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3. Juli 2013

Online-Bewertungen liegen im Trend

Hat das Hotel am Urlaubsort der Katalog-Beschreibung entsprochen? Hat der Online-Shop schnell und zuverlässig geliefert? Jeder zweite Internetnutzer (51 Prozent) hat bereits online seine Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen geteilt. Das sind knapp 28 Millionen Deutsche. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Besonders auskunftsfreudig sind Internetnutzer beim Thema Urlaub. 

Jeder Vierte von ihnen (26 Prozent) hat bereits ein Hotel oder seine Reise im Web bewertet. Auch die Meinungen zu Restaurants werden im Netz geteilt. Jeder sechste Internetnutzer (16 Prozent) hat hierzu bereits eine Bewertung abgegeben. „Das Internet hat eine Transparenz für den Verbraucher geschaffen, die es vorher so nicht gab“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM. „Für Reiseveranstalter und Hotel-Betreiber sind die Bewertungen im Web bereits wichtiger als Hochglanzfotos im Katalog.“


Eine besondere Bedeutung kommt den Verbraucher-Erfahrungen beim Online-Shopping zu. Ob ein Händler vertrauensvoll ist, lässt sich an seinen Bewertungen ablesen. 13 Prozent der Internetnutzer haben ihre Erfahrungen mit privaten Verkäufern auf Online-Handelsplattformen geteilt, 8 Prozent haben bereits Online-Shops bewertet. Rohleder: „Kundenbewertungen sind für Online-Händler zur wichtigsten Währung geworden.“

Verbraucher bewerten jedoch nicht nur Reisen, Restaurants und Online-Händler. Erfahrungen mit Herstellern und deren Marken werden von 13 Prozent der Internetnutzer geteilt. 9 Prozent bewerten Dienstleistungen wie Mobilfunkverträge oder Mietwagen. Auch die Meinungen über Bücher, Filme und Musik werden veröffentlicht. Rund 8 Prozent der Internetnutzer haben ihre entsprechenden Eindrücke bereits veröffentlicht. 

4. Juni 2013

Internet statt Baumarkt

Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch die Garten- und Heimwerkersaison. Anstatt Werkzeuge oder Gartengeräte im nächsten Baumarkt zu kaufen, bestellen immer mehr Menschen im Internet. Jeder fünfte Internetnutzer hat bereits Heimwerkerbedarf im Web gekauft. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Besonders beliebt sind die Online-Baumärkte bei den 50- bis 64-jährigen Onlinern. 28 Prozent von ihnen haben bereits Werkzeuge, Gartengeräte oder Material für die Renovierung online gekauft. „Im Internet werden nicht mehr nur Bücher und Kleidung gekauft“, sagt Tobias Arns, Experte für den Online-Handel beim BITKOM. „Ob Artikel des täglichen Bedarfs, Lebensmittel oder sogar Gartenhäuser: Immer mehr Produktkategorien werden erfolgreich im Web angeboten.“

Heimwerker- und Gartenbedarf im Web gibt es nicht nur bei großen Internet-Kaufhäusern. Auch viele Baumärkte haben eigene Online-Shops. Das Angebot reicht von Werkzeugen und Badewannen hin zu Balkonpflanzen und Rollrasen. Kleinere Waren verschicken die Online-Baumärkte als Paket, größere Bestellungen werden von einer Spedition geliefert. Die Lieferkosten betragen dann meist zwischen 30 und 35 Euro. Einige der Internet-Baumärkte bieten auch eine Mobil-Version ihres Online-Shops, die für Smartphones angepasst ist.

Heimwerker finden auf den Webseiten der Baumärkte zudem häufig Tipps und Anleitungen: Die Hilfestellungen reichen von der richtigen Benutzung von Werkzeugen, über das Verlegen von Laminat bis zum Einbau eines Fensters. Einige der Online-Baumärkte bieten sogar Video-Anleitungen zu unterschiedlichen Heimwerker-Projekten an, etwa dem Möbelbau oder dem Anlegen eines Gartenteichs. Auch Foren, in denen sich die Heimwerker und Hobby-Gärtner austauschen können, sind Teil einiger Online-Baumärkte.


Methodik: Im Auftrag des BITKOM hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.063 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ.

3. Juni 2013

Kaufberatung via Internet

Das Internet spielt inzwischen auch bei vielen Kaufentscheidungen eine bedeutende Rolle. 58 Prozent greifen auf Preisvergleichsseiten im Web zur Entscheidungshilfe zurück. Jeder Zweite (51 Prozent) sammelt Informationen zum gewünschten Produkt auf der Herstellerseite. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM. „Früher gab es nur wenige Möglichkeiten Informationen über bestimmte Produkte oder die besten Preise einzuholen. Heute können sich Verbraucher via Internet intensiv informieren“, sagt Tobias Arns, E-Commerce-Experte des BITKOM.

Außer Tests und Hersteller-Informationen sind auch Erfahrungsberichte anderer Verbraucher im Web gefragt. Jeder dritte Internetnutzer (35 Prozent) greift hierfür auf Blogs oder Webforen zurück. Auf Verbraucherportalen mit Erfahrungsberichten sucht jeder Fünfte (22 Prozent) nach entsprechenden Informationen. Soziale Netzwerke werden vor allem von jüngeren Internetnutzern als Hilfe bei der Kaufentscheidung besucht. Jeder fünfte 14- bis 29-Jährige (19 Prozent) greift auf die Erfahrungen seiner Netzwerke-Freunde zurück.

Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es nur 5 Prozent. Arns: „Informationen und Meinungen im Web über die eigenen Angebote werden für Hersteller und Händler immer wichtiger.“
BITKOM hat hierzu einen Studienbericht „Trends im E-Commerce. Konsumverhalten beim Online-Shopping“ veröffentlicht. Die Publikation stellt die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter Internetnutzern ab 14 Jahren zusammen. Die Themen reichen von der Nutzung verschiedener Zahlungsmöglichkeiten im Web über den Online-Kauf mit Mobilgeräten bis zum Einfluss des Social Web auf Kaufentscheidungen.

Der Studienbericht „Trends im E-Commerce. Konsumverhalten beim Online-Shopping“ kann kostenfrei unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.bitkom.org/de/publikationen/38338_75954.aspx

Hinweise zur Methodik: Für die Angaben zur Nutzung von Entscheidungshilfen beim Kauf von Produkten befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.063 Internetnutzer ab 14 Jahren. Alle Angaben sind repräsentativ.

9. März 2013

Urheberrecht: Schluss mit Abmahnwahnsinn

Im Schulterschluss fordern das NRW-Justizministerium und die Verbraucherzentrale NRW die Bundesregierung auf, Massenabmahnungen von Verbrauchern wegen geringer Urheberrechtsverstöße endlich einen wirkungsvollen gesetzlichen Riegel vorzuschieben: Spezialisierte Anwaltskanzleien geraten zur Landplage, wodurch der Schutz des geistigen Eigentums völlig in den Hintergrund gerate. Nach einer repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentralen sind in Deutschland rund 4,3 Millionen Bürger bereits abgemahnt und zur Zahlung horrender Vergleichssummen von bis zu 4.800 Euro aufgefordert worden. Auf Antrag von Nordrhein-Westfalen hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung am 1. März 2013 die Bundesregierung aufgefordert, entschlossen gegen den Abmahnmissbrauch gesetzgeberisch vorzugehen.

Trotz mehrfacher Ankündigungen: Bislang hat das Bundesjustizministerium keinen Gesetzentwurf gegen den Abmahnmissbrauch wegen Urheberrechtsverletzungen auf den Weg gebracht. „Die Welle unseriöser Geschäftspraktiken auf Grundlage des derzeitigen Urheberrechts bricht weiter ungebremst auf zumeist unbedarfte Internetnutzer herein“, kritisiert NRW-Justizminister Thomas Kutschaty die Berliner Untätigkeit.

