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18. März 2013

Alternative Kraftstoffe für die Luftfahrtindustrie aus deutschem Biogas

Die Entwicklung neuer Kraftstoffe, die das Klima schonen und gleichzeitig nachhaltig und sozialverträglich produziert werden, zählt zu den großen gesellschaftlichen aber auch industriellen Herausforderungen. Die Luftfahrtindustrie treibt die Entwicklung alternativer Kraftstoffe maßgeblich voran. Dass die Herstellung von nachhaltigem Biokerosin eine Chance für Norddeutschland sein könnte, zeigt ein Vorhaben, das jetzt auf Initiative des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums und des Flugzeugbauers Airbus gestartet wurde. Für das Projekt stellen sie jeweils 50.000 Euro zur Verfügung.

Ein Konsortium mit Partnern aus Niedersachsen und Hamburg will im Rahmen einer Machbarkeitsstudie klären, inwieweit die Nutzung von Biogas zur Herstellung von Biokerosin möglich ist: Neben dem schon am Markt verfügbaren Biokerosin auf Basis nachhaltiger Pflanzenöle, die meist aus dem Ausland importiert werden müssen, kann Kerosin auch aus Biogas bzw. dem daraus herstellbaren Biomethan erzeugt werden.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer erklärt: „Ich begrüße das Projekt, weil Niedersachsen als Deutschlands größter Produzent von Biogas dafür ein besonderes Potenzial bietet. Hier wird Biogas in nennenswertem Umfang auch aus Abfall und damit besonders nachhaltig erzeugt. Einen weiteren Vorteil bietet das bereits vorhandene, gut ausgebaute Erdgas-Netz, das mit nur geringen Zusatzkosten genutzt werden kann. Somit besteht die Chance, mit regionalen Produkten dazu beizutragen, dass sich die Industrie von fossilen Energieträgern ein Stück weit lösen kann."

Der europäische Flugzeugbauer Airbus unterstützt das Projekt im Rahmen seiner Strategie für die kommerzielle Nutzung nachhaltiger alternativer Kraftstoffe für die Luftfahrt. „Airbus ist führend bei der weltweiten Entwicklung nachhaltiger alternativer Kraftstoffe. Unser Ziel ist es, weltweit nachhaltige Lösungen für die lokale Versorgung aus lokalen Quellen zu entwickeln. Wir freuen uns daher sehr über die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Niedersachsen", sagte Frederic Eychenne, Programmleiter Neue Energien bei Airbus.

Airbus will mit seiner Strategie als Katalysator bei der Kommerzialisierung von Biokraftstoffen für die Luftfahrt wirken, die aus nachhaltigen Quellen gewonnen werden. Sechs solcher Wertschöpfungsketten wurden bereits aufgebaut: in Australien, Brasilien, dem Mittleren Osten, Rumänien, Spanien und China. Darüber hinaus hat Airbus auf mehreren Testflügen und in Zusammenarbeit mit den Normungsorganisationen für Kraftstoffe (ASTM und DefStan) dazu beigetragen, dass alternative Kraftstoffe mit einem Biokerosinanteil von bis zu 50 Prozent bereits für kommerzielle Passagierflüge zugelassen wurden.

Unter Führung der Süderelbe AG untersuchen das Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) sowie das Fachgebiet Nachhaltige Energie- und Umwelttechnik (NEUTec) der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit dieser Idee.

Zur Produktion von nachhaltigem Biokerosin aus Biogas sollen sogenannte Gas-to-Liquid-Verfahren (GTL) eingesetzt werden. Angepasst an die Standortbedingungen Norddeutschlands werden in dem Projekt die Grundlagen für die technische und ökonomische Realisierbarkeit einer vollständigen Wertschöpfungskette zur Biokerosin-Produktion in Norddeutschland erarbeitet.

Als Praxisbeispiel für die Umsetzung werden die Wirtschaftsregion Deltaland (Heidekreis) sowie der Unterelbe-Raum näher analysiert. „Für Niedersachsen bietet sich mit diesem Projekt die Chance, neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und zugleich die Entwicklung der vorhandenen Industriestandorte zu befördern", erklärt Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG, die sich für Clusterentwicklungsprojekte in Niedersachsen und Hamburg engagiert und das Projektmanagement für dieses Thema übernommen hat.

Eine große Bedeutung für das Projekt kommt der Analyse möglicher Quellen von Biomethan zu. „Die Machbarkeitsstudie nimmt daher mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Nutzungskonkurrenzen bewusst Ressourcen vorrangig aus landwirtschaftlichen Rückständen und Nebenprodukten sowie aus organischen Abfällen für die Biogasproduktion in den Fokus", erklärt Prof. Achim Loewen, Professor für Energietechnik und Umweltmanagement an der HAWK in Göttingen.

Damit wird im Rahmen des Projektes die Analyse und Bewertung der gesamten Bereitstellungskette von der Biogaserzeugung bis zur Biokerosinbereitstellung z. B. für den Flughafen in Hannover oder in Hamburg vorgenommen. Hierzu wird die gesamte Kette detailliert anhand technischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien untersucht. "Nur wenn Biokerosin technisch effizient, ökonomisch darstellbar und ökologisch verträglich bereitgestellt werden kann, wird sich diese innovative Option, bei der die in Niedersachsen bereits vorhandenen Strukturen maximal genutzt werden sollen, am Markt durchsetzen können. Ist dies der Fall, kann diese Möglichkeit merklich zu einem klimaverträglicheren Luftverkehr beitragen - und das bei gleichzeitiger Verbesserung der Versorgungssicherheit." stellt Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TUHH, fest.

Die Arbeiten zur Machbarkeitsstudie werden flankiert durch das fachliche Know-how eines projektbezogenen Beirats, in den Industrievertreter aus zentralen Wertschöpfungsstufen eingebunden sind. Das Projekt endet voraussichtlich im Dezember 2013.

1. März 2013

Kostenfalle Stromanbieterwechsel

Steigende Strom- und Gaspreise müssen Verbraucher nicht hinnehmen. Durch einen Wechsel des Energieversorgers lassen sich Preiserhöhungen oft ausgleichen. „Allerdings sollte man sich vorher gut informieren, damit man nicht versehentlich in eine unvorhergesehene Kostenfalle tappt“, erklärt Jörg Huber, Energieexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.
 
