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20. März 2013

Impulse für den Milchmarkt


Positive Preisimpulse für die Milchwirtschaft kamen zuletzt vom Weltmarkt, erklärte Dr. Karl-Heinz Engel vom Milchindustrie-Verband auf dem 4. Berliner Milchforum. 45 Prozent der deutschen Milch gehen in die EU und in die Drittstaaten. Sie bilden mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz ein wichtiges Standbein für die deutsche Landwirtschaft. Neben Wachstumschancen in der regionalen Wertschöpfungskette durch Heumilch-Produkte, mit Prämien für den Weidegang und Produkten mit geschützter Ursprungskennzeichnung (g.U.), sollten die deutschen Milcherzeuger den Weltmarkt nicht aus den Augen verlieren.

Europa ist der größte Produzent von Milch und Milchprodukten, gefolgt von den USA, Indien und China. Neuseeland steht nach Angaben von Brigitte Misonne, Milchreferentin der Generaldirektion Landwirtschaft bei der EU, erst auf Platz sieben. Doch beim Export führt das Land "Down under" die Statistik vor den Europäern an.

Innerhalb der EU ist Deutschland das Land mit der meisten Milch und hat 2012 erstmals die Produktionsmenge von 30 Millionen Tonnen überschritten. Die Quotenpolitik begrenze eine Ausweitung. Misonne bescheinigt Deutschland eine besondere Quotendisziplin. Deshalb wartet die Branche überwiegend auf das Auslaufen der Quote im Jahr 2015.

In Deutschland setzt sich der Strukturwandel fort. Die Milch wird zunehmend im Norden produziert. Die Zahl der Milchkühe bleibt konstant, die Zahl der Milchbauern hingegen nimmt ab, erläuterte Monika Wohlfahrt, Geschäftsführerin der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB). Im Durchschnitt erzeugt jeder Milchbetrieb jährlich sieben Prozent mehr Milch - ein Trend, der sich trotz Wunsch nach Regionalität fortsetzen werde.

Im Gegensatz zum Binnenmarkt bietet der Weltmarkt neue Chancen: Das Exportportfolio der deutschen Milchwirtschaft ist bunt zusammengesetzt: Butter geht hauptsächlich in den Iran, Butteröl und Käse nach Russland, Magermilchpulver nach China und Spanien, Vollmilchpulver nach Algerien, Kondensmilch nach Singapur und Kasein nach Japan und Südkorea.

Seit 2005 wächst der weltweite Milchmarkt um 5,7 Prozent, in den BRICS-Ländern (Brasilien, Russland, China und Indien) sogar um 16 Prozent. In einzelnen Ländern wie Ägypten, Mexiko oder Vietnam steigt der Milchkonsum um vergleichbare Werte. Aber dort werde die heimische Milchproduktion auch in den kommenden Jahren auf niedrigem Niveau bleiben, so Wohlfahrt. Während Milchexportnationen wie Neuseeland, USA und Australien diese Chancen wahrnähmen, verliere die EU und damit auch Deutschland an Marktanteilen.

In den vergangenen Jahren hat sich der Export gewandelt. Europa kommt weg vom Milchpulverexport und profitiert zunehmend von veredelten Produkten wie Käse. Das Fazit, das nicht nur Monika Wohlfahrt zog: Mit Standardprodukten können die deutschen Milcherzeuger auf dem Weltmarkt nicht punkten. Veredelte Produkte mit hoher lokaler Wertschöpfung hingegen haben auch Chancen auf dem Weltmarkt. Die Aufgabe ist, diesen Wert auch in den Kuhstall zu bringen.

Roland Krieg, www.aid.de

Gentechnisch veränderte Baumwolle: Manche Schädlinge profitieren vom Anbau


Einige Schädlinge wie Blattläuse können sich auf gentechnisch veränderter Baumwolle besser vermehren als auf konventionellen Pflanzen. Das lassen die Ergebnisse einer Studie des Schweizerischen Nationalfonds SNF vermuten, für die Versuche im Gewächshaus und im Freiland durchgeführt wurden. Gentechnisch veränderte Baumwolle wächst inzwischen weltweit auf über 80 Prozent der Felder. Bt-Baumwolle enthält ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt). Dadurch bildet sie einen Wirkstoff, der für bestimmte Schmetterlingsraupen, die zu den wichtigsten Schädlingen im Baumwollanbau gehören, giftig ist. Wenn die Landwirte Bt-Baumwolle anpflanzen, müssen sie deutlich weniger Pflanzenschutzmittel verwenden.

Baumwollpflanzen verfügen von Natur aus über ein raffiniertes Verteidigungssystem gegen Schädlinge. Wenn die Blätter von Schmetterlingsraupen befallen sind, werden bestimmte Abwehrsubstanzen, die Terpenoide, gebildet. Diese Stoffe vertreiben nicht nur die Raupen, sondern auch andere pflanzenfressende Insekten wie Wanzen und Blattläuse.

In ihren Versuchen konnten die Schweizer Forscher zeigen, dass das Bt-Eiweiß die Schmetterlingsraupen abtötet, bevor dieses Verteidigungssystem in Gang kommt. Dadurch sind die gentechnisch veränderten Pflanzen anfälliger für einen Befall mit Nichtzielorganismen wie Blattläuse, die für das Gift unempfindlich sind. In den Experimenten konnten sich Blattläuse (Aphis gossypii) auf gentechnisch veränderter Baumwolle besser vermehren als auf konventionellen Pflanzen, die zuvor - ausgelöst durch einen Befall mit Schmetterlingsraupen - Terpenoide gebildet hatten. Dieser Effekt zeigte sich vor allem unter geschützten Bedingungen im Gewächshaus, war aber auch auf dem Feld nachweisbar. Vermutlich wird die Blattlauspopulation im Freiland von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, erklären die Forscher.

Auf dem Baumwollfeld werden Blattläuse in der Regel durch ihre natürlichen Feinde dezimiert, sodass keine großen landwirtschaftlichen Schäden zu befürchten sind. Wanzen hingegen bereiten Baumwollbauern in vielen Anbauregionen große Probleme. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob auch diese und andere pflanzenfressenden Insekten vom Anbau der Bt-Baumwolle profitieren.