Massenhaft flatterten Internetnutzern Abmahnungen durch spezialisierte Anwaltskanzleien ins Haus, weil sie Songs, Alben und Filme in Tauschbörsen heruntergeladen haben sollen. Obwohl das Ausmaß der Verstöße meist gering sei, würden sie mit drastischen Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen konfrontiert. „Weil sie die Kostenrisiken nicht abschätzen können, scheuen Betroffene die gerichtliche Auseinandersetzung. Um weiteren Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, werden dann oftmals überhöhte Vergleichsbeträge einfach gezahlt.“

Insbesondere bei einmaligen, geringfügigen Urheberrechtsverstößen soll der Streitwert nach Auffassung des NRW-Justizministeriums auf 500 Euro begrenzt werden. In der Folge würden künftig die mit einer Abmahnung anfallenden Kosten bei 83,54 Euro gehalten.

„Unbedacht Klick gemacht – die Rechtsberatung und -vertretung der Verbraucherzentrale NRW zählte 2012 fast 5.400 Anfragen. Die Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen fangen bei Streitwerten bei 10.000 Euro an und hören bei 400.000 Euro längst nicht auf“, erläutert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller die grassierenden Abzock-Maschen. Zur Strafe sollten meist eine Unterlassungserklärung unterschrieben und eine horrend hohe Vergleichssumme gezahlt werden – im Extremfall 4.800 Euro, durchschnittlich 800 Euro. „Selbst bei Verbrauchern ohne Internetzugang oder solchen, die zum fraglichen Zeitpunkt gar nicht online waren, haben es Abmahnanwälte mit dem Abkassieren probiert“, fordert Klaus Müller gesetzliche Nachbesserungen für mehr Verbraucherschutz im Urheberrecht ein.

Der Verbraucherschützer sieht insbesondere beim Auskunftsanspruch von Urheberrechtsinhabern gegenüber den Internetprovidern Nachbesserungsbedarf: „Die Auslegung, wann eine Urheberrechtsverletzung als gewerblich zu bewerten ist, darf nicht mehr länger vom angerufenen Gericht abhängen. Um Transparenz für den Nutzer zu schaffen und damit die Folgen seines Handelns vorhersehbar zu machen, muss der Gesetzgeber aufnehmen, dass auch die Rechtsverletzung ein gewerbliches Ausmaß haben muss und diesen Begriff konkret definieren.“ Das schließe dann unbedachte Klicks durch Nutzer von der Verfolgung als Urheberrechtsverstöße gleich aus.

Auch wer wiederholt unbedacht klickt, sollte künftig besser geschützt sein: „Die Streitwerte von derzeit 10.000 Euro und mehr lassen die Verfahrenskosten bei den Gerichten in diesen Fällen in Schwindel erregende Höhen steigen. Hier sollten künftig die konkreten finanziellen Verhältnisse des Betroffenen als Messlatte dienen, um die Kosten für Verbraucher entsprechend zu reduzieren und ihnen die Wahrnehmung ihrer Rechte zu ermöglichen“, bahnt Klaus Müller einer Kostendeckelung den Weg.


Gemeinsamer Forderungskatalog von
NRW-Justizministerium und Verbraucherzentrale NRW
zur Novellierung des Urheberrechtsgesetzes

·         Streitwertbegrenzung auf 500 Euro

·         Keine Ausnahmeregelungen bei Streitwertbegrenzungen

·         Definition des gewerblichen Ausmaßes von Urheberrechtsverletzungen

13. Dezember 2012

Tipps für den sicheren Weihnachtseinkauf im Internet

Nach einer aktuellen Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM kaufen in diesem Jahr rund 25 Millionen Bundesbürger Weihnachtsgeschenke im Internet. Das sind rund 1,3 Millionen mehr als im Vorjahr.

10. Dezember 2012

Hackern das Handwerk legen


Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat die Internet-Wirtschaft in die Pflicht genommen, sich stärker um die Sicherheit und Transparenz ihrer Online-Angebote zu kümmern.

Onlinespiele: Wie die Lebensmittelindustrie Kinder ködert

Onlinespiele für Kinder auf Webseiten der Lebensmittelindustrie sind häufig Werbung für stark zucker- und fetthaltige Produkte. Zudem werden persönliche Daten der Kinder erfasst. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg von zehn Onlinespielen zehn verschiedener Anbieter.

Die untersuchten Onlinespiele sind zu finden unter www.vzhh.de. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:

  • Höchstes Kinderfängerpotential wurde beim Kinder-Überraschungsei von Ferrero, bei Pom-Bär von funny und Leibniz Zoo von Bahlsen festgestellt. Mit Fragen nach persönlichen Daten und/oder hohen Zuckergehalten in den Produkten vereinten sie die meisten Minuspunkte auf sich. 
  • Direkte Verkaufsförderung: Das Spielen mit den beworbenen Produkten oder deren Symbole, fand  bei allen untersuchten Spielen statt, etwa bei Paula-Pudding von Dr. Oetker oder Choco-Krispies von Kellogg`s. Bei Capri Sonne gab es sogar die direkte Aufforderung „Hol Dir den Beutel aus Gold“. 
  • Rote Nährwertampel: Fast alle beworbenen Produkte beinhalten eine  „Extra Portion Zucker und Fett“ statt kalorienärmerer Zutaten. So mussten bei acht von zehn Produkten mindestens eine rote Ampel für Zucker oder Fett vergeben werden. 
  • Mit Gewinnspielen wurden die Kids noch zusätzlich auf zwei Verpackungen geködert, und  viermal gab es auch Spielzeugbeigaben.
  • Datensicherheit: Bei sechs von zehn der untersuchten Spieleseiten werden persönliche Daten wie Name und Alter oder eine Registrierung verlangt.
  • Auch Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie schützen die Kinder meistens nicht. Denn Hersteller verstoßen gegen ihre eigenen Grundsätze. Einige schaffen sich individuelle Bewertungskriterien, etwa Kellogg`s in Form von unrealistisch kleinen Portionsgrößen. Noch schlimmer: Bei 40 Prozent der untersuchten Spiele hatten sich die Unternehmen noch nicht einmal derartigen Selbstverpflichtungen angeschlossen.

Auch die Verhaltensgrundsätze des Deutschen Werberates werden von der Verbraucherzentrale als zu unkonkret eingeschätzt. „Der Gesetzgeber muss endlich verbindliche Regelungen schaffen, denn die Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft greift nicht“, so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Nur klare Vorgaben und wirkungsvolle Sanktionen können die Werbeattacken gegen Kinder stoppen.“

Weitere Informationen:
www.vzhh.de: Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
www.ampelcheck.de: Ampelcheck für viele Lebensmittel
www.vzbv.de/cps/rde/xbcr/vzbv/Kinderlebensmittel-Dossier-vzbv-Januar-2012.pdf: Dossier Kinderlebensmittel des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
www.vzbv.de/10674.htm Pressemitteilung „Kinderspielseiten im Internet – kein rechtsfreier Raum“, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Stand: 10/12/12

8. Dezember 2012

Spenden - Revolutionäre Idee mit hässlichen Macken


Wohltäter sein, und das ohne die eigene Geldbörse zu belasten. Diese Idee propagieren, gerade zur Weihnachtszeit, so genannte Spendenportale. Doch häufig fehlt es an Transparenz, zudem sorgen Macken und Merkwürdigkeiten für Ärger. Das belegt ein Check der Verbraucherzentrale NRW bei acht Spendenportalen. Besser kann es sein, Einkauf und Spende zu trennen.

Wohltäter sein, und das ohne die eigene Geldbörse zu belasten. Diese Idee propagieren, gerade zur Weihnachtszeit, so genannte Spendenportale. Wer über ihre Seiten Online-Einkäufe abwickelt, kann Hilfsorganisationen und Vereine, Schulen und Kindergärten mit Provisionen beglücken. Eine "Spenden-Revolution" mit angeblich Milliarden-Potential. Doch häufig fehlt es an Transparenz, zudem verärgern Macken und Merkwürdigkeiten. Das belegt ein Check der Verbraucherzentrale NRW bei acht Spendenportalen. Verbraucherschützer empfehlen, Einkauf und Spende besser zu trennen. Das bringt oft mehr für die gute Sache.

Mit Onlineshopping zum "Helden" werden und "notleidenden Menschen eine bessere Zukunft schenken", jubelt Heroshopping. "Jetzt einkaufen und Gutes tun" lockt Clicks4charity. "Kostenlos helfen" heißt es schlicht bei Bildungsspender.