Der aktuelle Vergleich der Stiftung Warentest in der März-Ausgabe des Test-Heftes zeigt, dass keines der Stromvergleichs-Portale im Internet wirklich verbraucherfreundlich ist und dabei hilft, aus den durchschnittlich 95 möglichen Versorgern vor Ort, die richtige Auswahl zu treffen.

Viele Portale führen in unsichere Tarife oder locken mit unrealistischen Einsparpotenzialen, bestätigt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Beispielsweise berücksichtigen die Internet-Vergleichsportale beim Preisranking meist einmalige Bonus-Zahlungen und Rabatte für Neukunden. „Diese werden allerdings oft nur unter bestimmten Vorraussetzungen ge-zahlt, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind“ warnt Jörg Huber. So weisen nicht alle Vergleichsportale darauf hin, dass ein geplanter Wechsel zwar ein Tarif- aber kein Anbieterwechsel ist. Ein eingerechneter Neukundenbonus würde hier nicht gewährt.
 
„Als Vergleichsmodell für die Preise ist die teure Grundversorgung voreingestellt, das suggeriert ein hohes Einsparpotential“, kritisiert der Energieberater. Auch Vorkasse und Kautionszahlungen sollten in der Suchoption deaktiviert werden.

Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg hilft, bei den Anbietern die Spreu vom Weizen zu trennen und erklärt, wie der Wechsel funktioniert. Wer darüber hinaus eine Einschätzung seines Stromverbrauchs und Einsparpotenzials wünscht, kann dies im Rahmen eines Basis-Stromchecks prüfen lassen. Die Eigenbeteiligung für dieses Angebot beträgt dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium nur 10 Euro. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

Weitere Informationen und Beratung: Energie- und Klimahotline der Verbraucherzentrale Hamburg: 040/248 32 250 (Ortstarif). Es kann auch ein persönlicher Beratungstermin vereinbart werden (Beratungsstellen auch in Bergedorf, Fuhlsbüttel und Harburg).

Hinweis: Die Telefonhotline wird von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, die persönliche Beratung wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.


Stand: 01/03/13

10. Dezember 2012

Stromfresser auf Eis gelegt


Als Pilotmodell mit nachhaltiger Wirkung hat sich die Erstberatung bei Energieschulden bei der Verbraucherzentrale in Wuppertal seit 2010 bewährt: Erstmals in NRW gibt es hier in Kooperation mit den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) wirtschaftliche und rechtliche Beratung und Unterstützung, wenn Energierechnungen nicht mehr bezahlt werden können oder gar Stromsperren drohen.

In nahezu drei Viertel der Fälle konnte eine nachhaltige Lösung der Probleme erreicht werden. Mit einem neuen Austauschprogramm für Kühlschrank-Oldies wollen die WSW nun erneut landesweit Vorreiter sein: Stromfresser in einkommensarmen Haushalten werden dabei auf Eis gelegt. Das nordrhein-westfälische Verbraucherministerium wird das neue Angebot begleiten – und ausloten, wie das Kühlschrank-Austauschprogramm ein Modell auch für andere Kommunen oder Stadtwerke werden kann.

„Wir könnten gut 30 Prozent unserer Energie sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich einsparen, ohne unseren Lebensstandard zu gefährden. Jede gesparte Kilowattstunde trägt nicht nur zum Gelingen der Energiewende bei. Jede gesparte Kilowattstunde ist auch bares Geld für Verbraucherinnen und Verbraucher. Vielfach reicht rechtliche und wirtschaftliche Beratung jedoch nicht aus, um Problemlagen wegen hoher Energierechnungen abzuwenden. Minicontracting-Modelle für Kühlschränke sind daher ein wichtiger Baustein, um das Eis für die Energiewende in einkommensarmen Haushalten zu brechen", sagte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel. Das Ministerium evaluiert das Wuppertaler Pilotprojekt und will weitere Stadtwerke damit zum Nachahmen anregen: „So will Nordrhein-Westfalen seine seit Jahren unbestrittene Vorreiterrolle bei der Gestaltung der Energieberatung fortschreiben."

Mehr als ein Drittel der Ratsuchenden in der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale in Wuppertal kämpfte regelmäßig mit Energieschulden. Das Forderungsmanagement der WSW sah sich mit wachsenden Anforderungen konfrontiert, um Außenstände einzutreiben. Immer häufiger musste das Jobcenter Wuppertal Darlehen für rückständige Energiekosten gewähren. So die Ausgangslage 2010, als das Pilotprojekt „Erstberatung für Energieschuldner" bei der Verbraucherzentrale in Wuppertal an den Start ging. Zielsetzung: Schulden säumiger Energiezahler dauerhaft zu regulieren und zu vermeiden. Mit Zahlungsplänen unterschiedlicher Art wurden für rund drei Viertel der Ratsuchenden praktikable Lösungen zum Schuldenabbau und zur vorausschauenden Budgetplanung erreicht und bei Bedarf mit individuellen Energieeinsparmaßnahmen flankiert.

„Das erfolgreiche Wuppertaler Modell und der wachsende Problemdruck in vielen Haushalten angesichts der steigenden Energiepreise waren für das Verbraucherministerium NRW Anlass, im Oktober 2012 den Startschuss für das Projekt 'NRW bekämpft Energiearmut' zu geben. Verbraucherzentrale NRW und regionale Energieversorger bieten Rechts- und Budgetberatung nun – neben Wuppertal - auch in Aachen, Bielefeld, Köln und Krefeld an. Ab 1. Januar 2013 folgen Bochum, Dortmund und Mönchengladbach", erläutert Verbraucherminister Johannes Remmel. Das Verbraucherschutzministerium stellt für das bis 2015 befristete Projekt Finanzmittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die teilnehmenden Stadtwerke in den acht Modellkommunen beteiligen sich anteilig an den Kosten der jeweiligen Beratungsangebote.

"In einkommensarmen oder überschuldeten Haushalten, wo weder Rücklagen vorhanden sind noch nennenswerte Einkünfte über dem Pfändungsfreibetrag erreicht werden, wird das Inkasso von Außenständen bei Energiekosten zum Bumerang: Es fallen dann zusätzlich Kosten für Mahnverfahren, Unterbrechung der Energielieferung und die erneute Freigabe der Versorgung an – die die Betroffenen angesichts ihrer Überschuldung ebenfalls nicht zahlen können", beschreibt Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der WSW die Motivation des Unternehmens, Energieschulden von Haushalten durch gezielte zeitnahe Beratung und Betreuung durch die Verbraucherzentrale in Wuppertal dauerhaft zu regulieren und zu vermeiden.
Allerdings: Im Beratungsalltag hat sich gezeigt, dass in die Jahre gekommene energiefressende Haushaltsgeräte gerade der Stromrechnung von Haushalten mit geringen Einkommen kräftig einheizen. 

