen Folgen. Von Schlafstörungen berichten 17 Prozent, Kopfschmerzen nennen 10 Prozent und Bauchschmerzen acht Prozent als Reaktion auf Cybermobbing. "Auf Grundlage der Forsa-Umfrage müssen wir davon ausgehen, dass rund 400.000 Schülern allein in NRW bisher Opfer von Cybermobbing geworden sind. Angesichts dieser Daten besteht dringender Handlungsbedarf. Als Krankenkasse wollen wir mit dem neuen Baustein Cybermobbing im Portal 'www.gewalt-gegen-kinder.de' helfen", unterstreicht Ulrich Adler.

Auch die Polizei Bielefeld ist der Ansicht, dass Aufklärung und Information über Cybermobbing verbessert werden müssen. Vor allem, um schon die Anfänge von Cybermobbing zu vermeiden. Bereits im Vorfeld können Schülerinnen und Schüler darauf achten, ihre Privatsphäre zu schützen. Denn ein leichtfertiger Umgang mit persönlichen Daten wie Wohnadresse, eMail-Adresse, private Fotos, Passwörter und Telefonnummer öffnet Cybermobbern Tür und Tor.


Für Opfer von Cybermobbing-Attacken gibt die Polizei folgende Tipps: 
  • bleibe ruhig und mobbe niemals zurück
  • hole dir Hilfe von erwachsenen Vertrauenspersonen (z.B. Eltern oder Lehrer) und entscheidet gemeinsam über das weitere Vorgehen
  • sichere Beweise (SMS, eMails, Bilder)
  • melde Belästigungen indem du oder deine Eltern Kontakt mit dem Anbieter der Plattform aufnehmen
  • sofern die Möglichkeit besteht, sperre Personen die dich belästigen

Hilfe finden Betroffene zudem bei Beratungsstellen vor Ort. Entsprechende Adressen gibt es beim Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bielefelder Polizei, Tel.: 05 21 / 54 5-0.
  

Hintergrund:

Für die Forsa-Umfrage wurden im Jahr 2011 in Nordrhein-Westfalen 1.000 deutschsprachige Schüler zwischen 14-20 Jahren telefonisch interviewt. 

Quelle: www.tk.de
Stand: 30/10/12


Windenergie und Vogelschutz

Der Windenergie kommt bei der Energiewende und der steigenden Bedeutung des Klimaschutzes eine entscheidende Bedeutung zu. Auch im Rein-Sieg-Kreis sind seit einiger Zeit verstärkte Bemühungen um Windenergieanlagen zu beobachten. Das gilt zum einen für die Kreiskommunen, die in ihrer Bauleitplanung die planerischen Grundlagen für Vorranggebiete schaffen oder diese überarbeiten wollen. Zum anderen gilt dies für Investoren, die aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten der Windausnutzung vermehrt auf Standorte zurückgreifen wollen, die bisher als nicht wirtschaftlich galten. Gleichzeitig wurden auf Bundes- und Landesebene die rechtlichen Bestimmungen an diese Entwicklung angepasst und die Errichtung von Windenergieanlagen erleichtert.

„Bei der Standortwahl gilt es, besonders die Belange des Artenschutzes frühzeitig mit in alle Überlegungen einzubeziehen“ erläutert Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz. „Hier befinden wir uns in einem typischen Spannungsfeld.“ Vor diesem Hintergrund hat der Rhein-Sieg-Kreis für seine kreisangehörigen Städte und Gemeinden eine Planungshilfe in Form einer Kreiskarte im Maßstab 1:60.000 erarbeitet, deren Ergebnisse gestern (06.11.2012) von Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz gemeinsam mit den Abteilungsleitern Rainer Kötterheinrich und Christoph Rüter im Siegburger Kreishaus vorgestellt wurden.

Aus der Planungshilfe ist ersichtlich, welche Flächen aus Sicht des Vogelschutzes für die Errichtung von Windenergieanlagen eher mehr oder eher weniger geeignet sind. Sie gibt auch Hinweise, für welche Arten vertiefende Untersuchungen erforderlich wären oder wo diese entbehrlich sind. Der Rhein-Sieg-Kreis besitzt – bedingt durch seine landschaftliche Vielfalt, seine geografische Lage und zahlreiche weitere positive Randbedingungen - für verschiedene Vogelarten eine besondere Verantwortung. Diese Arten haben einerseits hier einen Verbreitungsschwerpunkt und sind andererseits als „windkraftsensibel“ einzustufen, d.h. sie können durch Windenergieanlagen direkt bedroht werden. Als Beispiel ist hier der Rotmilan zu nennen: ca. 50 Brutpaare haben im Rhein-Sieg-Kreis ihre Heimat gefunden. „Wenn man bedenkt, dass sich die Hälfte des weltweiten Bestandes alleine in Deutschland aufhält, dann wird sehr schnell deutlich, dass hier ein besonderer Schutz gewährleistet werden muss“, so Christoph Rüter.