"Gutes tun" ist nach Meinung der Portale ganz einfach: Einkaufstouren müssten nur über ihre Internetseite starten, von wo aus weiter zu den Händlern geklickt werde. Denn über diesen Umweg lassen sich lukrative Provisionen von Shops einheimsen.

Den Großteil davon verteilen die Charity-Portale etwa an die Welthungerhilfe oder Katzenwaisen, an den Männerchor Frohsinn oder die Schule in der Nachbarschaft.

Insgesamt acht Spenden-Portale hat die Verbraucherzentrale NRW unter die Lupe genommen: darunter Bildungsspender, Schulengel und Vereinsbüchse, die Gelder entsprechend ihrer Namensgebung weiterleiten. Darüber hinaus galt der kritische Blick Heroshopping.org, Planethelp.com, Shopprops.de und Clicks4charity.net sowie - für manchen überraschend - Pay-back. Denn auch die von Millionen gesammelten Punkte lassen sich über die "Payback-Spendenwelt" statt in Prämien alternativ zu Gaben an Hilfsorganisationen umwandeln.

Für alle Portale im Test hat die Verbraucherzentrale NRW nach deren Angaben gerechnet, was die Kauf-Idee in Euro und Cent einbringen soll. Eine durchaus herausfordernde Aufgabe.
Denn jeder Händler, den die Portale akquirieren, besteht auf eigenen Regeln, die sich obendrein je nach Portal unterscheiden können. Die von Händlern erstatteten Margen reichten von mageren 0,5 bis zu fetten 25 Prozent der Summe des Nettoeinkaufs. Dazu sind oftmals diverse Einschränkungen zu beachten wie etwa Staffeltarife und Obergrenzen.

Je 100 Euro gaben die Verbraucherschützer virtuell bei 20 Shops aus, die auf allen acht Portalen vertreten sind. Dabei zeigten sich enorme Unterschiede. Für die 2000 Euro wollten fünf Portale, rund gerechnet, zwischen 70 (Planethelp) und 126 Euro (Bildungsspender) ausschütten: Das entspricht 3,5 bis 6,3 Prozent der Einkaufsumme. Als eine Art Spenden-Scrooge entpuppte sich Payback mit knauserigen 24 Euro (1,2 Prozent).

Den unglaublichen Spitzenwert von rund 150 Euro (7,5 Prozent) versprach Heroshopping. Hier finden sich Nehmen und Geben weitgehend in einer Hand. Denn der Großteil der Provisionen fließt zu Skate-Aid. Das ist die Stiftung eines der Portalbetreiber.

Skate-Aid will die "Kraft des Skatebords" nutzen, "um Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten Hoffnung auf vier Rollen zu bringen". Mit auf die Rollen genommen wird die Welthungerhilfe. Sie erhält ein Viertel aller "Hilfsbeiträge" - und bereichert dafür den Web-Auftritt von Heroshopping: unter anderem mit dem Logo des anerkannten DZI-Spendensiegels, das der Welthungerhilfe verantwortungsvollen Umgang mit Hilfsgeldern bescheinigt.

Vom DZI-Siegel selbst können die meisten Charity-Portale nur träumen. Dazu fehlen ihnen - mit Ausnahme vielleicht von Bildungsspender - die Voraussetzungen wie etwa Gemeinnützigkeit oder niedrige Verwaltungskosten. Gerade hat Schulengel seine um satte 50 Prozent erhöht (20 auf 30 Prozent). Im schlechten Fall schrammt ein Portal bis knapp an die 50-Prozent-Grenze heran.

Wer zielgerichtet fördern will, sollte zudem Obacht bei den Spendenempfängern geben. Mal sind zwei fest vorgegeben, mal dürfen Kunden aus einem festen Pool mit Dutzenden Organisationen wählen. Manche folgen gar Vorschlägen von Verbrauchern und unterstützen so etwa die Schule der Tochter.

Streng im Blick haben sollten User auch die Läden, bei denen sie Euros ershoppen können. Masse ist dabei nicht immer Klasse. Die Platzhirsche Bildungsspender und Schulengel etwa werben mit über 1000 Shops. Branchenprimus Amazon, über den das Gros der Einnahmen der meisten Portale kommt, hat beiden vor kurzem die Provision drastisch auf zwei Prozent gekürzt. Wer Bildungsspender nutzt, erfährt das aber nicht. Dort heißt es kryptisch: "k.A." - keine Angabe. Kleinere Portale mit teils nur gut 100 Händlern melden dagegen 3 bis 6 Prozent Amazon-Provison.

Eine Spenden-Flop droht bei "Brands4friends". "Deutschlands Nr. 1 Shopping-Club" wirft zwar satte 8 Prozent aus - allerdings allein für Neukunden und das für nur 60 Tage. Gelistet war die Schnäppchen-Firma bei einigen Portalen sogar ohne Aufklärung über die Haken.

Wichtig zu wissen: Leer aus geht auch, wer Mindestbestellwerte der Shops nicht beachtet. Ebenso kann der Einsatz von Rabatten und Gutscheinen beim Kauf die Provision gefährden.

Damit nicht genug. Nicht gerade als Held in Bezug auf Wahrheit und Klarheit präsentierte sich Heroshopping. Mal fehlte der wichtige Hinweis, dass eine Belohnung bei 10 Euro gedeckelt war, mal fanden sich falsche Rabatt-Angaben, mal war allein der maximale Bonus beworben, den es erst ab 100 Einkäufen im Monat gibt.

Solche und andere Fehler fand selbst die PR-Agentur des Portals "schon sehr doof" und warnte die Betreiber, dass die Verbraucherzentrale "echt richtig genau hinschaut".

Bei Clicks4Charity gelang das nicht wirklich. Nur äußerst grob waren viele Provisions-Bedingungen auf unklaren Balken-Diagrammen zu erahnen. Die Tester sahen sich nicht der Lage, die Stichprobe vernünftig zu berechnen.

Die Betreiber verrieten lediglich, dass ihre Shops "durchschnittlich 4-5% des Einkaufswertes" als Bonus ausschütten. 80 Prozent davon leite Clicks4charity weiter. Transparenz sieht anders aus. Dabei ist Transparenz zentral für die Glaubwürdigkeit der Helfer. Viele Portale bieten deshalb die Möglichkeit einer Registrierung. Der Vorteil: Kunden können auf ihrem Account nachvollziehen, wieviel Euros von welchem Shop über sie eingehen und an welches Projekt sie fließen.

Der Nachteil: Mit den Daten können lukrative Einkaufsprofile erstellt werden – eine Spezialität von Payback. Andere beteuern immerhin, darauf zu verzichten. Wer deshalb beim Shoppen auf die Registrierung verzichtet, bekommt nur allgemeine Spendendaten der Portale zu sehen. Ein Dilemma.

Mit ein Grund vielleicht, warum die "revolutionäre" Idee nicht zünden mag. Während Portale die "gigantische finanzielle Möglichkeit, Gutes zu tun" beschwören, dümpeln die realen, jährlichen Ausschüttungen bislang eher im Bereich von wenigen Tausend Euro. Auf einige Hunderttausend Euro im Jahr bringen es Payback, Bildungsspender und Schulengel. Sie alle verteilen das Geld auf abertausende Empfänger.
Beispielsweise überwies Planethelp der "Deutschen AIDS-Hilfe" über Jahre insgesamt 483 Euro, das "Handwerkerinnenhaus Köln" durfte sich bislang über 3,60 Euro freuen.
Es könnte deutlich mehr sein. Vorausgesetzt der Rat der Verbraucherzentrale NRW wird beherzigt: Einkauf und Spende strikt zu trennen.

Das belegen Preisvergleiche der Verbraucherschützer auf allen Stichproben-Portalen. Ein Beispiel von vielen: Für einen Bosch-Kaffeeautomat kassierte der günstigste bei allen Portalen gelistete Anbieter 579 Euro - und spendierte dafür zwischen 6,80 und 10 Euro. Preissuchmaschinen dagegen orteten den Automaten für 498 Euro - bei einem nicht gelisteten Händler.