Die Anschaffung eines sparsamen Modells können diese aus eigener Kraft jedoch nicht stemmen. Mit einem Austauschprogramm für Kühlschrank-Oldies wollen die WSW hier nun erneut Vorreiter sein: Ab sofort können Transferleistungsbezieher, Rentner, Studenten und sonstige Haushalte mit Niedrigeinkommen im Rahmen eines Mini-Contractingmodells ihrem Stromfresser die rote Karte zeigen und ein Modell der Energieeffizienzklasse A++ Einzug halten lassen. WSW-Kunden kostet die Investition in die stromsparende Gerätegeneration monatlich zehn Euro – zu zahlen über einen Zeitraum von 27 Monaten. WSW liefern das energiesparende Gerät ins Haus und gewähren eine dreijährige Garantie. Sollte der Kühlschrank während dieser Zeit streiken, wird er kostenfrei ersetzt. Natürlich sind Abholung und umweltgerechte Entsorgung des Oldies inklusive. Der auszutauschende Geräte-Methusalem muss mindestens zehn Jahre alt sein. 100 Kühlschränke stehen im Austauschprogramm auf Abruf.

„Würde das Gerät etwa im Internethandel erworben, wären dafür rund 340 Euro fällig. Das Angebot der WSW ist somit eine lohnende Option – die obendrein ab dem Austauschzeitpunkt eiskalt Stromkosten einspart", zeigt sich NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller überzeugt, in der Kombination von Rechts- und Budgetberatung und Austauschprogramm eine Win-win-Situation für alle Beteiligten aufzulegen: „Die Verbraucherzentrale in Wuppertal informiert Ratsuchende, die für die Teilnahme am Kühlschrank-Austauschprogramm in Frage kommen, über das WSW-Angebot und dessen Modalitäten. Darüber hinaus prüft sie, ob Betroffene die monatliche Verpflichtung auch schultern können. WSW und potentieller Kundenkreis können so zielgerichtet zusammenkommen. Und die künftigen Einsparungen beim Energieverbrauch entlasten das Portemonnaie der Verbraucher sowie das Klima. Aber auch den Versorger, der in Folge niedrigerer Stromrechnungen keine Außenstände in Haushalten mehr eintreiben muss, die diese wegen ihrer knappen Finanzen ohnehin nicht bedienen können."

Stand: 05/12/12



25. November 2012

BUND will mehr Bürgerbeteiligung


Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender.
Foto: Julia Puder / BU
Bei ihrer Jahreshauptversammlung im hessischen Bad Hersfeld haben die rund 130 Delegierten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine frühzeitige und ergebnisoffene Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an allen Bau- und Planungsvorhaben gefordert. Dabei müssten Transparenz und die gleichberechtigte Prüfung von Alternativen gewährleistet sein.

Die Delegierten aus allen Bundesländern forderten, das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu erhalten und den schnellen naturverträglichen Ausbau regenerativer Energien fortzusetzen. Ausnahmeregelungen für energieintensive Industrien bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten seien zu streichen.

„Damit die Energiewende zum Erfolg wird, müssen die Bundesregierung und insbesondere Bundesumweltminister Peter Altmaier die Vorteile, die eine zukunftsorientierte Energiepolitik mit sich bringt, deutlicher herausstellen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Bad Hersfeld. „Der Abschied von der risikoreichen Atomenergie muss bis 2015 abgeschlossen sein und zu einem europäischen Atomausstieg werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende ist auch die Verabschiedung eines Energiespargesetzes, das den Energieverbrauch in Deutschland um jährlich zwei Prozent verringert“, sagte Weiger.

14. November 2012

Strom und Gas: Wechsel spart Hunderte Euro


Nicht ärgern, sondern wechseln: Steigende Strom- und Gaspreise müssen Verbraucher nicht einfach hinnehmen. Durch einen Wechsel des Energieversorgers lassen sich die Preiserhöhungen locker wieder ausgleichen. Abhängig von Verbrauch und Wohnort können Kunden mit einem verbraucherfreundlichen Tarif beim Strom bis zu 331 Euro und beim Gas bis zu 656 Euro pro Jahr sparen. Das ergeben Modellrechnungen der Stiftung Warentest für die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Das größte Sparpotenzial haben Kunden, die noch immer im Grundtarif ihres örtlichen Versorgers sind. Dies sind beim Strom mehr als 40 Prozent der Haushalte, beim Gas mehr als 20 Prozent. Wer mit Gas heizt und deshalb einen hohen Verbrauch hat, kann besonders kräftig sparen.

Die größten Preisunterschiede beim Gas stellten die Tester in Hannover, Frankfurt am Main, Leipzig, Mainz und Schwerin fest. Häufig liegen in den untersuchten 20 Städten die Anbieter LogoEnergie und Xool vorne.

Empfehlenswert ist ein Blick in die Vergleichsrechner im Internet. Dabei sollten Kunden jedoch die Voreinstellungen der Suchmasken anpassen. Am wichtigsten ist, das Häkchen bei „Bonus berücksichtigen“ wegzuklicken. Sonst zahlen bequeme Kunden im zweiten Vertragsjahr oft drauf. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Untersuchung nur verbraucherfreundliche Tarife aufgeführt. Diese bieten unter anderem monatliche Zahlung statt Vorkasse, keine Pakettarife, mindestens zwölf Monate Preisgarantie, kurze Kündigungsfristen und kurze Anschlusslaufzeiten.

Die ausführliche Untersuchung von Strom- und Gastarifen für bequeme Kunden ist in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/stromundgas veröffentlicht.


Quelle: www.test.de



7. November 2012

Geld ist nicht zum Verheizen da!

Zehn Energiespartipps: Die Heizungsperiode hat begonnen und es stellt sich wieder die Frage, wie heize ich richtig? Welche Temperatur ist optimal für die Gesundheit? Welche Temperatur ist für welche Räume geeignet? Und vor allem, wie kann ich Geld sparen und heize das Geld nicht zum „Fenster heraus“?

