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16. November 2012

Überwachungssystem an der Wurzel: Wie die Pflanze "gute" und "schlechte" Bakterien erkennt


Pflanzen können mit Hilfe von biomolekularen Mechanismen nützliche von schädlichen Mikroorganismen unterscheiden. Das haben dänische Forscher in einer internationalen Kooperation entdeckt. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse könnten in die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft einfließen, indem statt Pflanzenschutzmitteln nützliche Mikroorganismen auf dem Feld eingesetzt werden.

Die Wurzeln der Pflanzen sind von Bakterien und Pilzen umgeben, die im Boden und auf der Wurzeloberfläche leben. Um in diesem Umfeld überleben zu können, haben Pflanzen ein ausgeklügeltes System entwickelt, mit dem sie "gute" von "schlechten" Mikroorganismen unterscheiden können. Dabei spielen Chitinmoleküle eine wichtige Rolle. Mit einem Überwachungssystem kann die Pflanze verschiedene Formen dieser Substanzen unterscheiden. Den Forschern ist es gelungen, an den Wurzeloberflächen bestimmte Rezeptoreiweiße zu isolieren, die die entsprechenden Chitinmoleküle "erkennen".

Die Knöllchenbakterien gehören zu den "Guten". Sie geben ein spezifisch modifiziertes Chitinmolekül ab, das von der Pflanze über bestimmte Eiweiße an der Zelloberfläche erkannt wird und das die Wurzel veranlasst, Wurzelknöllchen zu bilden. Darin siedeln sich die Bakterien an, binden Luftstickstoff und wandeln ihn in lösliche Stickstoffverbindungen um, die für die Pflanze verwertbar sind. Schädliche Mikroorganismen geben dagegen einfache Chitinmoleküle ab, die ebenfalls von dem Überwachungssystem der Pflanze erkannt werden und die Pflanze veranlassen, Schutzmechanismen auszubilden.

Text/Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://mbg.au.dk/en/news-and-events/news-item/artikel/planter-genkender-sygdomsfremkaldende-og-nyttige-mikroorganismer/


9. November 2012

Majoran – Eine Pflanze mit Heilkraft


Allgemeines
Majoran soll ursprünglich aus Asien kommen. Er wird heute aber in ganz Europa angebaut. Man unterscheidet Gartenmajoran, Kretischen Majoran und Wilden Majoran oder Oregano. Die Herkunft des Namens wird vermutlich vom altfranzösischen Wort „mariol“ abgeleitet und spielt auf die Blütenknollen an, die wie kleine Marionetten aussehen. Die Pflanze wird in der Blüte geerntet, da sie dann den höchsten Gehalt an Aromastoffen hat. Der Duft bleibt in gut verschlossenen Gefäßen über mehrere Jahre erhalten.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Foto: Wirths PR
Über die tatsächlichen Heilwirkungen ist man sich allerdings noch nicht einig. Vieles beruht auf Überlieferungen, schon in der Antike rankte viel Mythos um das aromatische Kraut. Und obwohl Majoran sowohl ätherisches Öl, als auch andere sekundäre Pflanzenstoffe enthält, spielt er arzneilich heute kaum mehr eine Rolle. Das gilt auch für Salben aus Majoran. Die alten Griechen versuchten damit, den natürlichen Farbglanz des Haares und der Augenbrauen zu erhalten. Die Salbe sollte außerdem bei nervösen Leiden, Magenbeschwerden und Blähungen Abhilfe schaffen. Bei Säuglingen und Kleinkindern wurde sie als Schnupfensalbe, sowie bei Verrenkungen und Wunden eingesetzt. In der Antike wurde Majoran auch dem Wein beigegeben, um Liebeskräfte zu wecken.

Verwendungsformen und Darreichung
Als Teeaufguss verwendet man Majoran bei Nervenkrankheiten, Erkältungen, Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und Krämpfen, Heuschnupfen und auch bei Mundschleimhautentzündungen. Nebenwirkungen sind bei richtiger Dosierung keine bekannt. Überdosierung und zu langer Gebrauch können allerdings zu Kopfschmerzen und Benommenheit führen.

Sonstiges
Wesentlich mehr Freunde hat Majoran in der Küche. Dem Geschmack nach ähnelt er dem Thymian, ist aber süßer und aromatischer. Er macht Fleisch schmackhafter und passt hervorragend in Eintöpfe, Suppen, Salate und zu gekochtem Gemüse (Bohnen und Kohl werden bekömmlicher). Geben Sie ihn erst gegen Ende der Kochzeit dazu, so behält er sein gutes Aroma.