Das sind 81 Euro Ersparnis gegenüber dem Kauf über Spenden-Portale. Mithin könnte die Direktspende für den - frei wählbaren - guten Zweck bis zu zwölfmal höher ausfallen (81 statt 6,80 Euro).

 Stand: 07/12/12

30. November 2012

Weihnachtsgeschenke sicher online einkaufen

Weihnachtsgeschenke einkaufen ohne lästige Parkplatzsuche und ohne Schlange stehen? Online-Shopping erfreut sich vor allem in der Vorweihnachtszeit immer größerer Beliebtheit. Nach Informationen des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels geben Verbraucherinnen und Verbraucher mehr als sieben Milliarden Euro für Weihnachtsgeschenke im Internet aus; das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Jahresumsatzes im Onlinehandel.

Damit Verbraucher das Internet sorgenfrei nutzen können und beim Online-Shopping keine böse Bescherung erleben, setzt sich das Verbraucherministerium für mehr Sicherheit, mehr Transparenz und mehr Information im Netz ein. Zugleich weist das Ministerium darauf hin, dass es in puncto Sicherheit und Datenschutz beim Online-Shopping, vor allem wenn das Geschäft über Smartphones abgewickelt wird, noch bei vielen Angeboten hapert.

Hinweise zum Einkauf im Internet, zum Umgang mit Cookies sowie Tipps zu sicheren Passwörtern und dem Schutz persönlicher Daten bietet eine aktuelle Servicekarte des Ministeriums: Sie bringt auf den Punkt, was Verbraucher beachten sollten, wenn sie im Internet auf Einkaufstour gehen. Darüber hinaus schützt das vom Bundesverbraucherministerium entwickelte Programm "Kosten-Finder" Verbraucher vor ungerechtfertigten Rechnungen und Mahnungen: Das Programm markiert automatisch Begriffe auf einer Website, die vor allem bei vermeintlichen Gratis-Angeboten auf versteckte Kosten hinweisen.

Das Bundesverbraucherministerium hat den Schutz der Verbraucher im Netz Schritt für Schritt verstärkt. Die im August 2012 in Kraft getretene Button-Lösung ist ein wichtiger Meilenstein, um Nutzer wirkungsvoll vor Übervorteilung im Netz zu schützen: Seither müssen alle Internet-Anbieter vor dem Abschluss eines Vertrages über wesentliche Vertragselemente wie den Preis oder Vertragslaufzeiten informieren - klar, verständlich und in hervorgehobener Weise.

10. November 2012

Internet-Reiseportale: Von neun Portalen sind drei „gut“


Es gibt etliche Reiseportale im Internet. Fernwehgeplagte verbringen viele Stunden mit Vergleichen und Buchen, und das in bis zu 50 Portalen. Die Stiftung Warentest hat sich neun der Portale angesehen und große Unterschiede festgestellt. Nur drei Vermittlungsportale für Pauschalreisen bekamen die Note „Gut“. Interessant: Das Reiseangebot kommt bei allen Portalen fast ausschließlich aus einer Datenbank.

Die Datenbank mit Angeboten von Traveltainment wird nicht nur in über 11.000 Reisebüros genutzt, sondern auch von allen großen Online-Reiseportalen, wie auch von den neun Portalen, die in der November-Ausgabe der Zeitschrift test untersucht wurden. Unterschiede gab es dennoch, vor allem beim Service. Fast alle Portale versprechen eine schnelle und sachgerechte Beratung – diese kann dann, wie beim Leipziger Portal Ab-in-den-Urlaub auch schon einmal zu wünschen übrig lassen: 17-mal mussten die Tester anrufen, um jemanden zu erreichen, und alle drei E-Mail-Anfragen wurden erst nach zweieinhalb Wochen mit einem Formschreiben beantwortet.

Manche konnten es besser, und so gab es im Prüfpunkt „Buchen“, zu dem die Beratung gehört, weit gestreute Ergebnisse. Ebenfalls sehr verschieden: die Reiseinformationen, die „gut“ bis „ausreichend“ waren. Schließlich gab es Noten für die Website. Hier lagen alle Anbieter im Mittelfeld. Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen waren nur in geringem Maße vorhanden. Die drei besten Anbieter sind Lastminute.de, Travelscout24.de und Travelchannel.de.

Der ausführliche Test von Internet-Reiseportalen ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/reiseportale veröffentlicht.

9. November 2012

Shopping-Apps: Nur zwei sind sicher und „gut“


Einkaufen über das Smartphone – nur bei zwei von zwölf getesteten Shopping-Apps funktioniert das gleichzeitig „gut“ und sicher. Alle anderen Apps haben Mängel in der Funktionalität oder beim Datenschutz – oder beides. Das berichtet die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe der Zeitschrift test.

Das Schlusslicht bildet die Mode-Einkaufs-App von Mango. Sie funktionierte nur „mangelhaft“ und sendete zudem Benutzernamen und Passwort unverschlüsselt – „sehr kritisch“, urteilen die Tester. Auch die Cineplex-App für Kinokarten ist beim Datenschutz „sehr kritisch“, funktionierte aber immerhin „befriedigend“.

Ein rundum positives Urteil gab es dagegen für die Apps von ebay und UCI (Kinokarten). Sie funktionieren „gut“ und senden nur die Daten, die sie wirklich für ihre Funktion brauchen. Neben den zwölf Shopping-Apps hat die Stiftung Warentest 25 weitere Apps, die beim Einkaufen helfen können, auf ihren Datenschutz überprüft, darunter Einkaufslisten-, Preisvergleich- und Gutschein-Apps. Nur zehn sind in Sachen Datenschutz „unkritisch“, 13 sind „kritisch“, die Apps MonsterDealz und MyTaxi sogar „sehr kritisch“.

Nicht einmal jede zweite der 37 Apps im Test ist damit beim Datenschutz unkritisch. Häufigste Kritikpunkte der Tester sind die ungefragte Übermittlung von Gerätekennung, Netzbetreiber und Nutzungsverhalten, oft auch an Drittanbieter in den USA sowie die unverschlüsselte Übertragung von persönlichen Daten wie Passwörtern.

Der ausführliche Test Shopping-Apps ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/apps veröffentlicht.

App-Boom geht weiter

Smartphone-Programme, sogenannte Apps, werden zunehmend beliebter. Über 21 Millionen Deutsche, also gut jeder vierte Bundesbürger, nutzen mittlerweile die kleinen Programme auf ihrem Mobiltelefon. Im vergangenen Jahr waren es erst 15 Millionen. Seit 2010 hat sich die Zahl von 10 Millionen sogar mehr als verdoppelt. Durchschnittlich hat jeder Smartphone-Besitzer dabei 23 Apps installiert, jeder Siebte (14 Prozent) sogar mehr als 40. 2011 lag der Durchschnitt noch bei 17. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM.

„Immer mehr Menschen nutzen Apps, um ihren Alltag und ihre Arbeit einfacher zu organisieren, um sich unterwegs zu unterhalten, zu informieren oder weiterzubilden“, sagt René Schuster, BITKOM-Präsidiumsmitglied. „Die Anzahl an Apps ist mittlerweile riesig – für beinahe jede Lebenssituation gibt es eine.“ Beliebt sind etwa Foto- und Musik-Apps. Auch Smartphone-Programme von sozialen Netzwerken oder zum Spielen werden häufig genutzt. Apps gibt es auch für Tablet-Computer und viele internetfähige Fernseher.

Zunehmende Beliebtheit von Smartphones


Die zunehmende Beliebtheit von Smartphones trägt maßgeblich zum App-Boom bei. Nach Prognosen des Marktforschungsinstituts EITO werden in diesem Jahr voraussichtlich 23 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. 2011 waren es noch 16 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von 43 Prozent. Rund 70 Prozent der in diesem Jahr in Deutschland verkauften Handys sind Smartphones. Der Boom dieser Geräte lässt auch den Umsatz wachsen. Insgesamt werden mit Mobiltelefonen 2012 in Deutschland 8,5 Milliarden Euro umgesetzt. 7,9 Milliarden Euro entfallen dabei auf Smartphones. Damit machen sie 93 Prozent am Gesamtumsatz mit Handys aus.