Der Leiter der Abteilung für Umwelt- und Klimaschatz des Rhein-Sieg-Kreises, Rainer Kötterheinrich, gibt zehn Energiespartipps zum richtigen Heizen: „Wichtig ist, dass eine gute Isolierung, Heizungswartung, richtiges Lüften, und eine angemessene  Raumtemperatur Hand in Hand gehen. Es gibt nicht „die“ Lösung, sondern die „Mischung macht´s.“

1. Die Raumtemperatur sollte im Wohnzimmer zwischen 18 und 20°C liegen.
Die Temperatur der Küche sollte bei 18°C liegen, da Herdplatten beim Kochen und der Backofen beim Backen, sowie die Abwärme des Kühlschranks nicht zu unterschätzende Wärmelieferanten sind. Jedes Grad weniger Raumtemperatur in den Wintermonaten spart sechs Prozent der Heizkosten. Medizinisch gesehen ist eine Temperatur von 18°C optimal für die Atemwege; eine Temperatur über 25°C kann sogar die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken.

2. Nicht sinnlos Heizen! Wenn niemand zu Hause ist, braucht das Thermostat nicht über 16°C gedreht werden. Bei einer längeren Abwesenheit reicht eine Temperatur von ca. 12°C. An kühleren Tagen sollte die Temperatur nicht zu weit nach unten geregelt werden, damit Wände, Decken und auch die Fußböden nicht auskühlen, was die Heizkosten beim Wiederaufwärmen unnötig steigen lässt.

3. Stoßlüften, bis höchstens zehn Minuten, ist am effektivsten. In der Zeit sollte die Heizung heruntergedreht werden, da sonst die Wärme direkt nach draußen entweicht. Richtiges Lüften verhindert auch die Schimmelpilzbildung. Grundsätzlich gilt, je kälter die Temperatur desto eher bildet sich Schimmelpilz.

4. Eine qualitative Isolierung ist wichtig. Mit Abdichtbändern aus dem Supermarkt können Sie undichte Bereiche an Fenstern abdichten. Diese machen Sie am besten durch eine brennende Kerze sichtbar. Fängt die Kerze an zu flackern, ist das Fenster undicht. Nachts empfiehlt es sich, die Rollläden, Fensterläden und Vorhänge zu schließen um eine zusätzliche Isolationswirkung zu erreichen. Auch schlecht isolierte Rohrleitungen im Keller führen zu einem Energieverlust. Die Dicke der Dämmung sollte gleich dem Rohrdurchmesser sein, in der Regel jedoch mindestens 20 mm.

5. Heizkörper nicht „verstecken“! Auch wenn Heizkörper nicht immer als dekorative Wohnungseinrichtung geeignet sind, sollte der Blick auf sie nicht durch nahe stehende Möbel oder andere Dinge verdeckt sein. Diese nehmen einen nicht unerheblichen Teil der Wärme auf und verursachen somit höhere Heizkosten.

6. Heizkörper regelmäßig entlüften! Wenn die Heizung blubbert und gluckst bedeutet dies, dass Luft im Heizungskreislauf ist. Dies ist völlig normal, jedoch sollten Sie die Luft ablassen, um nicht die Heizleistung zu schmälern und die Heizkosten nach oben zu treiben. Zum Entlüften der Heizung benötigen Sie kaum handwerkliches Geschick: Nachdem das Thermostatventil geschlossen wurde, einfach mit Hilfe eines Entlüftungsschlüssels das Entlüftungsventil an der Seite der Heizung öffnen und es sofort wieder zudrehen, wenn das erste Wasser heraustritt. Sicherheitshalber sollten Sie Lappen und Eimer bereitstellen, falls doch mehr Wasser als erwartet herausfließt.

7. Heizkörpernischen sollten gedämmt werden. Sie verursachen einen großen Teil des Wärmeverlustes, da die dortigen Wände dünner sind. Heizkörperdämmplatten oder flexible Dämmfolien können je nach Abstand des Heizkörpers zur Wand Abhilfe schaffen und Ihnen bares Geld sparen. Zu beachten ist, dass der Dämmstoff so dick wie möglich gewählt wird, um optimal zu isolieren.

8. Verdunstungsgefäße oder Luftbefeuchter aufstellen! Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, die Luft also zu trocken, so wird die Temperatur aufgrund des subjektiven Wärmeempfindens als weniger warm empfunden. Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent ist optimal.

9. Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage! Hausbesitzer sollten Ihre Heizungsanlage regelmäßig von einem Fachmann reinigen und warten lassen, um so überflüssigen Energieverlust zu vermeiden.

10. Während der Heizperiode sollten die Heizkörper in ungenutzten Räumen herunter geregelt werden. Die Nachtabsenkung oder -abstellung sollte richtig eingestellt sein und die Warmwassertemperatur nicht mehr als 60°Celsius betragen. Die Vorlauftemperatur im Heizkessel sollte mit dem Sollwert übereinstimmen und der Druck im Heizungssystem den richtigen Wert haben.

Infos und Ratgeber rund ums Heizen und Energiespartipps gibt´s auf dem Klimaschutzportal des Rhein-Sieg-Kreises: www.rhein-sieg-kreis.de; hier die Rubriken Bürgerservice, Umwelt & Verbraucher, CO2-Ratgeber online oder Klimaschutzportal anklicken.




6. November 2012

Vattenfall - Werbung abgemahnt


Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH wegen irreführender Werbung abgemahnt. Unter der Marke „Vattenfall“ erschienen im Oktober großformatige Tageszeitungsanzeigen und Plakate mit dem Slogan „Für die Energiewende braucht es Versorgungssicherheit“. Aus den Anzeigen ging der Auftraggeber Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH nicht eindeutig hervor. Da zudem zeitgleich Anzeigen der Vertriebsgesellschaft in gleicher Farbgebung, Textgestaltung und Bildsprache erschienen, sieht die Verbraucherzentrale die Gefahr der Verwechslung zwischen Vertrieb und Netzbetrieb gegeben.

