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27. April 2013

Wird die Hauswirtschaft jetzt männlich?

David Rummeney aus Saarbrücken hat es geschafft: Er ist der Sieger des Bundesleistungswettbewerbs für Auszubildende in der Hauswirtschaft, der Anfang März 2013 unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in Göppingen ausgetragen wurde. Das Thema lautete: "Familien, Einzelpersonen und soziale Gemeinschaften durch Hauswirtschaft stärken".

Zum Wettbewerb waren 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angetreten, die sich bereits auf Länderebene durch Spitzenleistungen für den Bundesentscheid qualifiziert hatten. In verschiedenen Disziplinen konnten sie zeigen, wie hauswirtschaftliche Fachkräfte mit Fach-, Team- und Kommunikationskompetenz qualitativ hochwertige Dienstleistung erbringen. Bei der Teamaufgabe mussten sich je vier Teilnehmer/-innen in kürzester Zeit inhaltlich abstimmen und aus einem vorgegebenen Warenkorb für eine Kindertagesstätte das Abendessen im Rahmen einer Lesenacht zubereiten. In der Disziplin "Betreuung" ging es um die Entwicklung eines Gesprächsleitfadens. Die Wettbewerber sollten sich in die Rolle einer Hauswirtschafterin bzw. eines Hauswirtschafters in einem Jugendgästehaus versetzen, in dem die Betreuungs- und Versorgungsaufgaben mit der Leitung zu besprechen waren. Fragen zu Allgemeinbildung, Wirtschafts- und Sozialkunde, Versorgungs-und Betreuungsleistungen bildeten den Theorieteil.

Veranstalter des Bundesleistungswettbewerbs für Auszubildende in der Hauswirtschaft ist der Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH e. V. . Die Durchführung lag in der Verantwortung des Landesverbandes Baden-Württemberg. Der Bundesleistungswettbewerb wird jedes Jahr zeitgleich zum Welttag der Hauswirtschaft (21. März) veranstaltet. 2014 findet er in Leipzig statt.

MdH

Weitere Informationen:

www.verband-mdh.de

www.aid.de/lernen/ausbildung_agrarbereich_hauswirtschafter.php


20. Oktober 2012

Auf den Autobahnen droht der Kollaps


Volle Autobahnen, kilometerlange Staus und vergeudete Zeit – schon heute bekommen die Autofahrer in Deutschland tagtäglich die Folgen der verfehlten Verkehrsinfrastrukturpolitik zu spüren. Aussicht auf Besserung besteht nicht – im Gegenteil. Wie eine jetzt in Berlin veröffentlichte Studie des ADAC zeigt, werden bis zum Jahr 2025 die überlasteten Autobahnabschnitte angesichts immer größerer Verkehrsmengen auf insgesamt 2000 Kilometer anwachsen. Im Jahr 2010, so die Analyse, betrug die betroffene Netzlänge noch rund 1600 Kilometer.

Mit der Studie, die Intraplan Consult im Auftrag des ADAC durchgeführt hat, wollte der Automobilclub herausfinden, wie sich die Verkehrsqualität im deutschen Autobahnnetz zwischen 2010 und 2025 verändern wird. Dabei wurde für die Prognose nicht nur die Fertigstellung zahlreicher Neu- und Ausbauprojekte bis zum Jahr 2025 unterstellt, sondern auch eine 10-prozentige Kapazitätserhöhung für alle Autobahnabschnitte angenommen.

Dramatisch wird sich die Verkehrssituation in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zuspitzen. In Niedersachsen wird sich die Zahl der überlasteten Autobahnabschnitte sogar mehr als verdoppeln. Nordrhein-Westfalen, schon heute das Bundesland mit den häufigsten und längsten Staus, wird auch künftig mit Abstand am stärksten betroffen sein. Von den 1600 Kilometer Autobahn, deren Verkehrsqualität im Analysejahr 2010 mit mangelhaft oder ungenügend bewertet wurde, entfallen rund 950 Kilometer auf die einstelligen Autobahnen A 1 bis A 9. Diese Strecken sind deswegen so bedeutsam, weil auf ihnen ein Großteil des Fernverkehrs abgewickelt wird. Rund zwei Drittel der Kapazitätsengpässe, die für das Jahr 2025 prognostiziert werden, befinden sich auf den Autobahnen A 1 bis A 12. Abhilfe kann hier in erster Linie der sechs- bzw. achtstreifige Ausbau der überlasteten Abschnitte schaffen.

Vor diesem Hintergrund fordert der ADAC erneut, dringend die Investitionen in die Fernstraßeninfrastruktur zu erhöhen. „Der Bund muss deutlich mehr Finanzmittel zur Verfügung stellen und seiner Verantwortung für die Bundesfernstraßen gerecht werden“, sagt ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Dabei muss ganz gezielt in Projekte mit dem größten verkehrlichen und gesamtwirtschaftlichen Nutzen investiert werden“, so Becker. Insgesamt sind mindestens sieben Milliarden Euro pro Jahr notwendig, um den Bau und den Erhalt der Fernstraßen zu gewährleisten. Im Haushalt 2013 sind allerdings nicht einmal fünf Milliarden Euro für die Autobahnen eingeplant.