Zur Methodik: Die Angaben zu Verbreitung von Apps basieren auf einer Erhebung des Instituts Forsa im Auftrag des BITKOM. Dabei wurden knapp 1.000 Menschen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ. Grundlage der Angaben zu Ab- und Umsatz mit Handys in Deutschland sind neueste Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO). EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO (www.eito.com) ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.


Quelle: www.bitkom.org
Stand: 10/10/12



7. November 2012

Cybermobbing - Jeder dritte Schüler bereits Opfer

Mehr als jeder dritte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren war in Nordrhein-Westfalen bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Dabei wurde laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) jeder fünfte betroffene Schüler im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. Jeder Sechste litt unter Verleumdungen und bei elf Prozent kam es zu einem Missbrauch der Internetidentität. Gemeinsam mit dem Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bielefelder Polizei informierte die Kasse heute über Hilfen und Strategien im Umgang mit Cybermobbing.

"Schon früher haben Jugendliche auf dem Schulhof gestritten oder in der Clique gelästert. Aber heute gibt es einen fatalen Unterschied: Das Netz vergisst nichts und ist grenzenlos", erläutert Ulrich Adler, Leiter regionales Vertragswesen der TK in NRW, die neue Qualität des Mobbings. Deshalb ergänzte die TK ihr Aufklärungsportal "www.gewalt-gegen-kinder.de" um das Kapitel "Cybermobbing".

"Die Forsa-Studie bestätigt auch unsere Erfahrungen: Cybermobbing ist kein Randphänomen, sondern weitverbreitete Realität", sagt Monika Atorf, Kriminaloberkommissarin aus Bielefeld. Angesichts der Verbreitung des Internets sei dies keine Überraschung. "Schließlich ist für Jugendliche das Internet heutzutage selbstverständlicher Alltag", weiß die Expertin der Polizei.

Mobber im Internet begehen Straftaten. Jede Beleidigung, Bedrohung, das Ausspähen von Daten oder Nachstellung im Netz hat Konsequenzen. Das Strafgesetzbuch sieht für Fälle von Beleidigungen eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Bei Erpressungen liegt das Strafmaß sogar bei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Laut TK-Studie nutzen 99 Prozent der Befragten das weltweite Netz. Täglich surfen 69 Prozent der nordrhein-westfälischen Schüler länger als eine Stunde im Internet, 63 Prozent sind in sozialen Netzwerken aktiv, 36 Prozent in Chatrooms.

Die Opfer einer Cybermobbing-Attacke sind nicht nur wütend (70 Prozent), verzweifelt (24 Prozent) oder fühlen sich hilflos (22 Prozent), sondern leiden auch unter körperlichen Folgen. Von Schlafstörungen berichten 17 Prozent, Kopfschmerzen nennen 10 Prozent und Bauchschmerzen acht Prozent als Reaktion auf Cybermobbing. "Auf Grundlage der Forsa-Umfrage müssen wir davon ausgehen, dass rund 400.000 Schülern allein in NRW bisher Opfer von Cybermobbing geworden sind. Angesichts dieser Daten besteht dringender Handlungsbedarf. Als Krankenkasse wollen wir mit dem neuen Baustein Cybermobbing im Portal 'www.gewalt-gegen-kinder.de' helfen", unterstreicht Ulrich Adler.

Auch die Polizei Bielefeld ist der Ansicht, dass Aufklärung und Information über Cybermobbing verbessert werden müssen. Vor allem, um schon die Anfänge von Cybermobbing zu vermeiden. Bereits im Vorfeld können Schülerinnen und Schüler darauf achten, ihre Privatsphäre zu schützen. Denn ein leichtfertiger Umgang mit persönlichen Daten wie Wohnadresse, eMail-Adresse, private Fotos, Passwörter und Telefonnummer öffnet Cybermobbern Tür und Tor.


Für Opfer von Cybermobbing-Attacken gibt die Polizei folgende Tipps: 
  • bleibe ruhig und mobbe niemals zurück
  • hole dir Hilfe von erwachsenen Vertrauenspersonen (z.B. Eltern oder Lehrer) und entscheidet gemeinsam über das weitere Vorgehen
  • sichere Beweise (SMS, eMails, Bilder)
  • melde Belästigungen indem du oder deine Eltern Kontakt mit dem Anbieter der Plattform aufnehmen
  • sofern die Möglichkeit besteht, sperre Personen die dich belästigen

Hilfe finden Betroffene zudem bei Beratungsstellen vor Ort. Entsprechende Adressen gibt es beim Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bielefelder Polizei, Tel.: 05 21 / 54 5-0.
  

Hintergrund:

Für die Forsa-Umfrage wurden im Jahr 2011 in Nordrhein-Westfalen 1.000 deutschsprachige Schüler zwischen 14-20 Jahren telefonisch interviewt. 

Quelle: www.tk.de
Stand: 30/10/12


6. November 2012

Computerspiele - was Sie wissen sollten

Gebildete Menschen spielen besonders häufig Computerspiele. Mehr als ein Drittel aller Abiturienten und Akademiker (36 Prozent) nutzt Computerspiele. Bei den Menschen mit Realschulabschluss sind es noch 32 Prozent, bei denen mit Hauptschulabschluss lediglich 26 Prozent. Auch Frauen entdecken Computerspiele zunehmend für sich. Jede vierte von ihnen (28 Prozent) spielt.

Sofa-Gamer-Table...  - Gamescom 2012Vor vier Jahren waren es nur 22 Prozent. Das ergibt eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Das Klischee, wonach Computerspieler meist männlich und eher wenig gebildet sind, ist grundverkehrt“, sagt Tobias Arns, Gaming-Experte beim BITKOM. „Der Anteil der Spieler ist unter Abiturienten und Akademikern am höchsten.“ Jeder dritte Deutsche (35 Prozent) über 14 Jahren ist ein Gamer. 2008 war es nur etwas mehr als jeder Vierte (28 Prozent). Abiturienten und Akademiker schätzen Computerspiele zudem besonders positiv ein. Jeder zweite von ihnen ist der Ansicht, dass sie die Geschicklichkeit und das logische Denkvermögen verbessern. Menschen mit Hauptschulabschluss stimmen dieser Aussage dagegen seltener zu (44 Prozent).

Unter Schülern und Studenten liegt die positive Einschätzung von Computerspielen sogar bei 77 Prozent. „Viele Computerspiele fordern eine schnelle Auffassungsgabe, strategisches Vorgehen und hohe Konzentration. Außerdem wird oft die Geschicklichkeit trainiert“, sagt Arns.

Zwei Drittel der Bundesbürger (67 Prozent) wollen Computerspiele auch im Schulunterricht thematisieren. Hier spricht sich ebenfalls die Mehrheit (73 Prozent) der Abiturienten und Hochschulabsolventen dafür aus.

Zur Methodik: Für die Angaben zur Nutzung von Games befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des BITKOM deutschlandweit knapp 1.000 Personen. Basis der Angaben zu den Einstellungen zu Computerspielen ist eine repräsentative Erhebung des Instituts Aris für den BITKOM. Befragt wurden 1.004 Personen ab 14 Jahren in Deutschland. Alle Daten sind repräsentativ.


Quelle: www.bitkom.org
Stand: 16/09/12



4. November 2012

Kinderschutz im Internet

Der Hightech-Verband BITKOM hat die Gründung des Zentrums für Kinderschutz im Internet (I-KiZ) begrüßt. Ziel der vom Bundesfamilienministerium initiierten Organisation ist die Schaffung eines bundesweiten Forums für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Es soll eine Koordinierungsfunktion haben und die bereits vorhandenen Initiativen sinnvoll vernetzen. Der BITKOM wird das Zentrum unterstützen und unter anderem seine Expertise in die Arbeit der Fachgruppen einbringen. „Viele Lehrer, Pädagogen und Eltern sind mit der Frage überfordert, wie sie ihren Kindern den richtigen Umgang mit neuen Medien vermitteln sollen.

Das I-KiZ soll ihnen hierfür praxisorientierte Hinweise geben“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf anlässlich der Auftaktveranstaltung des I-KiZ. „Gemeinsames Ziel von Wirtschaft und Politik ist es, die Chancen neuer Technologien aufzuzeigen, ohne dabei die Risiken aus dem Blick zu verlieren.“ Das Zentrum werde entsprechende Forschungsvorhaben unterstützen, den nationalen und internationalen Austausch von Wissen fördern und selbst die Öffentlichkeit informieren.