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz und den Richtlinien der Bundesnetzagentur hat der Netzbetreiber aber in seiner Kommunikation die Verwechslung mit der zum gleichen Konzern gehörenden Vertriebsgesellschaft strikt zu verhindern. Diese Vorschriften sind Folge der mit der Liberalisierung des Energiemarktes eingeführten Entflechtung – englisch „Unbundling“. Die Verbraucherzent rale hat daher auch die Bundesnetzagentur von dem Vorgang und der Abmahnung in Kenntnis gesetzt.

Die Verbraucherzentrale ist überzeugt, dass die Verbraucher die angegriffene Werbung als auf den Vertrieb von Vattenfall-Produkten ausgerichtet wahrnehmen. Dadurch seien die Verbraucher über die Identität und die inhaltliche Zielrichtung des Werbenden getäuscht worden. Die irreführende Wirkung verstärke sich noch dadurch, dass die Werbung nicht nur optisch mit derjenigen des Vertriebs harmoniere. Auch in zeitlicher Hinsicht sei auffällig, dass die monierte Werbekampagne kurz vor der zu erwartenden Strompreiserhöhungswelle im November geschaltet wurde.

Die Preisanpassungsphasen seien für die Vattenfall-Vertriebsgesellschaft als Grundversorger in Hamburg hinsichtlich potentieller Kundenverluste naturgemäß besonders kritisch. Durch den gewählten Zeitpunkt dränge sich der Eindruck auf, dass Vattenfall Mittel aus dem Monopolgeschäft des Netzbetriebs für eine Werbekampagne zugunsten der Vertriebsgesellschaft des Vattenfall-Konzerns genutzt habe.

„Der Netzbetreiber Vattenfall gibt viel Geld für eine wettbewerbswidrige Werbekampagne aus und erhöht gleichzeitig am 15. Oktober die Netzentgelte. Das lassen wir nicht durchgehen“, sagt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg.

Für die Unterzeichnung der Unterlassungserklärung hat die Verbraucherzentrale der Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH eine Frist bis 15. Novemner gesetzt und droht mit Klage für den Fall des Verstreichens der Frist.


Quelle: www.vzhh.de
Stand: 06/11/12



5. November 2012

Einstweilige Verfügung gegen Rückzahlungspraxis

Zum Teil sind beträchtliche Summen von mehreren hundert bis zu tausend Euro im Spiel: Hat sich bei Kunden eines Energieversorgers in der Jahresrechnung ein Guthaben angesammelt, muss ihnen dies unverzüglich in einer Summe erstattet werden. Eine Aufsplittung in mehrere monatliche Abschläge, die dem Unternehmen ein einträgliches Darlehenspolster verschaffen, ist unzulässig.

Die Verwendung einer entsprechenden Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und analog dazu einen Hinweis auf der Firmenhomepage hat das Düsseldorfer Landgericht der ExtraEnergie GmbH auf Betreiben der Verbraucherzentrale NRW in einer einstweiligen Verfügung am 9. Oktober 2012 untersagt (AZ: 12 O 519/12). Demnach ist dem Energieversorger bei Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro vorerst untersagt, im Internet zu verkünden, dass Guthaben ihrer Kunden erst mit den nächsten Abschlagszahlungen verrechnet werden. Das Unternehmen darf auch eine entsprechende Klausel in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bis auf weiteres nicht mehr verwenden.

Für Haushaltskunden in der Grundversorgung ist gesetzlich geregelt, dass ihnen ein Guthaben aus einer Jahres- oder Schlussrechnung unverzüglich erstattet beziehungsweise die fällige Summe spätestens mit dem nächsten Abschlag verrechnet werden muss. Da die nächste Rate einen Monat nach der Jahresrechnung fällig wird, können Kunden binnen eines Monats auf Erstattung bestehen. Diese Regelung gilt nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW auch für Verträge mit Sonderkunden, sodass abweichende Klauseln des Anbieters unwirksam sind.

Bereits im Juli 2012 hatte die Verbraucherzentrale NRW gegenüber der ExtraEnergie GmbH in einer Abmahnung beanstandet, dass in ihren Jahresrechnungen für die künftige Abrechungsperiode zu hohe Abschläge festgesetzt wurden. Bei Verbrauchern, die pro Jahr weniger Strom verbrauchten als ursprünglich angenommen, hielt das Unternehmen einfach an den ursprünglichen, viel zu hohen Abschlägen fest. ExtraEnergie setzte allerdings die Abschlagszahlungen solange aus, bis das Guthaben aus der letzten Jahresrechnung verbraucht war. Da das Unternehmen sich lediglich dazu bereit erklärte, in seinen Rechnungen nicht mehr auf die fehlerhafte Erstattung von Guthaben hinzuweisen, reichte die Verbraucherzentrale NRW eine Unterlassungsklage gegen das Unternehmen beim Landgericht Düsseldorf ein (AZ: 12 O 474/12).

Inzwischen hat ExtraEnergie auch seine Geschäftsbedingungen seinem faktischen Verhalten angepasst: Während bisher Guthaben von Kunden mit dem nächsten Abschlag verrechnet werden mussten, heißt es nun nur noch lapidar, dass die Verrechnung mit den nächsten Abschlägen erfolgt. Diesem uneinsichtigen Geschäftsgebaren wollen die Verbraucherschützer nun mit Hilfe der einstweiligen Verfügung einen wirksamen Riegel vorschieben.

Kunden von ExtraEnergie, denen in der Jahresrechnung ein Guthaben winkt, sollten das Unternehmen auffordern, den Gesamtbetrag innerhalb eines Monats zu erstatten. Künftige Abschläge sollten zudem geprüft und gegebenenfalls eine Korrektur verlangt werden. Den korrekten Monatsbetrag können Betroffene selbst berechnen, indem sie den nächsten Jahresbetrag durch den Faktor elf teilen. Ist das Unternehmen nicht zur Erstattung des Guthabens oder zur Korrektur der Abschläge bereit, können Kunden ihren Versorgungsvertrag nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW wegen vertragswidrigen Verhaltens ohne Einhaltung einer Frist kündigen.