Andorn – die Heilpflanze mit Wirkung


Allgemeines
Älteste archäologische Nachweise in Mitteleuropa deuten darauf hin, dass uns der Gewöhnliche Andorn schon seit der Jungsteinzeit (4000 v. Chr.) begleitet. Diese schon früh kultivierte Pflanze wächst gerne an Wegrändern und Hofplätzen und ist gerade im Mittelmeergebiet weit verbreitet. Doch auch in Nordeuropa, Nord- und Südamerika, sowie Australien kann man ihn mittlerweile finden. Die dicht filzig behaarte Staude wird zwischen 30 und 60 cm hoch und besitzt eiförmige Blätter mit gekerbt-gesägtem Rand. Der Gewöhnliche Andorn hat kleine, weiße Blüten, die von Mai bis August zu sehen sind.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Gerade in der Volksmedizin wird Andorn gerne eingesetzt. Die in ihm enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe regen die Ausscheidung von Körperflüssigkeiten an. Damit wirkt er im Bereich der Atemwege ausgesprochen schleimlösend und fördert das Abhusten. Im Verdauungsbereich hilft er bei dyspeptischen Beschwerden (Blähungen und Völlegefühl). Dies wird durch erhöhte Bildung von Galle und Schleimabsonderung im Darm erreicht.

Foto: Schoenenberger / Wirths PR
Verwendungsformen und Darreichung
Der aus frischem Andornkraut gewonnene Presssaft ist in Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Mit diesem kann man sich die heilkräftige Wirkung gut und einfach zunutze machen. Aus getrockneten Blättern und den oberen Stängelteilen der Pflanze kann auch Tee gewonnen werden.

Sonstiges
Gewöhnlicher Andorn hat im Volksmund eine Vielzahl von Namen: Weißer Andorn, Weißer Dorant, Gotteshilfe, Gottvergessen, Helfkraut, Berghopfen, Mariennessel, Marobelkraut, Mutterkraut, Siegminzenkraut und Weißleuchtkraut.


Baldrian - die Wunderwurzel

Allgemeines

Baldrian gehört zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt. Schon Hippokrates, der Urvater der Medizin, schwor auf die Heilkräfte dieser „Wunderwurzel“, auch Plinius und Hildegard von Bingen hoben die vielfältigen medizinischen Einsatzmöglichkeiten des Baldrians hervor. Auch heute noch ist die Pflanze fester Bestandteil der Naturheilkunde. Baldrian findet man auf feuchten Wiesen und in Fluss- und Bachniederungen in ganz Europa. Heilkraft besitzen allein die Wurzelstöcke und die Wurzeln des unscheinbaren, fiederblättrigen Gewächses. Die Wurzeln werden üblicherweise im September ausgegraben und verarbeitet.

Baldrian ist ein ideales Beruhigungsmittel.
Foto: Wirths PR / Schoenenberger
Inhaltsstoffe und Wirkung
Baldrian ist der Beruhiger schlechthin. Sein besonderer Wert liegt in seiner beruhigenden Wirkung auf unser Nervensystem, ohne dabei zu betäuben oder die Leistungsfähigkeit herabzusetzen. Auf einen Nenner gebracht: Baldrian bringt Ausgeglichenheit am Tag und Entspannung in der Nacht. Man spricht dabei von einer besänftigenden und beruhigenden Wirkung, die selbst in Stresszuständen zu neuer Energie führen kann.

Verwendung und Darreichung
Als natürliche Einschlafhilfe bei nervös bedingten Einschlafstörungen ist Baldrian das Mittel der Wahl. Vor allem „Kopfarbeiter“ tun sich häufig schwer, abends abzuschalten. Folge: Sie wälzen sich im Bett hin und her, Einschlafen Fehlanzeige. Der Saft aus frischen Baldrianwurzeln (z. B. von Schoenenberger, in Apotheken und Reformhäusern) hilft beim abendlichen und nächtlichen Entspannen. 

Dabei wirkt er keinesfalls sedativ, wie viele chemische Schlafmittel, wodurch der natürliche Schlafrhythmus erhalten bleibt. Das ist wichtig für einen gesunden und regenerierenden Schlaf. Deshalb ist Baldrian auch ein unverzichtbarer Bestandteil von arzneilich wirksamen Schlaf- und Nerventees. Daneben gibt es Baldrian auch in Form von Dragees oder Einschlaftropfen.

Sonstiges
Baldrian ist nicht nur ein ideales Beruhigungsmittel bei Stress, Nervosität oder Prüfungsangst. Er wirkt sich auch wohltuend und entspannend auf die Nervenbahnen unser inneren Organe aus und hilft so bei Magenkrämpfen, Frauenleiden und Beschwerden in den Wechseljahren. 