Laut einer Studie des BITKOM nutzen bereits neun von zehn Kindern im Alter von 10 bis 12 Jahren das Internet, ein Drittel sogar täglich. In dieser Altersgruppe verfügen 56 Prozent über einen eigenen Computer, 82 Prozent über ein Handy und 84 Prozent über eine Spielkonsole. Aus Sicht des BITKOM sollten Eltern, Pädagogen und Wirtschaft die Kinder bei einer sinnvollen und altersgerechten Mediennutzung unterstützen. Allerdings geben 32 Prozent der befragten 10- bis 12-Jährigen an, dass sie von ihren Eltern keine Hinweise bekommen, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Bei 35 Prozent gibt es keinerlei zeitliche Begrenzung, was das Surfen oder Spielen im Internet angeht. Lediglich 27 Prozent haben ein Kinderschutzprogramm auf ihrem Computer installiert, das bedenkliche Inhalte blockiert.

Neben dem neuen Zentrum für Kinderschutz im Internet unterstützt der BITKOM die von der Bundesregierung und der Wirtschaft getragene Initiative „FragFinn.de“. Das Web-Angebot bietet einen geschützten Surf-Raum für Kinder. Zudem ist der BITKOM an der Initiative „Sicher online gehen“ beteiligt, die Eltern über technische Schutzmöglichkeiten informiert. Tipps für mehr Sicherheit im Internet finden Eltern und Jugendliche außerdem bei „Deutschland sicher im Netz“. Weitere Tipps des BITKOM zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Internet sind hier abrufbar.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des BITKOM unter 723 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahre.

Quelle: www.bitkom.org
Stand: 10/09/12

24. Oktober 2012

Datenschutz - Mehr Sicherheit bei der Nutzung von Smartphones

Viele Verbraucher verzichten auf die Nutzung eines Smartphones oder laden bewusst keine Apps herunter, weil sie kein Vertrauen in deren Sicherheit haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die heute von der Unterarbeitsgruppe „Mobile Sicherheit“ des Nationalen IT-Gipfels in Berlin vorgelegt wurde. 28 Prozent der Bundesbürger sind bereits im Besitz eines internetfähigen Smartphones. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom wurden im Jahr 2011 allein in Deutschland 11,8 Millionen Smartphones verkauft, ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, deren Ministerium sich an der Unterarbeitsgruppe beteiligt und Mitinitiator der Umfrage war, sieht sich durch die Ergebnisse in ihrer Forderung nach mehr Sicherheit und Datenschutz bestätigt: „Investitionen in mehr Sicherheit nützen nicht nur den Verbrauchern – sie können auch Wachstumsimpulse für die Anbieter auslösen. Auf Dauer werden sich nur Internet-Angebote auf dem Markt behaupten können, bei denen die  Nutzer auf die Sicherheit ihrer Daten vertrauen können.“ Es sei unverständlich, dass immer neue Geräte, neue Software und neue Anwendungen auf den Markt kämen – die Sicherheitsvorkehrungen dieser Dynamik aber hinterherhinken. „Niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, ein Auto ohne die neuesten Sicherheitsstandards auf den Markt zu bringen. Bei Smartphones und Apps ist dies leider noch nicht selbstverständlich“, kritisierte Aigner. „Bei der Transparenz, den Voreinstellungen und den Kontrollmöglichkeiten sehe ich noch großen Nachholbedarf.“

Die von TNS Emnid durchgeführte Umfrage (4000 Befragte) verdeutlicht, dass ein Großteil der Verbraucher erwartet, dass die mobilen Geräte bereits im Kaufzustand sicher und alle Daten geschützt sind. Zwar wären viele Verbraucher bereit, für eine umfassende Sicherheit mehr zu zahlen. Allerdings sind 95 Prozent derer, die nicht zu Mehrausgaben bereit sind, der Ansicht, dass Smartphones bereits ab Werk die notwendige Sicherheitsausstattung aufweisen müssen. Auch bei der Nutzerfreundlichkeit von Smartphones und ihren Anwendungen haben die Anbieter Nachbesserungsbedarf: So gibt fast ein Drittel der Nichtnutzer an, die Technik sei ihnen schlicht „zu kompliziert“.

Für Dr. Karsten Ottenberg, Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Vertrauen, Datenschutz und Sicherheit im Internet“ des IT-Gipfels und Vorsitzender der Geschäftsführung Giesecke & Devrient GmbH sind Sicherheit und Vertrauen zentrale Voraussetzung für eine breite Nutzung der neuen Technologien. Beides seien Themen, bei denen die deutsche Industrie auch international punkten könne. „In vielen technologischen Flaggschiffen auf dem Mobilfunk-Markt steckt deutsche Spitzentechnologie. In der Arbeitsgruppe des IT-Gipfels beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir neben den technologischen Aspekten auch ein modernes, angemessenes regulatorisches Rahmenwerk schaffen können, um in Deutschland und aus Deutschland heraus unsere Vorstellungen international zur Geltung zu bringen", so Ottenberg. Wie die Umfrage zeige, sei Sicherheit dabei ein wichtiges Argument für die Auswahl eines Smartphones.

Aigner sieht Anbieter in der Bringschuld


Nachdem die Bundesregierung mit der Einführung der Button-Regelung zum Schutz vor Internet-Kostenfallen und der Möglichkeit der Drittanbieter-Sperre bei Telefonrechnungen die Rahmenbedingungen für sicheres mobiles Internet massiv verbessert hat, sieht Aigner nun die Anbieter – vom Gerätehersteller bis zum App-Programmierer – in der Bringschuld: „Die Anbieter müssen die Verbraucher mit hohen Sicherheitsvorkehrungen effektiv vor Datenmissbrauch schützen.“ Vor allem bei Apps sieht Aigner Nachholbedarf. Teilweise greifen Apps auch auf Daten zu, die sie gar nicht benötigen. Aigner forderte, Verbraucher müssten „jederzeit die volle Kontrolle über ihre Smartphone-Daten haben“. Auch vorinstallierte Apps müssten auf einfachem Weg wieder zu deinstallieren sein.

Aigner bekräftigte, sich im Rahmen der laufenden Gespräche über die geplante EU-Datenschutz-Grundverordnung weiter für die Verpflichtung zu datenschutzfreundlichen Voreinstellungen und zur Berücksichtigung des Datenschutzes im Produkt-Design einzusetzen. „Verbraucherfreundliche Voreinstellungen sind gerade bei Smartphones für das Verbrauchervertrauen von großer Bedeutung“, so Aigner. Bisher müssen sich die Verbraucher in der Regel mühsam durchklicken, um herauszufinden, auf welche Daten eine App zugreifen kann oder wie sie eine PIN zur Sperrung des Handys aktivieren können. Die Unternehmen müssten künftig die Geräte so ausgestalten, dass die Verbraucher zum Beispiel vor dem Zugriff einer App auf ihre Kontakte, ihren Standort oder andere vertrauliche Bereiche gefragt werden, ob sie diesen Zugriff erlauben wollen. Derzeit wird es häufig dem App-Anbieter überlassen, ob er die Nutzer ausreichend informiert.

Weitere Ergebnisse der Umfrage zu Smartphones


86 Prozent der Befragten halten Sicherheit und Datenschutz für wichtig bis sehr wichtig, für 45 Prozent sind sie ein wesentliches Kriterium bei der Kaufentscheidung. Über ein Drittel derer, die kein Smartphone nutzen, nennen fehlendes Vertrauen als Grund für die Nichtnutzung. 80 Prozent der Befragten geben an, auf bestimmte Anwendungen zu verzichten, um sich vor Gefahren bei der Smartphone-Nutzung zu schützen. Nur wenige nutzen bisher das Smartphone für mobile Bankgeschäfte oder mobiles Bezahlen. Als Hauptgrund werden Zweifel an der Sicherheit genannt. Zwei Drittel lehnen den Zugriff Dritter auf ihr Smartphone generell ab, der Rest der Nutzer will dies nur dann gestatten, wenn er zuvor ausdrücklich zugestimmt hat. Deutlich erkennbar ist auch der Wunsch nach mehr Transparenz: 87 Prozent der Befragten wollen vor der Installation einer App wissen, auf welche konkreten Daten die Anbieter sowie Dritte zugreifen.