Quelle: www.vz-nrw.de
Stand: 05/11/2012



3. November 2012

NRW hat großes Potenzial bei der Windenergie

Nordrhein-Westfalen hat großes Potenzial bei der Windenergie. Dies geht aus der ersten Potenzialstudie über den Einsatz der Erneuerbaren Energien in NRW hervor, die jetzt in Düsseldorf von Umweltminister Johannes Remmel vorgestellt wurde. „NRW ist nicht nur das Land von Kohle und Stahl. NRW ist auch das Land der Zukunftsenergien“, sagte Minister Remmel. „In dem wir für NRW systematisch Sonne, Wind, Bio­gas und Wasser als Energiequelle erschließen, schaffen wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Gelingen der Ener­giewende, sondern auch ökonomische Versorgungssicherheit für unser Land und wichtige Wachstumsimpulse für unsere heimische Wirtschaft. Die Landesregierung wird daher ihre ambitionierte Politik zum Ausbau der Zukunftsenergien fortsetzen“, betonte Remmel. „Unsere Potenzial­studie zur Windenergie zeigt, dass wir unsere Ausbauziele erreichen können.“

Die Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, schnellstmöglich auf die Erneuerbaren Energien umzusteigen und damit die Energiewende auch in NRW erfolgreich umzusetzen. Dabei kommt der Windenergie eine zentrale Rolle zu. Remmel: „Bis 2020 wollen wir 15 Prozent des Stroms in NRW mit Hilfe von Windenergie produzieren, bis 2025 rund 30 Prozent aus Erneuerbaren Energien insgesamt. Die Potenzialstudie zeigt, dass diese Ziele auch machbar sind.“ Um das Ausbau-Ziel für 2020 für Wind zu erreichen, ist eine Nettostromproduk­tion von 20,7 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a) notwendig. Das Ziel für 2025 setzt 28 TWh/a aus Windenergie voraus. Nach Berechnungen der Landesumweltamtes (LANUV), das die landesweite Potenzial-Studie erstellt hat, gibt es in NRW unter den möglichen Rahmenbedingungen ein machbares Wind-Potenzial für eine Nettostromproduktion von bis zu 71 TWh/a.

Zum Vergleich:

Mit 20,7 TWh/a können fünf Millionen Haushalte (durchschnittlicher Verbrauch 4.000 kW/h) und mit 28 TWh/a sieben Millionen Haushalte versorgt werden. Dieses Potenzial der  Windenergie liegt in der Grö­ßenordnung der Stromproduktion von zwei Atomkraftwerken (2020) be­ziehungsweise drei Atomkraftwerken in 2025.

Mit dem machbaren Potenzial von insgesamt 71 TWh/a steht partiell also mehr als das Doppelte dessen zur Verfügung, was von den priva­ten Haushalten in NRW aktuell verbraucht wird.

„Wir werden das machbare Potenzial zwar nicht vollständig heben kön­nen, aber es zeigt, welches enorme Wachstum im Energieland Nummer 1 bei der Windenergie noch möglich ist“, so Remmel. Derzeit produzie­ren in Nordrhein-Westfalen rund 2.900 Windenergieanlagen über 5 TWh/a. Das sind knapp vier Prozent Windanteil am Stromverbrauch in NRW. „Das ist eindeutig zu wenig und zeigt noch die Bremsspur der Vorgängerregierung aus CDU und FDP, die die Windenergie in NRW über eine Legislaturperiode bekämpft und blockiert hat“, kritisierte Remmel.

Die Studie zu den Potenzialen der Windenergie liefert zwei wesentliche Bausteine zum weiteren Ausbau der Windenergie in NRW. Zum einen wurden alle relevanten Grundlagendaten für die Planung und Auswei­sung von Windenergieflächen zusammengestellt.

Diese werden zusammen mit der Potenzialstudie in das neue Fachin­formationssystem „Energieatlas NRW“ eingestellt und sind damit zu­nächst den Behörden und dann der gesamten Öffentlichkeit zugänglich. Herzstück dieses Informationssystems sind flächendeckende Informati­onen zum Windfeld und damit zu den möglichen Erträgen für Windener­gieanlagen für Höhen von 100 m bis 150 Metern.

Damit liegen nunmehr Flächen- und Ertragspotenziale für ganz NRW, auf den Ebenen der Planungsregionen, der Kreise und der Gemeinden vor. Mit diesen Ergebnissen können die Planungsträger die Studie unter Berücksichtigung lokaler Aspekte und Daten nutzen, um konkret Flä­chen für Windenergie auszuweisen. „Die Städte, Gemeinden, Kreise und Regionalplanungsbehörden bekommen damit ein bundesweit ein­maliges Instrumentarium an die Hand, das ihnen hilft, zu einer zukünfti­gen Energieversorgung beizutragen“, so Remmel weiter. Zudem wurden im Juli 2011 mit dem neuen Windenergie-Erlass die notwendigen recht­lichen Rahmenbedingungen geschaffen.

„Mit dem Energieatlas NRW werden wir alle Kartengrundlagen und In­formationen, die für die Planung von Windenergieanlagen hilfreich sind, via Internet zur Verfügung stellen. Dazu zählt der aktuelle Anlagenbe­stand und die Windverhältnisse in 100, 125, 135 und 150 Metern Höhe – alles auf der Basis hoch aufgelöster Karten“, sagte Dr. Heinrich Bot­termann, Präsident des Landesumweltamtes (LANUV). „Mit diesem Material ist jede Stadt und jede Gemeinde in der Lage, die für sich ge­eigneten Flächen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien zu finden. Alle gesellschaftlichen Gruppen werden das Fachinformationssystem nutzen können – auch das ist einmalig in Deutschland.“

Auf Ebene der Planungsregionen hat sich durch die Studie gezeigt, dass mit nahezu einem Drittel des gesamten Potenzials außerhalb des Waldes die meisten Potenzialflächen im Regierungsbezirk Köln liegen. Zieht man die Potenzialflächen im Wald allerdings hinzu, liegen die größten Potenziale für die Windenergie in der Planungsregion Arnsberg. Hier könnte sich das Potenzial durch die Inanspruchnahme des Waldes verdreifachen.