Die Planungshilfe des Rhein-Sieg-Kreises besitzt für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden rein empfehlenden Charakter und gibt einen grundsätzlichen Überblick darüber, wo sich vertiefende Untersuchungen zum Beispiel für Windenergie-Vorrangzonen in der Bauleitplanung lohnen. „Sie ist aber keine Vorwegnahme einer Zulassungsentscheidung“, sagt Rainer Kötterheinrich.

Insgesamt belegt die Planungshilfe, dass bei sorgfältiger Planung und Standortsuche auch der Rhein-Sieg-Kreis einen Beitrag zur Energiewende leisten kann, ohne die Belange des Vogelschutzes zu vernachlässigen.




Zurück in den Beruf, aber wie?

Wie können Frauen, die für die Familie ihre Erwerbstätigkeit reduziert oder sogar aufgegeben haben, den Weg zurück in den Beruf finden? Vielfältige Antworten auf diese Frage zeigt der Infotag Wiedereinstieg auf, der am 15. November 2012 von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Siegburger Kreishaus (Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg) stattfindet. Hierzu laden der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg sowie das jobcenter rhein-sieg ein.

Wäre Selbstständigkeit eine Idee für mich? Welche arbeitsrechtlichen Gesichtspunkte gilt es beim Wiedereinstieg zu berücksichtigen? Und hält die Bewerbungsmappe einem professionellen Check stand? Verschiedene Workshops und Vorträge geben hierzu konkrete Antworten sowie Hilfestellungen und Informationen für die ersten Schritte zurück in den Beruf. Zahlreiche Weiterbildungsträger, Institutionen und Netzwerke bieten einen Überblick über Möglichkeiten der beruflichen (Neu-)Orientierung, der Fort- und Weiterbildung und des Wiedereinstiegs sowie der Existenzgründung.

„Die Erfahrung zeigt, dass die Rückkehr ins Berufsleben für Frauen häufig mit einer Vielzahl von Fragen verbunden ist, die sich nicht selten als Hürde für einen Wiedereinstieg erweisen. Nutzen Sie daher die Chance, sich bei unserer ganztätigen Veranstaltung umfassend zu informieren und die Weichen für einen beruflichen Neustart zu stellen“, so Irmgard Schillo, Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises.

Der Besuch des Infotages ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Kinder bis zum Grundschulalter wird eine Betreuung im Eltern-Kind-Arbeitszimmer der Kreisverwaltung angeboten.

Ausführliche Informationen zum Programm des Infotages gibt ein Faltblatt, das bei den Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Sieg-Kreises, der Städte und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis sowie bei der Agentur für Arbeit und in den Geschäftsstellen des jobcenters rhein-sieg erhältlich ist. Darüber hinaus kann das Infoblatt auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises unter www.rhein-sieg-kreis.de/gleichstellung (rechte Spalte) heruntergeladen werden.

Quelle: www.rhein-sieg-kreis.de


6. November 2012

Schutz von Fledermäusen und Vögeln ist gewährleistet

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Dienstag die Klage des BUND gegen den Lückenschluss auf der A33 abgewiesen. Damit ist der Weg frei, den seit Jahrzehnten stockenden Autobahnlückenschluss zwischen Halle und Borgholzhausen zügig voranzutreiben.

Verkehrsminister Michael Groschek sagte kurz nach dem Urteil: „Das ist ein guter Tag für die Menschen in Ostwestfalen-Lippe. Seit den 60er Jahren wird die insgesamt 100 Kilometer lange Autobahn schon geplant – nun ist endlich die Hürde für das letzte Teilstück genommen. Ich will gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am 17. Dezember den ersten Spatenstich vornehmen.“

Nach Ansicht des BUND habe der Feststellungsbeschluss gegen die Bestimmungen des Natur- und Artenschutzes verstoßen. Das Bundes­verwaltungsgericht ist dem nicht gefolgt und hält den Bau unter Berück­sichtigung der vorgesehen Ausgleichsmaßnahmen für rechtmäßig. 30 Millionen Euro des 140-Millionen-Projekts werden für den Arten­schutz ausgegeben, beispielsweise für Grünbrücken. Insofern bestätigt das Urteil die gute und vor allem sorgfältige Arbeit des Landesbetriebs Straßenbau, der Bezirksregierung Detmold und aller beteiligten Behörden.