Der IT-Gipfel und die Unterarbeitsgruppe „Mobile Sicherheit“


Der Nationale IT-Gipfel ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgerichteter und seit 2006 jährlich stattfindender Kongress, der Konzepte entwickelt, wie die Bundesrepublik Deutschland als IT-Standort gestärkt werden kann. Am 13. November 2012 findet der siebte nationale IT-Gipfel in Essen statt. Im Zentrum der Unterarbeitsgruppe „Mobile Sicherheit“ steht die Frage, wie Sicherheit, Datenschutz und Vertrauen im mobilen Internet (Smartphones) gestärkt werden können. Sie ist Teil der Arbeitsgruppe 4 „Vertrauen, Datenschutz und Sicherheit im Internet“.

Weitere Informationen im Internet:

- Hintergrundpapier zur Umfrage „Sicherheit und Datenschutz bei Smartphones“: www.bmelv.de/smartphonesicherheit_hintergrund

- Link zur Broschüre „Mobile Sicherheit – Ortung – Datenschutz“: www.bmelv.de/tipps-mobile-internetnutzung

- Hinweise zu Sicherheit und Datenschutz in der digitalen Welt: www.surfer-haben-rechte.de

- Tipps speziell – aber nicht nur – für Jugendliche: www.watchyourweb.de


Quelle: www.bmelv.de


19. Oktober 2012

Tipps fürs sichere Datenlöschung und Entsorgung von Altgeräten

Gut 20 Millionen alte und ungenutzte Computer verstauben in deutschen Haushalten. Fast jeder dritte Deutsche (30 Prozent) hortet zu Hause mindestens einen alten PC oder ein altes Notebook, jeder zehnte gar zwei oder mehr Rechner. Im Schnitt lagert in jedem zweiten Haushalt ein ausrangierter Computer. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. 

„Ältere Computer könnten oft noch sinnvoll eingesetzt werden, zudem enthalten sie wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertbar sind“, sagt BITKOM-Vizepräsident Volker Smid. Über 80 Prozent der verwendeten Materialien sind recyclingfähig. „Zwar sind die Rohstoffmengen in jedem einzelnen Computer gering, Millionen Geräte können  aber einen wichtigen Beitrag zum Ressourcen- und Umweltschutz leisten.“

Warum werden ausgemusterte Computer von Verbrauchern noch zu Hause aufbewahrt? Die Hauptgründe: Jeder zweite (50 Prozent) Betroffene hebt ihn als Ersatz für den neuen PC auf; gut jedem fünften (21 Prozent) ist die Entsorgung zu aufwändig; jeder neunte (11 Prozent) weiß nicht, wie er private Daten auf seinem Altgerät löscht. Weiteren 6 Prozent fehlen Informationen, wie sie die alten Rechner entsorgen können.

Vor dem Verkauf, der Weiter- oder Rückgabe alter Rechner sollten alle privaten Daten gelöscht werden. Dabei ist folgendes zu beachten:

Auf die richtige Technik setzen
Nutzer sollten gezielt einzelne Daten oder die gesamte Festplatte mit einer speziellen Software löschen. Der Datenträger sollte mindestens dreimal überschrieben werden, sensible Daten mindestens siebenmal. Für den privaten Gebrauch reichen oft Software-Lösungen, die es auch als Freeware kostenlos gibt. Am  zuverlässigsten ist die physikalische Zerstörung des Datenträgers, etwa durch Schreddern. Auch bei optischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder Flash-Medien wie USB-Sticks empfiehlt es sich, den Datenträger zu zerstören. 

Defekte Datenträger löschen
Auch defekte Datenträger sollten vor ihrer Entsorgung zerstört werden. Bei ihnen können viele Dateien rekonstruiert werden. 

„Do-it-yourself“ oder Dienstleister
Prinzipiell kann des Löschen oder Vernichten des Datenträgers selbst vorgenommen werden. Es gibt auch Unternehmen, die auf das Datenlöschen spezialisiert sind.

Für die umweltgerechte Entsorgung alter und defekter Computer und Akkus gibt es seit Jahren bewährte Rückgabemöglichkeiten:

Entsorgung über Recyclinghöfe
Defekte und alte Computer können bei den kommunalen Abfallsammelstellen kostenlos abgegeben werden. Die Standorte dieser  Recyclinghöfe erfährt man bei seinem örtlichen, kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb. Von dort gehen die Geräte in die Verantwortung der Hersteller über, die für eine umweltgerechte Entsorgung oder Wiederaufbereitung durch zertifizierte Recyclingunternehmen sorgen.

Rücknahme-Aktionen
Zudem gibt es meist zeitlich begrenzte Rücknahme-Aktionen auf Initiative von Herstellern und dem Handel in Kooperation mit Umweltorganisationen und sozialen Einrichtungen. Bei solchen Aktionen spenden häufig die beteiligten Unternehmen für jedes zurückgegebene Gerät einen Betrag an Umwelt-, Sozial- und andere Hilfsprojekte. 

Entsorgung von defekten Akkus
Altakkus und Batterien dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden. Wer seinen alten Computer-Akku durch einen neuen ersetzt und so den Rechner weiter nutzt, muss den Alt-Akku ordnungsgemäß entsorgen. Dazu kann man ihn bei den örtlichen Recyclinghöfen abgeben oder in dem Laden abgeben, wo der neue Akku gekauft wurde.  

Zur Methodik: Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris befragte im November im Auftrag des BITKOM 500 Personen ab 14 Jahren in Deutschland. Die Befragung ist repräsentativ.




18. Oktober 2012

Deutscher ITK-Markt wächst um 2,8 Prozent


Der Hightech-Verband BITKOM hebt seine Prognose für den deutschen ITK-Markt deutlich an. Der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird in diesem Jahr um 2,8 Prozent auf 152 Milliarden Euro zulegen. Im Frühjahr war noch ein Anstieg um 1,6 Prozent erwartet worden. „Die vielen Innovationen von neuen Tablet Computern hin zu Smart Grids sorgen für eine starke Nachfrage im ITK-Markt“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Privatverbraucher und Industrie investieren derzeit vermehrt in neue Geräte und Lösungen. Der positive Trend bei den BITKOM-Unternehmen wirkt stabilisierend auf die Gesamtkonjunktur.“ Grundlage der Markteinschätzung sind aktuelle Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO).

Die Informationstechnologie wächst der BITKOM-Prognose zufolge um 2,3 Prozent auf 72,8 Milliarden Euro. Der Softwaremarkt legt kräftig um 4,4 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro zu. Das Geschäft mit IT-Dienstleistungen wie Outsourcing und Wartung wächst um 2,1 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro. Der Hardwaremarkt ist mit 1,1 Prozent ebenfalls im Plus, entwickelt sich aufgrund des anhaltenden Preisverfalls aber etwas schwächer. Dagegen setzt sich der Boom bei Tablet Computern fort. Der Umsatz wird um 41 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro steigen. Das Geschäft mit Desktop-PCs ist zwar mit minus 0,7 Prozent rückläufig, aber der Rückgang fällt deutlich geringer aus, als noch im März erwartet. Damals rechnete man mit einem Minus von 4,4 Prozent. In Stückzahlen gerechnet ergibt sich sogar ein Absatzplus um 2,6 Prozent auf nun 5,4 Millionen PCs.

Besser als erwartet entwickelt sich auch die Unterhaltungselektronik. In diesem Segment werden die Umsätze um 2,3 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zulegen. Der positive Trend geht insbesondere zurück auf die starke Nachfrage nach TV-Geräten im Sportjahr 2012 sowie das trotz der Eurokrise in Deutschland weiterhin günstige Konsumklima.