Minister Remmel sieht in dem Ausbau der Zukunftsenergien auch einen starken Wachstumsmotor für die heimische Wirtschaft. „Weltweit steigen die Investitionen in Erneuerbare Energien und erreichen inzwischen dreistellige Milliarden-Beträge. Wir müssen uns aber entscheiden: Wol­len wir dabei sein oder wollen wir das Wachstum irgendwo anders statt­finden lassen?“ Die Landesregierung habe bewusst eine Entscheidung für die Zukunftsenergien getroffen: „Unter der jetzigen Landesregierung gibt es grünes Licht für grünen Strom. Wir wollen eine pulsierende und lebendige Zukunftswirtschaft aufbauen, in dem wir den Ausbau der re­generativen Energien beschleunigen. Denn nur hierdurch kann NRW zu einem Gewinner der Energiewende werden.“

Durch die ambitionierten Ausbau-Ziele könne sich NRW als Standort des Maschinen- und Anlagenbaus behaupten sowie mit dem Betrieb und Service Zukunftsarbeitsplätze sichern und neu schaffen, fügte der Minister hinzu. In Nordrhein-Westfalen arbeiten nach Schätzung des Bundesverbands WindEnergie über 10.000 Menschen im Windenergie-Anlagenbau. Hier ist vor allem die Zulieferindustrie vertreten: 60 Prozent der deutschen Windenergiezulieferer haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen. Zudem ist die Windenergie ein Exportschlager. Die NRW-Windenergiebranche hat eine Exportquote von rund 60 Prozent. Das größte Bundesland weist weltweit die höchste Standortdichte von Ge­triebe-Herstellern für Windenergieanlagen auf. Remmel: „Das ist Ener­giewende – made in NRW.

 Quelle: www.nrw.de


1. November 2012

Last-Minute-Tipps zur Heizsaison

Wenn sich die Heizung durch Blubbern oder Plätschern bemerkbar macht, ist dies ein deutliches Anzeichen für Luft im Heizkörper. Dadurch ver-schlechtert sich die Wärmeleistung. Mit einem einfachen Vierkantschlüssel lässt sich die Entlüftungsschraube öffnen und die Luft entweicht. Aber Vorsicht: Austretendes Heizungswasser ist häufig stark verschmutzt. „Handwerklich geschickte Personen können die Entlüftungsschraube durch einen automatischen Entlüfter ersetzen“, empfiehlt Norbert Fleige, Berater an der Energie- und Klimahotline der Verbraucherzentrale Hamburg.

Auch Verhaltensänderungen und ein bewusster Umgang bewirken viel. Je nach Raumnutzung sind unterschiedliche Temperaturen erforderlich. Allerdings sollten dann auch die Türen zwischen den Räumen möglichst geschlossen sein.

„Thermostatventile, die älter als 15 Jahre sind, sollten erneuert werden“, so der Energieexperte. „Ihre Regelgenauigkeit ist nicht mehr gegeben und sie arbeiten nach dieser Zeit meist nicht mehr zuverlässig“. Moderne Thermostatventile haben eine Regelgenauigkeit von 1 Grad. Besonders in ungedämmten Wohnungen sind programmierbare Thermostatventile vorteilhaft, da  genaue Heizzeiten und Temperaturen einstellbar sind.
Damit die Thermostate korrekt arbeiten können, dürfen sie nicht durch Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt sein.

Der zweite Blick sollte in den Heizungskeller gehen: Sind alle Heizungsrohre und Armaturen gedämmt? „Ein Meter ungedämmte Rohrleitung erhöht die jährlichen Heizkosten um acht bis zehn Euro“, warnt Norbert Fleige. Mit etwas Geschick kann eine Rohrdämmung selbst angebracht werden.

Wird die Zirkulationspumpe über eine Zeitschaltuhr geregelt? Wenn nicht, gibt es für wenige Euro entsprechende Geräte im Baumarkt. Die Pumpe muss nicht rund um die Uhr laufen.

Viele Heizkessel haben noch eine nicht angepasste Werkseinstellung, die nicht auf das jeweilige Gebäude eingestellt und deshalb ineffizient ist. Wer sich nicht in die Gebrauchsanweisung vertiefen möchte, sollte einen Handwerker in Anspruch nehmen. Am effektivsten ist ein hydraulischer Abgleich, bei dem der Handwerker die einzelnen Komponenten des Heizsystems aufeinander abstimmt.

Eine regelmäßige Inspektion der Heizungsanlage gehört laut Energie-
einsparverordnung (EnEV) zu den Pflichten des Betreibers und muss von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Ein Wartungsvertrag kann das unkompliziert regeln. Muster-Wartungsverträge für Öl- und Gasheizungen gibt es bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Wer eine Brennwertheizung besitzt, kann zudem von den Experten der Verbraucherzentrale einen Check durchführen lassen, bei dem die richtige Einstellung und Effizienz des Gerätes geprüft wird. Dank der Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium fällt hierfür lediglich ein Kostenbeitrag von 30 Euro an.

Fragen zum richtigen Heizen und zum Brennwert-Check beantwortet die anbieterunabhängige Energie- und Klimahotline der Verbraucherzentrale unter der Telefonnummer 040/248 32 250. Die telefonische Beratung ist kostenlos. Es kann auch ein persönlicher Beratungstermin vereinbart werden (Beratungsstellen in St.Georg, Bergedorf, Fuhlsbüttel und Harburg).

Hinweis: Die Telefonhotline wird von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, die persönliche Beratung wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Quelle: www.vzhh.de


30. Oktober 2012

Wasser in Deutschland


Zahlen und Fakten

Deutschland lebt im Paradies - zumindest wenn es um das Wasserangebot geht. Rund 188 Milliarden Kubikmeter stehen den Bundesbürgern theoretisch pro Jahr zur Verfügung. Doch nur 17 Prozent davon werden tatsächlich benötigt und genutzt; der Rest ist Reserve.

Den mit Abstand größten Anteil davon, immerhin 84 Prozent, verbrauchen Industrie und Bergbau in Deutschland. Vor allem Kraftwerke benötigen riesige Mengen, die vor allem zur Kühlung bei der Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Dieses Wasser geht aber nicht verloren, da es fast ausschließlich aus Oberflächengewässern stammt und nach der Nutzung zu großen Teilen wieder eingeleitet wird.

Während die Landwirtschaft in vielen anderen Ländern zu den größten Wasserverbrauchern gehört, benötigen deutsche Betriebe nur knapp ein Prozent des Gesamtwasserverbrauchs. Das haben wir vor allem dem feuchten Klima zu verdanken. Die meisten anderen Staaten der Erde liegen dagegen in eher trockenen Gebieten, in denen häufig ohne Bewässerung kein Anbau möglich ist. Deshalb liegt z. B. europaweit der Anteil der Landwirtschaft am nationalen Wasserverbrauch bei durchschnittlich 35 Prozent, weltweit sogar bei 70 Prozent.