Heike Kreutz, www.aid.de

Gesichtsscanner statt Transponder: Neue Fütterungstechnik für Pferde


Die automatische Fütterung von Pferden über Fressstände und Transponder ist für viele Pferdehalter eine unschöne Vorstellung. Trotzdem soll jedes Pferd jeden Tag eine seinem Leistungsniveau entsprechende Futtermenge zugeteilt bekommen, auch wenn sich der Besitzer für eine pferdefreundliche Gruppenhaltung entschieden hat. Denn zunehmend geht der Trend dahin, dass nicht nur Freizeitreiter, sondern auch ambitionierte Dressur- oder Springreiter ihre Pferde in Laufställen halten wollen. Aber ein "Kuhtransponder"?

Nun kommt möglicher weise noch mehr "IT" in den Stall: denn mit Hilfe von Kameras und speziellen Computerprogrammen zur Gesichtserkennung könnten in Zukunft Pferde unterschieden werden, ohne dass sie dabei die elektronische Kuhglocke um den Hals tragen müssen. Wie die Fachzeitschrift "Pferdebetrieb" berichtet, sind derzeit Systeme in der Entwicklung, bei denen die Kamera dazu das herannahende Pferd aufnimmt und die Software so lange sucht, bis ein Pferdekopf im Bild erkennbar ist. Die Bilder werden nun mit zuvor hinterlegten Daten einer Datenbank verglichen und auf Ähnlichkeit bzw. Übereinstimmung geprüft. Was einfach klingt, beruht aber auf einer komplizierten Software, denn es ist nicht ganz einfach, die typischen Unterscheidungsmerkmale eines jeden Pferdegesichts zu erkennen.

Die Gesichter von Pferden fallen durch die Zeichnungen unterschiedlich kontrastreich aus, und die Augen liegen seitlich. Außerdem unterliegen die Gesichter häufigen Veränderungen, beispielsweise durch dichtes Winterfell, Schrammen oder verschiedene Halfter. Zwar kann es zu einem geringen Anteil von Falscherkennungen kommen, diese fallen jedoch wegen der geringen Futtermengen, die ausgegeben werden, nicht sonderlich ins Gewicht. Ein Prototyp eines solchen Kraftfutterautomaten soll im Frühjahr 2013 vorgestellt werden.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

23. Dezember 2012

Eiererzeugung in der EU


Durch Umstrukturierungen in der Hennenhaltung war die Zahl der Legehennen in vielen Ländern der Europäischen Union deutlich gesunken. Nun haben sich die Bestände wieder erholt, meldet Marktinfo Eier und Geflügel. Die Marktforscher haben anhand der nationalen Brütereistatistiken den potenziellen Hennenbestand im ersten Quartal 2013 berechnet. Nach diesen Schätzungen werden in der EU bis Februar 2013 rund 340 Millionen Hennen gehalten - sieben Prozent mehr als im Jahr 2012 und nur ein Prozent weniger als 2011.

Für Deutschland wird im Vergleich zu 2012 eine Zunahme des Bestands um sieben Prozent erwartet. Dennoch ist der Markt weiterhin auf Importe angewiesen: Der Selbstversorgungsgrad liegt derzeit bei 68 Prozent. Das wichtigste Lieferland für Eier ist die Niederlande. Im Nachbarland werden im ersten Quartal 2013 vermutlich rund 35,5 Millionen Legehennen gehalten.

In den vergangenen Jahren hat sich die Hennenhaltung deutlich gewandelt. Seit dem 1. Januar 2012 ist die klassische Käfighaltung in der gesamten Europäischen Union verboten. Die Erzeuger haben auf ausgestaltete Käfige (Kleingruppenhaltung) oder alternative Haltungsformen wie Boden- und Freilandhaltung umgestellt. In der sogenannten Kleingruppenhaltung sind die Tiere in großen Käfigen eingestallt, die mit Sitzstangen, Scharrmöglichkeiten und abgedunkelten Nestern ausgestattet sind.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.marktinfo-eier-gefluegel.de
www.was-wir-essen.de, Lebensmittel von A-Z, Eier
aid-Heft "Eier", Bestell-Nr. 61-1069, Preis: 2,50 Euro, http://www.aid-medienshop.de

22. Dezember 2012

Tierkrankheiten schnell erkennen

Wenn es um Tierseuchen geht, ist fast immer von Maul- und Klauenseuche, Schweinepest oder Tollwut die Rede. Neben diesen hochansteckenden, anzeigepflichtigen Krankheiten gibt es auch eine Reihe von Erkrankungen, die ein geringeres Schadenspotenzial haben und deshalb keine staatlichen Maßnahmen erfordern. Dennoch sind Infektionen wie Listeriose, Toxoplasmose oder das Q-Fieber nicht zu unterschätzen, da sie über Lebensmittel oder durch Kontakt zu Haustieren auch auf den Menschen übertragbar sind.

Das Tierseuchengesetz sieht deshalb für diese Krankheiten eine Meldepflicht vor. Tierärzte und Leiter von Veterinäruntersuchungsämtern müssen auftretende Fälle umgehend dem zuständigen Veterinäramt mitteilen. So behalten Behörden die Verbreitung der Krankheiten im Blick und können bei stärkerer Ausbreitung gegensteuern.

Das vollständig aktualisierte aid-Heft "Meldepflichtige Tierkrankheiten" stellt alle Erkrankungen vor, über deren Auftreten das zuständige Amt informiert werden muss. In der neuen Auflage ist auch die Schmallenberg-Virusinfektion aufgeführt, die 2012 als meldepflichtig eingestuft wurde. Zu jeder Krankheit gibt es ausführliche Informationen über Ursachen, Symptome, Infektionswege und Möglichkeiten der Bekämpfung.