20. Oktober 2012

Warum werden die Blätter bunt?

Von grün über gelb, ocker, rot bis braun - jetzt ist es in der Natur richtig bunt, denn der Herbst färbt die Blätter der Bäume. Wie kommt diese Farbenpracht zustande? Die grüne Farbe der Blätter wird nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durch das Zusammenspiel verschiedener Blattfarbstoffe verursacht. Im Sommer werden die gelben bis rötlichen Farbstoffe wie Carotine, Xanthophylle und Anthocyane durch das grüne Chlorophyll überlagert. Im Herbst wird das Chlorophyll in den Blättern abgebaut, die Bestandteile wandern in die Äste und den Stamm, wo sie gespeichert werden.

Die gelb-roten Farbstoffe bleiben zurück und geben den Blättern ihre Farbe. Doch damit nicht genug: In den absterbenden Blättern werden durch chemische Umwandlungsprozesse verstärkt Anthocyane gebildet, die den Zellsaft sogar tiefrot färben können. Zusammen mit den noch grünen Blättern und den vielen Übergängen zwischen gelb und rot bietet sich dem Auge im herbstlichen Wald ein wahres Feuerwerk an Farben.

Niedrige Nacht- und hohe Tagestemperaturen bei intensiver Einstrahlung führen zur Farbenpracht, die in Nordamerika und Kanada den Indian Summer mit der Gelbfärbung der Ahorne und Pappeln einläuten. Kürzere Tage und geringere Temperaturen führen in den Gehölzen zur Umwandlung von Stärke in Zucker. Dadurch wird die Frosthärte erhöht. Dieser Prozess wird durch kurze Trockenperioden verstärkt.

Vor allem die Tageslänge ist als äußerer Faktor für den Blattfall wichtig. Weitere bedeutsame Auslöser sind Feuchtigkeit und Kälte. Starke Trockenheit kann den Fall der Blätter um mehrere Wochen vorverlegen.


Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen www.lwk.nrw.de


19. Oktober 2012

Lindenallee ist Allee des Jahres 2012


Zum "Tag der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die "Allee des Jahres 2012" gekürt. Wie im vergangenen Jahr hat eine Allee aus Brandenburg das Rennen gemacht. Fotos der hundertjährigen Lindenallee zwischen Densow und Annenwalde bei Templin in der Uckermark überzeugten die Jury vor allem aufgrund der außergewöhnlichen Dichte des Blätterdachs. Den zweiten Platz belegte eine Allee aus Fürth, den dritten Platz ein weiterer „Grüner Tunnel“ auf Rügen.

Andreas Faensen-Thiebes, Mitglied im Bundesvorstand des BUND: „Die Lindenallee in Densow ist ein grüner Tunnel wie aus dem Bilderbuch. Seit die hundertjährige Allee 2006 gegen alle Widerstände asphaltiert wurde und ihr der Status der denkmalgeschützten Pflasterstraße abhanden kam, haben Alleenschützer sie besonders im Blick“. Der Titel des Gewinnerbildes "Alleen machen Autos zu Zwergen" symbolisiere die eindrucksvolle Schönheit alter Alleen genauso wie ihre Funktion als Schadstofffilter und landschaftsprägende Elemente.

Deutschlandweit gebe es zirka 20000 Kilometer Alleen. Leider seien viele von ihnen bedroht. Gefährdet seien sie vor allem durch den Straßenausbau und die industrielle Landwirtschaft, durch rigorose Schnittmaßnahmen und den Einsatz von Tausalzen im Winter. Für einen besseren Alleenschutz sei ein Tempolimit von 70 Kilometer pro Stunde in engen Alleenabschnitten notwendig, sagte Faensen-Thiebes. Dies brächte mehr Verkehrssicherheit als das jährliche Fällen tausender Alleenbäume. Außerdem müsse der Lkw-Verkehr in gefährdeten Alleen reduziert und im Winter Splitt oder Kies statt Tausalz verwendet werden.

Silke Bartolomäus, Leiterin des BUND-Alleenprojektes: „Bei unserem Einsatz für den Erhalt alter Alleen erfahren wir Unterstützung von Hunderten ehrenamtlichen `Alleen-Paten`. Sie haben ein Auge auf `ihre` Alleen und sorgen dafür, dass nicht noch mehr der eindrucksvollen grünen Tunnel über Nacht aus dem Landschaftsbild verschwinden.“



Quelle: www.bund.net