Auch der Bedarf der privaten Haushalte ist in Deutschland vergleichsweise gering. Nur 3 Prozent des genutzten Wassers geht an Verbraucher, zu denen man auch kommunale Einrichtungen und kleine Gewerbebetriebe zählt. Zudem sinkt der private Verbrauch kontinuierlich. Heute verbraucht jeder Bundesbürger ca. 122 Liter Wasser pro Tag, 17 Prozent weniger als 1990. Zum Vergleich: In den USA liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei über 250 Litern am Tag. 

In Deutschland wurde diese Entwicklung möglich durch wassersparende Armaturen und Haushaltsgeräte, aber auch durch einen umweltbewussteren Umgang mit Wasser. Zum Baden und Duschen werden im Schnitt 44 Liter pro Tag benötigt, die Toilettenspülung schlägt mit 33 Litern pro Tag zu Buche. Nur fünf Liter nutzen wir täglich fürs Essen und Trinken. Obwohl die deutschen Wasserpreise im globalen Vergleich zu den höchsten zählen, ist Trinkwasser bei uns mit weniger als zwei Euro pro Kubikmeter nach wie vor ein besonders günstiges Lebensmittel.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft „Wasser - Trinkwasser, Natürliches Mineralwasser, Quell- und Tafelwasser“, Bestell-Nr. 61-1598, 4,00 EUR, http://www.aid-medienshop.de

Quelle: www.aid.de


21. Oktober 2012

Was kostet uns der Strom?


Die Deutschen entwickeln zunehmend ein Kostenbewusstsein für Strom. Inzwischen wissen 40 Prozent, wie viel ihr Haushalt für Strom ausgibt. Bei einer Umfrage im Januar 2010 wusste nur jeder Siebte (14 Prozent), wie hoch die Stromrechnung seines Haushaltes ausfällt. Das ergeben Umfragen im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Die Strompreiserhöhungen der jüngsten Zeit und die heftigen Diskussionen um die Energiewende haben offenbar das Kostenbewusstsein der Verbraucher erhöht“, kommentiert BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Umfrageergebnisse. 

Am besten sind Senioren ab 65 Jahre informiert: Bei ihnen liegt der Anteil bei 47 Prozent. Bei den Jüngeren unter 30 Jahren sind es nur 27 Prozent. Auch wenn nur eine Minderheit der Einwohner ihre Stromkosten kennt: Laut aktueller Umfrage versuchen fast alle, ihren Strombedarf zu verringern. So geben 95 Prozent an, sie schalten nicht mehr Elektro-Geräte ein als nötig.

Heute haben die Betreiber der Übertragungsnetze offiziell bekannt gegeben, dass die Ökostrom-Umlage für das kommende Jahr auf fast 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Gleichzeitig sinkt jedoch der Strompreis an der Strombörse. „Die Energiewende kann nur mit intelligenten Netzen gelingen: Moderne Mess- und Regeltechnik ermöglicht die effiziente Energienutzung, sorgt für Preistransparenz, verringert den Ausbaubedarf an Stromleitungen und senkt damit die Kosten“, so Rohleder.

Deutschland habe die Chance, dank der Energiewende zum Technologie- und Marktführer bei erneuerbaren Energien und Smart-Grid-Technologien zu werden. Zusätzlich zu intelligenter Erzeugung und Verteilung spielt eine innovative Verbrauchssteuerung eine wichtige Rolle: Wenn der Stromverbrauch an die schwankende Erzeugung angepasst wird, kann der Strom aus erneuerbaren Quellen effizienter genutzt werden. Bei der Verringerung des Strombedarfs können intelligente Stromzähler helfen, die den Verbrauch messen und ineffiziente Geräte identifizieren. Sie ermöglichen zudem einen guten Überblick über die eigenen Stromkosten. Rohleder: „Derzeit wird leider fast ausschließlich über die Risiken der Energiewende gesprochen, die Vorteile und Chancen werden vernachlässigt.“

Zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer Erhebung des Instituts Aris im Auftrag des BITKOM. Dabei wurden 500 Menschen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ.



29. September 2012

Windräder lassen sich nicht verstecken: Neue Energien - neue Ideen für die Landschaft


"Das Thema Windenergie wird heute dominiert von der Wirkung auf die Landschaft, es ist extrem polarisierend, es wird sogar von ‚Horizontverschmutzung‘ geredet", so Professor Sören Schöbel-Rutschmann von der TU München, Fachgebiet Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume, in seinem Impulsreferat während des Diskussionsforums " Neue Energien -

Neue Ideen für die Landschaft". Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft hatte dazu in Kooperation mit dem aid infodienst am 18. September in Berlin eingeladen. Jede Form der Energieerzeugung habe immer auch radikal die Landschaft verändert, auch Windräder und Solaranlagen würden dies tun, hob der Experte hervor. Jedoch griffen diese nicht tief in den Naturhaushalt ein, sondern fügten ein neues Element hinzu.

Windräder bei FischbeckMit über 200 Metern Höhe lassen sich moderne Windkraftanlagen nicht verstecken, sie sind höher als jede Dorfkirche und sogar wesentlich höher als beispielsweise das Ulmer Münster. Daher seien die großen Morphologien der Kulturlandschaft die einzige Chance für die gestalterische Einbindung dieser Anlagen. Schöbel-Rutschmann appellierte an die Raumplaner, die Landschaft nicht in schöne und hässliche Gebiete zu unterteilen.

Es müssten die vorhandene Struktur der Landschaft und die Eigenschaften des neuen Elementes, z. B. der Windkraftanlage, berücksichtigt und Verbindungen zwischen beiden hergestellt werden. Außerdem müssten die Bewohner in den Planungsprozess mit einbezogen werden. Ein alternativloses "Hinnehmen" könnte keine Planungsmaxime sein, alternativlos sei allein die Energiewende, so der Experte. Text: Dr. Volker Bräutigam, www.aid.de


Weitere Informationen zum Thema in:

aid-Broschüre "Landwirtschaftliche Gebäude zukunftsorientiert planen, landschaftsgerecht und nachhaltig bauen", 152 Seiten, Bestell-Nr. 61-3974, 14,50 Euro,

aid-Broschüre "Globalisierte Landwirtschaft und regionale Baukultur Wie passt das zusammen...?", 60 Seiten, Bestell-Nr. 61-3397, 12 Euro

Quelle: www.aid.de
Stand: 26/09/12