Zahlreiche Fotos veranschaulichen wichtige Krankheitssymptome und erlauben dem Tierhalter eine erste Einschätzung bei Verdacht auf Erkrankung der Tiere. Die alphabetische Gliederung des Heftes hilft bei der Orientierung und der Suche nach bestimmten Krankheiten. Für Tierhalter und alle, die im Bereich der Veterinärmedizin tätig sind, ist das Heft ein hilfreicher Begleiter in der täglichen Praxis.

www.aid.de

aid-Heft "Meldepflichtige Tierkrankheiten", 80 Seiten
Bestell-Nr. 61-1564, ISBN 978-3-8308-1038-4
Preis: 3,50 Euro (Rabatte ab 10 Heften)
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Die süßesten Tierbabys der Welt – Video
http://newspol.de/die-suessesten-tierbabys-der-welt/


21. Dezember 2012

EU-Landwirtschaft im Vergleich


Die meisten Betriebe mit biologischem Landbau in der Europäischen Union gibt es in Österreich und die meisten landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Polen. Das sind nur zwei Ergebnisses des alle zehn Jahre in Europa durchgeführten Landwirtschaftszensus. Ergebnisse enthält eine neue statistische Veröffentlichung von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union vom Dezember 2012.

20. Dezember 2012

Reiten ohne Sattel nicht rückenschonend

Pferdebesitzer und Reiter diskutieren immer wieder über schlecht passende Sättel und deren negativen Folgen für das Pferd. Nicht selten wird daher das Reiten ohne Sattel ("bareback") als das Mittel der Wahl empfohlen. Doch das ist nicht unbedingt die bessere Alternative, so die Schlussfolgerung einer Studie der Michigan State Universität.

Für die Studie wurden sieben Pferde mit und ohne Sattel geritten. Alle Sättel wurden vorab auf ihre Passgenauigkeit überprüft. Mit Sensoren ausgestattete Matten wurden unter dem Sattel platziert, um den auf den Pferderücken einwirkenden Druck zu ermitteln. Und auch bei den Pferden, die ohne Sattel geritten wurden, kamen diese Matten zum Einsatz.

Der gleiche Testreiter ritt sein Pferd jeweils mit und ohne Sattel im Schritt und im Trab. Dabei wurden Daten über die Krafteinwirkung (Gewicht) und die Druckempfindlichkeit (Konzentrationspunkte des Gewichts) über alle Ritte hinweg gesammelt und farbcodierte Scans von dem Rücken des jeweiligen Pferdes erstellt.

Die Scans der nur mit dem Reitergewicht belasteten Pferderücken zeigten kleine Bereiche mit so hoher Druckbelastung, dass man durchaus von einem Schmerzempfinden und Gewebeschäden in den Muskelfasern des Pferdes ausgehen kann. Das war besonders dann auffällig oft der Fall, wenn die Gesäßknochen des Reiters mit dem Rücken des Pferdes Kontakt hatten. Die Scans der mit Sattel gerittenen Pferde zeigten, dass sich der Einfluss von Kraft und Druck auf größere Areale des Rückens verteilte. Auf diese Weise waren die punktuellen Auswirkungen des Reitergewichts deutlich geringer und damit rückenschonender.

Doch die "Bareback-Enthusiasten" müssen diese Art des Reitens nun nicht komplett aufgeben. Die Leiterin der Studie, Hilary Clayton, Tierärztin und Expertin für Biomechanik, rät zu einem gemäßigten Reiten ohne Sattel. Sehr lange und sehr häufige Ritte ohne Sattel, vor allem über mehrere Tage, könnten problematisch sein. Schwere Reiter sollten allerdings auf das Reiten ohne Sattel zugunsten des Pferdes verzichten. Die Studie hat nicht den Einfluss sogenannter "Bareback Pads" untersucht, die sowohl Pferd als auch Reiter ein gewisses Maß an Dämpfung bieten.

Durch die sehr kleine Stichprobe von sieben Pferden können auch keine Aussagen gemacht werden über den Einfluss von Pferderassen, Konformation des Pferdekörpers, die Kondition von Pferd oder Reiter sowie die reitsportlichen Fähigkeiten des Reiters.

Anke Klabunde, www.aid.de

19. Dezember 2012

Verwendung von Pflanzenschutzmitteln

So viel wie nötig und so wenig wie möglich: Die deutschen Landwirte setzen Pflanzenschutzmittel im notwendigen Maß ein. Das ergab eine fünfjährige Erhebung des "Netz Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz". Das Vergleichsbetriebsnetz Pflanzenschutz ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Ländereinrichtungen des Pflanzenschutzes und des Julius Kühn-Instituts (JKI) und Bestandteil des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

29. November 2012

Ausbildungsberufe im Agrarbereich

Agrarberufe haben es in sich. Wer einen solchen Beruf ergreift, fühlt sich nicht nur verantwortlich für eine gesunde Umwelt und die Produktion gesunder Lebensmittel, sondern interessiert sich auch für moderne Maschinen und Computer. Denn mehr und mehr bestimmen diese heute die Arbeit auf dem Feld, im Gewächshaus, im Weinberg oder im Stall. Auch Kundenbetreuung und Dienstleistungen stehen vielfach auf der Tagesordnung.

All das erfordert eine qualifizierte Ausbildung. Schulabgänger, die diese Herausforderung suchen, haben gute Berufsaussichten, denn in der Agrarbranche werden dringend Nachwuchskräfte gesucht. Die Auswahl unter den Agrarberufen ist groß - vierzehn sehr unterschiedliche Berufe zählen dazu: Fachkraft Agrarservice, Fischwirt/-in, Forstwirt/-in, Gärtner/-in, Hauswirtschafter/-in, Landwirt/-in, Landwirtschaftlich-technische/r und Milchwirtschaftliche/r Laborant/-in, Milchtechnologe/-in, Pferdewirt/-in, Revierjäger/-in, Tierwirt/-in, Brenner/-in und Winzer/-in. Da lohnt es sich genauer hinzuschauen.

