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4. November 2012

An den Haaren herbeigezogen

Das Haar des Menschen kann auf unendlich viele Weisen gestaltet werden. Im Fernsehen, im Internet und in Zeitschriften begegnet man täglich den neuesten Trends und Styling-Tipps. Haare können lang oder kurz geschnitten werden, verlängert, geknotet, geflochten, gefärbt oder mit Gel, Pomade und Haarspray in die gewünschte Form gebracht werden. Mode und Zeitgeschmack sind jedoch kein Phänomen unserer Tage.

Auch in der Antike kam dem Haar eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Gepflegtes Haar stand für Vitalität und Kraft. Den Göttern das eigene Haar zu weihen, galt daher als großes Opfer. Auch konnte mit einer Frisur das Alter, die Herkunft, der Beruf oder der gesellschaftliche Status eines Menschen ausgedrückt werden. Adlige trugen im 6. Jahrhundert vor Christus lange Perlsträhnen, Dienerinnen alltagstaugliche Hochsteckfrisuren und Hauben. Gallier versahen ihre Haare mit Kalk, während der römische Kaiser Lucius Verus Goldstaub den Vorzug gab. Die noblen Damen der Kaiserzeit färbten und verlängerten ihre Haare ebenso wie die modebewusste Frau von heute.

Die kommenden Sonntagsvorträge im Archäologischen Museum der Universität Münster geben einen Überblick über die Frisuren der Antike und deren jeweilige Bedeutung. Anhand von Abbildungen, Gipsabgüssen und Originalen der münsterschen Sammlung wird die Vielfältigkeit der Haargestaltung veranschaulicht. Dabei gehen die Referenten Lydia Hofmann und Constantin Kappe auch der Frage nach, ob die Frisuren nur in der Kunst dargestellt oder auch in der Realität getragen wurden.

Die Vorträge beginnen an jedem Sonntag im November um 14.15 Uhr im Hörsaal F6 im Fürstenberghaus. Der Zugang ist nur über das Archäologische Museum, Domplatz 20-22, möglich.


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Links:
 * http://www.uni-muenster.de/ArchaeologischesMuseum/
   Archäologisches Museum


26. Oktober 2012

Byzantinische Münzen im Visier der Wissenschaft

Das Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Münster hat bei der Heinrich-Hertz-Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgreich ein Ein-Jahres-Stipendium in Höhe von 18.000 Euro eingeworben. Bestimmt ist es für Dr. Alena Tenchova aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia, welche sich im Rahmen eines münzkundlichen (numismatischen) Projektes mit den byzantinischen Münzbeständen in münsterschen Museen beschäftigen wird, darunter das Archäologische Museum der Uni sowie das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Ziel ist zunächst die Erfassung und wissenschaftliche Beschreibung der etwa 1200 byzantinischen Münzen vom 4. bis zum 15. Jahrhundert. Zudem will Alena Tenchova, die in Sofia promovierte und dabei Münzaufbau, Münz-Zirkulation und die Geldgeschichte im südlichen Bulgarien während der frühbyzantinischen Zeit untersuchte, eine Datenbank vorbereiten. Darüber hinaus geht es um die unterschiedliche Bewertung und Verwendung von oströmischem Geld in den frühmittelalterlichen Jahrhunderten: War das Geld zunächst noch Zahlungsmittel, wurde es später zu einem Wertgegenstand, den man auch als Grabbeigabe findet.

Die nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz (1857 - 1894) benannte Stiftung mit Sitz in Düsseldorf fördert die Wissenschaft durch den internationalen Austausch von Wissenschaftlern und gewährt darüber hinaus besonders qualifizierten Studierenden Stipendien.

Links:
    Institut für Byzantinistik und Neogräzistik