In der Telekommunikation erwartet der BITKOM ein kräftiges Umsatzwachstum von 3,4 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro. Entscheidend dafür ist der boomende Smartphone-Absatz. Der Umsatz legt um 45,7 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro zu. Sieben von zehn in Deutschland verkauften Mobiltelefonen sind inzwischen Smartphones. Bei den Telekommunikationsdiensten ist die Entwicklung wie schon in der Vergangenheit sehr uneinheitlich. Während das Geschäft mit mobilen Datendiensten um 13 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zulegt, geht der Umsatz mit mobilen Gesprächen um 4 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro zurück. Das Geschäft mit Sprachdiensten im Festnetz reduziert sich sogar um 7,5 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. „Grund sind nicht allein der Wettbewerb, sondern auch die scharfen Eingriffe der staatlichen Regulierungsbehörden“, so BITKOM-Präsident Kempf. Seit Jahren sinken die Termininierungsentgelte im Inland und die Roaming-Gebühren im Ausland. „Das mag populär sein und kurzfristig die Kunden freuen. Dem Markt werden aber auf diese Weise Mittel entzogen, die für Investitionen in den Breitbandausbau im Festnetz und im Mobilfunk fehlen“, betont Kempf.

Die insgesamt erfreulichen Umsatzzahlen sorgen für weitere Impulse auf dem Arbeitsmarkt. Nach aktuellen Zahlen waren 2011 in der ITK-Branche 876.000 Personen beschäftigt. Das ist ein Anstieg um 3,6 Prozent oder 28.000 verglichen mit dem Vorjahr. „Vor allem ein starkes Plus im vierten Quartal hat hier noch einmal für einen kräftigen Schub gesorgt“, sagt Kempf. 2012 erwartet der BITKOM einen weiteren Anstieg um 1,2 Prozent auf dann 886.000 Beschäftigte. „Die ITK-Unternehmen werden in diesem Jahr 10.000 Arbeitsplätze schaffen“, betont Kempf. „Die BITKOM-Branche stabilisiert nicht nur die Konjunktur, sie gibt auch dem Arbeitsmarkt zusätzliche Impulse.“

Für 2013 geht der BITKOM von einem Wachstum des deutschen ITK-Marktes um 1,6 Prozent auf dann 154,3 Milliarden Euro aus. Die Informationstechnik wird voraussichtlich um 3 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro zulegen. Der Umsatz mit Unterhaltungselektronik geht leicht um 1,2 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zurück. Gründe sind unter anderem der weitere Preisverfall sowie eine Verschiebung der Konsumausgaben in ITK-nahe Produktwelten. „Die Konsumenten greifen immer öfter zu Alleskönnern wie Smartphones oder Tablets“, sagt Kempf. Der Telekommunikationsmarkt soll um 0,5 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro wachsen. Wichtig ist BITKOM-Präsident Kempf vor allem eines: „Wir müssen steigende Umsätze in neue Arbeitsplätze umsetzen können. Dazu brauchen wir attraktive Rahmenbedingungen am Technologiestandort Deutschland und ein leistungsfähiges Bildungswesen, das den Nachwuchs auf Berufswege in der IT vorbereitet.“

Hinweis zur Methodik: Den Marktprognosen liegen neueste Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO (www.eito.com) ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.



Tablet Computer im Dauerboom

Die Nachfrage nach Tablet Computern beschleunigt sich weiter. In diesem Jahr werden in Deutschland 3,2 Millionen Tablet Computer verkauft, gut eine Million mehr als noch im Vorjahr. Das ist ein Anstieg um 52 Prozent verglichen mit 2011, als der Absatz 2,1 Millionen Geräte betrug. Dies berichtet der Hightech-Verband BITKOM auf Basis aktueller Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO). 

Der Umsatz mit Tablet Computern wird demnach in diesem Jahr auf 1,6 Milliarden Euro steigen, das ist ein Plus von 41 Prozent verglichen mit 2011. Parallel ist der Durchschnittspreis eines Tablet Computers von 524 Euro um rund fünf Prozent auf 500 Euro gesunken. Die Tablet-Verkäufe entwickeln sich noch stärker als von BITKOM im Frühjahr angenommen. Damals war noch ein Umsatzplus von knapp 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro erwartet worden. Die verkaufte Stückzahl sollte um 29 Prozent auf 2,7 Millionen Stück steigen.

„Neue Modellgenerationen und zusätzliche Anbieter haben die Nachfrage angekurbelt“, heißt es beim BITKOM. Untersuchungen der Marktforschungsinstitute IDC und Gartner kommen unabhängig voneinander aktuell zu dem Ergebnis, dass der Marktanteil von Apples iPad bei rund 60 Prozent liegt, die Konkurrenz der verschiedenen Tablets mit dem Goolge-Betriebsystem Android kommt demnach auf einen Anteil von knapp einem Drittel. Zusätzlichen Schwung kann der Markt durch die neuen Microsoftgeräte erhalten.

Der Tablet-Boom macht sich auch auf dem gesamten PC-Markt bemerkbar. Die Umsätze mit Notebooks sind den EITO-Prognosen zufolge leicht rückläufig (minus 2,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro). Der Umsatz mit Desktop PCs liegt mit 2,4 Milliarden Euro fast unverändert (minus 0,7 Prozent) auf Vorjahresniveau.

Hinweis zur Methodik: Den Marktprognosen liegen neueste Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO (www.eito.com) ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.





17. Oktober 2012

Unternehmen haben Kodex für Geodatendienste umgesetzt


Die Anbieter von Geodatendiensten wie Google Street View haben eine zentrale Anlaufstelle für den Datenschutz im Internet geschaffen. Unter der Webadresse www.geodatendienstekodex.de können Bürger ermitteln, welche Aufnahmen von Häusern, Grundstücken oder Fassaden online zu finden sind. Sofern die Nutzer ihre Privatsphäre beeinträchtigt sehen, können sie gegen die Abbildungen mit wenigen Klicks Widerspruch einlegen und diese unkenntlich machen lassen. Der Service ist ein zusätzliches Angebot, denn innerhalb einzelner Dienste ist ein Widerspruch ebenfalls möglich. „Der Start des Online-Portals für Geodatendienste zeigt, dass die Wirtschaft ihrer Selbstverpflichtung zum Datenschutz nachkommt“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Neben der Verpixelung von Fassaden auf Antrag von Hausbesitzern und Mietern verpflichten sich die Anbieter, Gesichter von Personen und Kfz-Kennzeichen automatisch unkenntlich zu machen. Zudem informieren die Anbieter im Voraus über geplante Neuaufnahmen und ahnden Verstöße gegen den Kodex.

Mit der Freischaltung des Online-Portals löst die IT-Branche eine Zusage an die Politik ein. Nach einer breiten öffentlichen Debatte um Geodatendienste hatten die Unternehmen unter dem Dach des BITKOM zugesichert, entsprechende Regelungen auf freiwilliger Basis zu schaffen. „Die Selbstregulierung ist der richtige Weg, da wir nicht für jeden neuen Online-Dienst ein neues Gesetz brauchen“, betonte Kempf. Den Datenschutz-Kodex für Geodatendienste haben folgende Unternehmen unterzeichnet: Google, Microsoft, Nokia, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Encourage Directories und Panolife. Um die praktische Umsetzung sowie die Einhaltung des Kodex zu gewährleisten, gründeten die Unternehmen den Verein „Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.“ (www.sriw.de). „Die IT-Branche hat das Ziel, den Verbraucher- und Datenschutz in der digitalen Welt zu fördern“, sagte Kempf. Der Verein Selbstregulierung Informationswirtschaft werde dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Nach dem Kodex für Geodatendienste könnten auf dieser Plattform innerhalb kurzer Zeit weitere Vereinbarungen getroffen werden.

Aktuell gibt es mit Google nur einen Anbieter, der einen Geodatendienst mit Panoramaaufnahmen in Deutschland betreibt. „Die Unternehmen halten sich im Moment mit der Einführung neuer sowie der Aktualisierung oder Erweiterung bestehender Dienste zurück“, sagte Kempf. Der Grund sei die aus Sicht der IT-Branche teilweise überzogene Kritik an den Geodatendiensten und die Sorge vor einem erneuten Aufflammen der Diskussion. Kempf: „Es ist bedauerlich, dass mal wieder innovative und heute millionenfach genutzte Dienste in Deutschland ausgebremst werden.“