Das aid-Heft "Die Grünen 14" informiert über die Tätigkeiten und den Ausbildungsverlauf und beschreibt, welche Fähigkeiten und Interessen man für die jeweiligen Berufe mitbringen sollte. Jugendliche, die gerade eine Ausbildung absolvieren, kommen zu Wort und schildern, warum sie diesen Beruf gewählt haben. Das Heft nennt zudem wichtige Ansprechpartner, weiterführende Recherchequellen sowie Internetadressen, unter denen man sich die Berufe auch im Film anschauen kann.
www.aid.de

aid-Heft "Die Grünen 14 - Vierzehn Ausbildungsberufe im Agrarbereich"
44 Seiten, Bestell-Nr.: 61-3807, ISBN/EAN: 978-3-8308-1025-4, Preis: 3,00 EUR (Rabatte ab 10 Heften), zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung

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Telefon: 0180 3 849900*, Telefax: 0228 84 99-200
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27. November 2012

„Alltagskompetenzen so wichtig wie Mathe“


Warum die Soziologin und Ökonomin Uta Meier-Gräwe die Forderung der Landfrauen nach einem eigenständigen Unterrichtsfach „Alltags- und Lebensökonomie“ unterstützt, erläutert sie im Interview. 

Haushaltsführung, Einkaufen, Essen zubereiten, Wäschepflege, Umgang mit Geld, Versicherungen, Verträgen und Recht – ja können wir denn gar nichts mehr? 

Uta Meier-Gräwe: Produkte und Dienstleistungen werden immer komplexer. Verbraucher benötigen heute Kompetenzen, die früher nicht in diesem Maße gefordert waren. Gerade jungen Menschen fehlt oft der Durchblick. Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche in den letzten Jahrzehnten immer weniger Fähigkeiten für die Lebens- und Alltagsbewältigung von ihren Eltern vermittelt bekommen – teilweise werden gerade Buben bewusst davon ´freigestellt´.

 

25. November 2012

BUND will mehr Bürgerbeteiligung


Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender.
Foto: Julia Puder / BU
Bei ihrer Jahreshauptversammlung im hessischen Bad Hersfeld haben die rund 130 Delegierten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine frühzeitige und ergebnisoffene Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an allen Bau- und Planungsvorhaben gefordert. Dabei müssten Transparenz und die gleichberechtigte Prüfung von Alternativen gewährleistet sein.

Die Delegierten aus allen Bundesländern forderten, das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu erhalten und den schnellen naturverträglichen Ausbau regenerativer Energien fortzusetzen. Ausnahmeregelungen für energieintensive Industrien bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten seien zu streichen.

„Damit die Energiewende zum Erfolg wird, müssen die Bundesregierung und insbesondere Bundesumweltminister Peter Altmaier die Vorteile, die eine zukunftsorientierte Energiepolitik mit sich bringt, deutlicher herausstellen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Bad Hersfeld. „Der Abschied von der risikoreichen Atomenergie muss bis 2015 abgeschlossen sein und zu einem europäischen Atomausstieg werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende ist auch die Verabschiedung eines Energiespargesetzes, das den Energieverbrauch in Deutschland um jährlich zwei Prozent verringert“, sagte Weiger.

19. November 2012

Flächenfonds gegen Landverbrauch: Komprimieren statt expandieren


Mit der Verfügbarkeit von Siedlungs- und Gewerbeflächen auf der Erde verhält es sich ähnlich wie mit dem Speicherplatz auf den Festplatten der Computer: der Platz ist begrenzt. Auf die Erde bezogen bedeutet das, dass zunehmend Agrarland für immer verloren geht, das für die globale Nahrungsmittelproduktion eigentlich unabkömmlich ist. Bei Computern gibt es die Möglichkeit, eine neue Festplatte anzuschaffen oder aber die vorhandene zu komprimieren. Das gleiche Prinzip liegt der Idee der Flächenfonds zugrunde, die von der Landsiedlung GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen ins Leben gerufen wurde. Genau wie bei der Festplattenkomprimierung werden durch den Fonds vorhandene "Lücken" identifiziert und nutzbar gemacht, bevor neues Land unter den Radlader gelangt, um ein weiteres Wohn- oder Gewerbegebiet auf der grünen Wiese zu errichten.

Jeden Tag gehen in Deutschland über 100 Hektar für Siedlung und Infrastruktur verloren. Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) bewertet die Initiative als geniale Idee und fordert eine bessere Ausnutzung vorhandener Siedlungsflächen statt Neubau. Es sollen vor allem innerörtliche Baupotenziale - wie zum Beispiel Baulücken und Brachen erschlossen und vorhandene Gebäude umgenutzt werden. Zumindest der zukünftige Wohnraumbedarf ließe sich in vielen Gemeinden auf diese Weise decken, betont der Vorsitzende des LNV, Reiner Ehret. Die Experten erhoffen sich von der Idee des Flächenfonds eine gewisse Katalysatorwirkung, da er Anstöße liefern könnte, um Angebot und Nachfrage nach Nutzflächen zusammenzubringen.

Das Modellprojekt "Flächenfonds für Innenentwicklung" funktioniert so: Der Fonds kauft und verkauft innerörtliche Baulücken und Brachflächen. Den Eigentümern von Flächen werden im Gegenzug Grundstücke oder Optionen auf Flächen zum Tausch angeboten. Zudem werden Kontakte zwischen Kaufinteressenten hergestellt. Bauprojekte können auf diese Weise innerorts umgesetzt werden. Neben dem Ziel, die Ortskerne der Gemeinden zu stärken, werden so auch der Flächenverbrauch im Außenbereich vermindert sowie Natur und Umwelt geschont. Denn während eine neue Computer-Festpatte eine Frage des Preises ist, gibt es bei Agrarflächen keine Zukaufmöglichkeiten auf dem Nachbarplaneten, wenn hierzulande alles verbaut ist.

Text/Quelle: Friederike Heidenhof, www.aid.de


18. November 2012

Mehr Geld für den Schutz der biologischen Vielfalt


Die Industrienationen wollen künftig deutlich mehr Geld für den Artenschutz ausgeben. Darauf einigten sich die 193 Staaten auf der 11. UN-Biodiversitätskonferenz (Convention on Biological Diversity, CBD) im indischen Hyderabad. Umweltorganisationen sehen in diesem Beschluss einen wichtigen Schritt, um den Schwund der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen. 