„Wir erwarten jetzt vom Bund, dass er sich an die Zusage hält und die Gesamtmaßnahme finanziell so absichert, dass wir die letzte noch verbleibende Lücke im Zuge der A33 zwischen Bielefeld und Osnabrück schnellstmöglich schließen können. Schließlich geht es darum, den Verkehr endlich raus aus den Ortschaften und auf die Autobahn zu bekommen“, erklärte Groschek weiter. „Zudem ist die Ortsdurchfahrt Halle in den vergangenen Jahren ein Unfallschwerpunkt mit vielen Schwerverletzten und Toten gewesen. Der Autobahnausbau macht die Region nicht nur verkehrssicherer, sondern senkt zudem die Schad­stoffbelastung für die Anwohner.“

Das letzte Teilstück hat eine Gesamtlänge von 12,6 Kilometern.

Quelle: www.nrw.de


Kindergärten - Bundesstatistik ist überholt

Als „bereits überholtes Zahlenwerk“ hat NRW-Familienministerin Ute Schäfer die Bundesstatistik zum Ausbau von Betreuungsplätzen für unter Dreijährige bezeichnet, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurde. „Wir sind bereits erheblich weiter, als in den Zahlen der Bundesstatistik zum Ausdruck kommt. Diese beziehen sich nämlich auf den 1. März 2012 und damit auf das Kindergartenjahr 2011/2012. Wir kennen jedoch bereits die Zahlen, die uns die Landesjugendämter für das laufende Kindergartenjahr für unter Dreijährige gemeldet haben: rund 117.000 Betreuungsplätze, davon rund 84.500 Plätze in den Kindertageseinrichtungen und rund 32.600 Plätze in der Kindertages­pflege. Das ergibt eine Quote von rund 26 Prozent“, erklärte Schäfer.

Dass Nordrhein-Westfalen bei den U3-Plätzen des vergangenen Kindergartenjahres, das am 1. August 2011 begonnen hat, den letzten Platz im Bundesländervergleich belege, könne nicht verwundern. „Erst nach dem Regierungswechsel im Sommer 2010 wurden eigene zusätz­liche Landesmittel in den U3-Ausbau in Höhe von mittlerweile 440 Mil­lionen Euro im Rahmen eines Landesinvestitionsprogramms investiert. Innerhalb von zwölf Monaten den Rückstand zu den anderen Bundes­ländern aufzuholen, der eindeutig aus der mangelnden Investitions­bereitschaft der Vorgängerregierung resultiert, war für die Kommunen schlicht und ergreifend unmöglich. Mittlerweile haben wir allerdings mit einer Quote von 26 Prozent eine Trendwende erreicht“, sagte Schäfer.

Den Kommunen sprach die Ministerin ihre Anerkennung aus. „Sie haben mit Hilfe unserer Landesmittel und der noch zur Verfügung stehenden Bundesmittel in den vergangenen zwei Jahren bereits riesige Anstrengungen unternommen, um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder 2013 erfüllen zu können“, so Schäfer. Das mache auch die hohe Inanspruchnahme der Bundesmittel deutlich. „Mehr als 95 Prozent der Bundesmittel sind inzwischen von den nordrhein-westfälischen Jugendämtern beantragt worden“, sagte die Ministerin. Mit mehr als 16.000 neuen U3-Plätzen in diesem Kindergartenjahr sei in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu den vergangenen Jahren der mit Abstand stärkste Zuwachs an neuen Plätzen für unter Dreijährige Kinder gelungen.

„Nordrhein-Westfalen hat beim U3-Ausbau eine enorme Aufholjagd gestartet, die erste Erfolge zeigt, aber noch nicht zu Ende ist. Deshalb dürfen wir jetzt nicht nachlassen“, sagte Schäfer. Um eine Betreuungs­quote von rund 32 Prozent erreichen zu können, müssten insgesamt rund 144.000 U3-Plätze zur Verfügung stehen und somit noch rund 27.000 Plätze geschaffen werden.

„Dabei können die Kommunen und Träger sich sicher sein, dass wir sie unterstützen. Das haben wir bereits mit unserem rund 440 Millionen Euro starkem Landesinvestitionsprogramm bewiesen. Darüber hinaus werden wir bis 2018 Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 1,4 Milliar­den Euro an die Kommunen leisten. Dies zeigt: Seit dem Regierungs­wechsel 2010 steht das Land den Kommunen und Trägern bei der Schaffung von U3-Plätzen als verlässlicher Partner zu Seite“, erklärte die Ministerin.


Quelle: www.nrw.de