Weltweit sterben jährlich etwa eintausendmal mehr Arten aus als es unter natürlichen Umständen der Fall wäre. Daher setzte sich die Weltgemeinschaft bereits 2002 das Ziel, den Biodiversitätsverlust bis 2010 deutlich zu reduzieren. Dieses Vorhaben konnte jedoch bei Weitem nicht erreicht werden. Also beschlossen die Teilnehmer der UN-Artenschutzkonferenz 2010 im japanischen Nagayo, das Ziel für die Dekade 2011 bis 2020 neu anzugehen. In Hyderabad ging es nun konkret um die Frage der Finanzierung. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die teilnehmenden Staaten darauf, bis 2015 die Naturschutzhilfen für Entwicklungsländer auf rund 7,7 Milliarden Euro pro Jahr zu verdoppeln. Diese Hilfsgelder sollen für neue Nationalparks, Waldschutzgebiete und nachhaltige Landnutzungsprojekte ausgegeben werden. Die Entwicklungsländer verpflichteten sich im Gegenzug, die Mittel zukünftig besser zu verwenden und auch eigene Finanzierungsanstrengungen zu unternehmen.

Wie es mit der Finanzierung nach 2015 weitergeht, soll auf der nächsten UN-Konferenz 2014 in Südkorea geklärt werden. Die teilnehmenden Umweltverbände, darunter der World Wide Fund For Nature (WWF), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) werteten den in Indien erzielten Kompromiss als Erfolg. Laut NABU-Präsident Olaf Tschimpke sei damit die nötige Anschubfinanzierung gegeben, um die 2010 in Nagayo vereinbarten Naturschutzziele tatsächlich umzusetzen. Ausdrücklich begrüßt wurden von den Naturschutzorganisationen auch die Ergebnisse, die beim Meeresschutz erzielt wurden. So wurden zahlreiche ökologisch und biologisch bedeutsame Meeresgebiete von den UN-Vertragsstaaten akzeptiert.

Informationen zu diesen Meeresgebieten sollen zukünftig über eine CBD-Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In der Wald- und Klimapolitik konnten außerdem wichtige Beschlüsse zum Schutz und zur Wiederaufforstung von Wäldern gefasst werden.

Text/Quelle: Jörg Planer, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.aid.de/landwirtschaft/biodiversitaet.php


17. November 2012

Anthraknose in Rotklee: Welche Sorten bieten Schutz durch Resistenzen?


Rotklee ist für Biobetriebe als Futterpflanze und vor allem als Stickstoffsammler ein unverzichtbares Fruchtfolgeglied. Neben Kleekrebs sorgt in den letzten Jahren zunehmend die Pilzerkrankung Anthraknose (Südlicher Stängelbrenner) für größere Ausfälle in den Beständen. Eine Bekämpfung des samenbürtigen Erregers ist bisher nur mit einer chemischen Beizung möglich, für die es in Deutschland weder im konventionellen noch im ökologischen Landbau eine Zulassung gibt. Infektionen lassen sich zurzeit nur mithilfe resistenter Sorten vermeiden.

Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising haben deshalb im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) erstmals das Resistenzpotenzial der in Deutschland zugelassenen Rotkleesorten untersucht. Bei den künstlichen Infektionen unter Gewächshausbedingungen kristallisierten sich die Sorten "Lemmon", "Merula" und "Elanus" als ausreichend resistent heraus. Die besten Resistenzeigenschaften gegenüber Anthraknose zeigte die Sorte "Pavo". Im Mittel der drei Versuchsjahre überlebten knapp 85 Prozent der Pflanzen eine Infektion. Am anfälligsten erwies sich die Sorte "Kvarta", bei der weniger als ein Drittel der Pflanzen eine Infektion überstanden. Neben den Resistenzeigenschaften der Sorten untersuchten die Forscher, wie sich das Merkmal "Anthraknoseresistenz" weitervererbt.

Dabei zeigte sich, dass eine sogenannte rekurrente Selektion bei der Züchtung die Resistenzeigenschaften einer Sorte deutlich verbessern kann. Nach Meinung der Forscher können Landwirte die im Projekt ermittelten Resistenzeigenschaften neben anderen Eigenschaften wie z. B. Resistenz gegen Kleekrebs bei ihrer Sortenwahl berücksichtigen. Für endgültig abgesicherte wissenschaftliche Empfehlungen sind jedoch noch weitere Versuche im Freiland erforderlich.

Text/Quelle: Jürgen Beckhoff, www.aid.de


Gesundheitskontrolle im Kuhstall: Stoffwechselstörungen früh erkennen


Die Wiederkau-Aktivität und Futteraufnahme sind wichtige messbare Parameter für den Gesundheitszustand von Wiederkäuern. In der heutigen Milchwirtschaft stellen gesundheitliche Probleme die häufigste Ursache für einen frühzeitigen Ausfall von mehr als 50 Prozent des Milchviehbestandes dar. Noch ist keine zuverlässige Methode zur automatischen Messung von Wiederkau-Häufigkeit und Futteraufnahme verfügbar. Aus diesem Grund wurde an der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) in Ettenhausen ein Gesundheitsmonitoring-System für Milchkühe mit der Bezeichnung "RumiWatch®" entwickelt. Im Fokus dieser Innovation steht die Früherkennung von Stoffwechselstörungen bei Wiederkäuern.

Das Sensor-basierte System ermöglicht die automatische Messung der Wiederkau-Frequenz, der Futter- und Wasseraufnahme sowie der Fortbewegung und des Ruheverhaltens. Es besteht aus einem Halfter mit einem Nasenbandsensor, einem Datenlogger mit Online-Datenanalyse, einem Schrittzähler und einer Software zur Evaluierung der erfassten Daten. Die Datenübertragung erfolgt kabellos auf einen Computer, der mit der zugehörigen Auswertungssoftware ausgestattet ist. Darüber hinaus ist aber auch eine zusätzliche SD-Speicherkarte im Gerät verfügbar, die einen Langzeiteinsatz über die Dauer von bis zu vier Monaten erlaubt.

Das System gewährleistet die permanente und zuverlässige Überwachung wichtiger Parameter zum Gesundheitszustand jedes einzelnen Tieres. Es erlaubt u. a. die detaillierte Quantifizierung der Wiederkau-Zeiten, die Anzahl der Futterbisse und die Kauvorgänge je Bissen fester Nahrung (Bolus) während des Wiederkäuens. Auf diese Weise kann zum Beispiel durch Erkennen der reduzierten Anzahl Kauschläge pro Bolus auf Verdauungsstörungen oder Fehler in der Ration geschlossen werden.

Die Forschergruppe verglich die erhobenen Daten mit ihren Erkenntnissen aus der direkten Beobachtung und der Videoüberwachung der Tiere. Dabei wurden nur minimale Abweichungen zwischen der gemessenen und der visuellen Erfassung der Versuchsparameter festgestellt.

Das RumiWatch®-System ermöglicht somit ein verbessertes Gesundheitsmanagement des Viehbestandes, dient dem Tierschutz und sichert die Rentabilität der Milchwirtschaft. Das System wurde anlässlich der EuroTier 2012 mit einer Neuheiten-Goldmedaille ausgezeichnet.

Text/Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.agroscope.admin.ch, Aktuell, Medieninformationen


16. November 2012

Überwachungssystem an der Wurzel: Wie die Pflanze "gute" und "schlechte" Bakterien erkennt


Pflanzen können mit Hilfe von biomolekularen Mechanismen nützliche von schädlichen Mikroorganismen unterscheiden. Das haben dänische Forscher in einer internationalen Kooperation entdeckt. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse könnten in die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft einfließen, indem statt Pflanzenschutzmitteln nützliche Mikroorganismen auf dem Feld eingesetzt werden.

Die Wurzeln der Pflanzen sind von Bakterien und Pilzen umgeben, die im Boden und auf der Wurzeloberfläche leben. Um in diesem Umfeld überleben zu können, haben Pflanzen ein ausgeklügeltes System entwickelt, mit dem sie "gute" von "schlechten" Mikroorganismen unterscheiden können. Dabei spielen Chitinmoleküle eine wichtige Rolle. Mit einem Überwachungssystem kann die Pflanze verschiedene Formen dieser Substanzen unterscheiden. Den Forschern ist es gelungen, an den Wurzeloberflächen bestimmte Rezeptoreiweiße zu isolieren, die die entsprechenden Chitinmoleküle "erkennen".

Die Knöllchenbakterien gehören zu den "Guten". Sie geben ein spezifisch modifiziertes Chitinmolekül ab, das von der Pflanze über bestimmte Eiweiße an der Zelloberfläche erkannt wird und das die Wurzel veranlasst, Wurzelknöllchen zu bilden. Darin siedeln sich die Bakterien an, binden Luftstickstoff und wandeln ihn in lösliche Stickstoffverbindungen um, die für die Pflanze verwertbar sind. Schädliche Mikroorganismen geben dagegen einfache Chitinmoleküle ab, die ebenfalls von dem Überwachungssystem der Pflanze erkannt werden und die Pflanze veranlassen, Schutzmechanismen auszubilden.

Text/Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://mbg.au.dk/en/news-and-events/news-item/artikel/planter-genkender-sygdomsfremkaldende-og-nyttige-mikroorganismer/


Futtermittelunternehmen müssen künftig eine Haftpflichtversicherung abschließen


Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) verabschiedet. Mit dieser Änderung ist der Aktionsplan „Verbraucherschutz in der Futtermittelkette“ von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner weitgehend abgearbeitet. Die Gesetzesänderung regelt die Haftung von Futtermittelunternehmen: Futtermittelunternehmer, die in bestimmten Mengen Mischfuttermittel für Nutztiere herstellen, werden dazu verpflichtet, eine Versicherung zur Deckung von Schäden abzuschließen, die durch die Verfütterung eines von ihnen hergestellten Mischfuttermittels entstehen, das den futtermittelrechtlichen Anforderungen nicht entspricht.

Ende 2010 hatte ein norddeutscher Futtermittelhersteller mit Dioxinen verunreinigte Fette zur Futtermittelherstellung ausgeliefert, woraufhin eine Vielzahl von Futtermittel- und Nutztierbetrieben gesperrt werden musste. Bundesverbraucherministerin Aigner hatte in der Folge den zehn Punkte umfassenden Aktionsplan „Verbraucherschutz in der Futtermittelkette“ auf den Weg gebracht. Er enthält präzise Regelungen zu Zulassungs- und Meldepflichten, die teilweise auf Initiative Deutschlands von der EU übernommen wurden und in allen Mitgliedstaaten gelten. „Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss haben wir den Aktionsplan fast vollständig abgearbeitet und sind beim Schutz von Verbrauchern und Tieren vor Dioxinen in Futter- und Lebensmitteln einen bedeutenden Schritt weiter“, sagte Aigner am Rande der Kabinettssitzung. Dass das umfassende Paket nach nicht einmal zwei Jahren nahezu vollständig umgesetzt ist, ist keine Selbstverständlichkeit: Einigungen auf EU-Ebene nehmen in vergleichbaren Fällen deutlich mehr Zeit in Anspruch.

Einzig verbliebener offener Punkt: Der Forderung der Bundesregierung nach einer EU-weiten verbindlichen Positivliste für Futtermittel ist die EU-Kommission bisher nicht nachgekommen. Sie hat sich aber auf deutsche Initiative hin bereit erklärt, den EU-Katalog der Einzelfuttermittel, der mehr als 600 Einzelfuttermittel listet und beschreibt, um "kritische Stoffe“ zu ergänzen und auch die Beschreibungen bestimmter Einzelfuttermittel zu präzisieren. Als ersten Schritt haben die Mitgliedstaaten im Juli 2012 den Entwurf eines neuen EU-Katalogs der Einzelfuttermittel gebilligt. Er enthält solche Ergänzungen und Präzisierungen insbesondere im Bereich der Fette und Öle. Die entsprechende EU-Verordnung wird voraussichtlich Ende dieses Jahres in Kraft treten. Deutschland begrüßt die vorgenommen Änderungen im EU-Katalog, hält aber weiter an seiner Forderung nach einer EU-weiten verbindlichen Positivliste für Futtermittel fest.

In Deutschland gibt es eine Positivliste für Futtermittel bereits, auch Österreich beteiligt sich daran. Geschaffen wurde die Liste vom Zentralausschuss der deutschen Landwirtschaft; die Futtermittelbranche hat sich im Rahmen des Qualitätssicherungssystems zur Anwendung verpflichtet. Dazu gehört nicht nur, dass ausschließlich Einzelfuttermittel verwendet werden dürfen, die auf der Liste stehen, sondern auch, dass diese richtig gekennzeichnet werden. Darüber hinaus müssen die Hersteller ihren Abnehmern so genannte „Sicherheitsdatenblätter“ mit konkreten Angaben zum Herstellungsprozess, zu möglichen Risiken und zu den Eigenkontrollen zur Verfügung stellen.

Die heute verabschiedete Änderung des LFGB betrifft weitere Regelungen im Bereich Lebensmittelsicherheit: So wird die Informationsübermittlung zwischen den Behörden der Lebensmittelüberwachung und dem Gesundheitswesen verbessert. Behörden der Lebensmittelüberwachung werden künftig dazu verpflichtet, Verdachtsfälle von Lebensmittelinfektionen, die bei ihren Kontrollen auftreten, an die Gesundheitsbehörden zu melden. Umgekehrt ist auch im Infektionsschutzgesetz – für das das Bundesministerium für Gesundheit die Federführung hat –  vorgesehen, dass Gesundheitsbehörden ihrerseits Verdachtsfälle von Lebensmittelinfektionen an die Lebensmittelüberwachung melden. Diese Regelung ist eine von vielen Konsequenzen, die die zuständigen Behörden aus der EHEC-Epidemie im vergangenen Jahr gezogen haben.

Hintergrundinformation:


Aktionsplan „Verbraucherschutz in der Futtermittelkette“

Bundesministerin Aigner hatte den Aktionsplan im Januar 2011 auf den Weg gebracht. Er enthält die folgenden Punkte:

Zulassungspflicht für Futtermittelbetriebe
Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, eine Zulassungspflicht für bestimmte Futtermittelbetriebe rechtlich zu verankern. Die entsprechende EU-Verordnung gilt seit dem 16. September 2012.

Trennung der Produktionsströme
Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, die Trennung der Produktionsströme rechtlich zu verankern. Die entsprechende EU-Verordnung gilt seit dem 16. September 2012.

Ausweitung rechtlicher Vorgaben für die Futtermittelkontrolle
Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten haben sich auf strengere rechtliche Vorgaben für Futtermittelkontrollen geeinigt. Die entsprechende EU-Verordnung gilt seit dem 16. September 2012.

Meldepflicht für private Laboratorien
Die Meldepflicht für private Labore ist mit einer Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches bereits am 4. August 2011 in Deutschland in Kraft getreten.

Verbindlichkeit der Futtermittel-Positivliste
Die Europäische Kommission hat in Gesprächen mit Deutschland Zustimmung signalisiert für eine sachgerechte Ergänzung des EU-Katalogs für Einzelfuttermittel. Ein erster Schritt dazu ist der neue EU-Katalog der Einzelfuttermittel, der aller Voraussicht nach Ende dieses Jahres in Kraft treten wird.

Absicherung des Haftungsrisikos
Zur Absicherung von Haftungsrisiken der Futtermittelunternehmen hat das Bundeskabinett am 14. November 2012 eine Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbucheses verabschiedet.

Überprüfung des Strafrahmens
Der Strafrahmen wurde deutlich verschärft. Wer Lebensmittel in den Handel bringt, die für den Verzehr nicht geeignet sind, und hierdurch u. a. aus grobem Eigennutz für sich oder andere große Vermögensvorteile erlangt, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden. Eine entsprechende Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches sowie anderer Vorschriften ist am 4. August 2011 in Kraft getreten.

Ausbau des Dioxin-Monitorings / Aufbau eines Frühwarnsystems
Mit einer Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wurden mit Wirkung vom 4. August 2011 Mitteilungspflichten über Gehalte an Dioxinen und ähnlichen Stoffen in Lebensmitteln oder Futtermitteln geregelt. Die entsprechende Verordnung, mit der die Art und Weise der Mitteilung näher geregelt wird, gilt seit dem 1. Mai 2012.

Verbesserung der Qualität der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung


Die Verbraucherschutzminister der Länder und des Bundes haben sich auf ihrer Konferenz im September 2012 darauf verständigt, die Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung durch Weiterentwicklung der Qualitätsmanagementsysteme und durch unabhängige Prüfungen von Auditverfahren weiter zu verbessern. Bis zur nächsten Konferenz sollen die Länder Eckpunkte zur Umsetzung eines länderübergreifenden Vergleichs der Effizienz der amtlichen Kontrollen erarbeiten.

Transparenz für die Verbraucher
Die Änderungen des Verbraucherinformationsgesetzes sowie die Verankerung einer zwingenden behördlichen Veröffentlichungspflicht bei so genannten Grenzwertverstößen bzw. nicht unerheblichen Hygiene- und Täuschungsverstößen im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sind seit dem 1. September 2012 in Kraft.

Quelle: www.bmelv.de



15. November 2012

„Grüne Berufe haben Zukunft“


Beim sechsten Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen der Fachmesse EuroTier hat Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, am Donnerstag die Bedeutung der Landwirtschaft für den Arbeitsmarkt betont und für die grünen Berufen geworben. „Grüne Berufe haben Zukunft. 

 Die Agrarbranche richtet sich immer unternehmerischer aus und setzt auf gut ausgebildete Mitarbeiter und qualifiziertes Fachpersonal. Die Förderung von qualifiziertem Berufsnachwuchs ist eines der wichtigsten aber auch anspruchsvollsten Zukunftsthemen für jedes Unternehmen – und für die ganze Branche“, sagte Bleser. Er forderte die Betriebe auf, gute Vorraussetzungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung zu schaffen und für die 14 grünen Berufe zu werben, indem sie beispielsweise Praktika oder Ferienjobs anbieten und an Schulen offen auf die junge Generation zugehen. 

„Der Agrarbereich bietet mit seinen 14 grünen Berufen – von Gärtner über Landwirt und Tierwirt bis hin zum Forstwirt und Winzer – viele Möglichkeiten für Jugendliche, die sich ihre Zukunft in einer naturverbundenen Tätigkeit vorstellen können, die allerdings auch das Beherrschen vielfältiger Technik und ein hohes Maß an Eigenverantwortung fordert. Grüne Berufe sind Zukunftsberufe, die wenig mit den verbreiteten Klischees zu tun haben“, sagte Bleser. Ende 2011 wurden rund 36.700 Jugendliche in einem grünen Beruf ausgebildet, wobei die Berufe Gärtner (rund 15.300) und Landwirt (rund 8.500) am häufigsten gewählt werden.
Insgesamt waren im Jahr 2010 in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft tätig. 

Die Unternehmer und ihre Familienangehörigen machen in der Landwirtschaft trotz eines rückläufigen Trends noch immer rund 52 Prozent der Arbeitskräfte aus. Wenn man die gesamte Lebensmittelkette betrachtet und damit neben der Urproduktion auch die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche einbezieht, beschäftigt die Branche rund 4,8 Millionen Menschen und stellt damit nahezu jeden achten Arbeitsplatz.

Der Schlüssel zum Erfolg für Betrieb und Arbeitnehmer ist für Bleser ein leistungsförderndes motivierendes Arbeitsklima, ein ausgewogenes Maß von Fördern und Fordern in den Ausbildungsbetrieben und die Tatsache, auch ausgebildeten Mitarbeitern die Möglichkeit zur Weiterentwicklung und Fortbildung zu geben. „Lebenslanges Lernen eine Verantwortung, der sich sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer stellen muss. Die zunehmend komplexeren Herausforderungen des Marktes und der Gesellschaft erfordern eine permanente Anpassung der Kompetenzen der Unternehmen aber auch jedes Einzelnen“, sagte Bleser. 

Quelle: www.bmelv.de



4. November 2012

Deutliches Plus bei Stromerzeugung und Umsätzen

Die Branche der Erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen boomt weiter. Im vorigen Jahr konnte der Wirtschaftszweig der Zukunftsenergien ein deutliches Plus bei Umsätzen, Stromerzeugung und bei den Beschäftigen erzielen. Dies geht aus der jährlichen Erhebung des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) im Auftrag des Umweltministeriums hervor. Bezogen auf die Grundgesamtheit der 3.600 Unternehmen ist ein Umsatzwachstum um knapp fünf Prozent auf etwa 8,7 Milliarden Euro zu verzeichnen, im Jahr 2010 waren es noch 8,3 Milliarden Euro. Bei den Beschäftigten im Anlagen- und Systembau stieg die Zahl um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 28.200 (2010: 26.500) der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Weltweit steigen die Investitionen in Erneuerbare Energien, zuletzt auf 257 Milliarden Dollar. Wir haben in NRW die Wahl: Wollen wir bei der Gestaltung der Energiezukunft dabei sein oder wollen wir das Wachstum irgendwo anders stattfinden lassen? Die Landesregierung hat sich entschieden: Wir wollen in NRW eine pulsierende und lebendige Zukunftswirtschaft aufbauen. Die Branchenzahlen 2011 zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Umweltminister Johannes Remmel.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist für den Minister der Schlüssel für die Energiewende. „Die Landesregierung wird daher den schnellstmöglichen Umstieg auf die regenerativen Energien anstreben. Bis 2025 wollen wir mehr als 30 Prozent des Stroms in NRW aus regenerativen Energien gewinnen", betonte Remmel.

Der neue IWR-Report „Zur Lage der Regenerativen Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen 2011“ beweist nach Remmels Aussagen: Nordrhein-Westfalen mache Ernst mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und setze so ein Signal für die erfolgreiche Bewältigung der Energiewende. Der Report listet die aktuellen Entwicklungen für die Bereiche Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Treibstoffproduktion im Bereich der Erneuerbaren Energien auf.

Nach Erhebungen des IWR ist der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Nordrhein-Westfalen 2011 um mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2010 gestiegen. Die größten Zuwachsraten bei der Stromproduktion erzielten die Photovoltaik mit 81,7 Prozent und die Windenergie mit 31 Prozent. Der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung in NRW ist von 3,93 Milliarden Kilowattstunden (KWh) 2010 auf 5,15 Milliarden Kilowattstunden in 2011 gestiegen.

Während auch der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung um rund sechs Prozent auf jetzt 11,1 Milliarden KWh in 2011 gestiegen ist, so ist bei der Treibstoffproduktion ein Rückgang von ca. sieben Prozent auf rund 350.000 Tonnen Biodiesel, zu verzeichnen. „Mit dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten wir auch einen Beitrag zum Klimaschutz: 17,6 Millionen Tonnen CO2 konnten wir 2010 in NRW einsparen“, so Minister Remmel.

„Der IWR-Report zeigt auch, dass die Energie inzwischen ein großes Thema für die Forschung ist. Hier stehen vor allem Speichertechnik und Systemintegration im Fokus“, sagte Johannes Remmel. In Nordrhein-Westfalen sind inzwischen 56 Studiengänge bekannt, die Kenntnisse rund um die Themen der Erneuerbaren Energien vermitteln. 2010 waren es noch 38 Studiengänge.

Die Studie finden Sie unter: www.umwelt.nrw.de


Quelle: www.nrw.de


2. November 2012

Discounter gleichen Verbraucherpreise an

Der preisbestimmende Discounter des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels hat die Preise für Trinkmilch und weitere Produkte der weißen Linie nach oben angepasst. Das ist für die Milcherzeuger ein wichtiges Signal für deutlich steigende Milchpreise, meldet der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB).

Damit reagiert der Handel auf die erfolgreich verlaufenen Preisverhandlungen der Molkereien in der jüngsten Kontraktverhandlung. Die Milchbauern erwarten nun in den nächsten Monaten ebenfalls eine deutliche Preisanhebung.

Seit Monatsbeginn sind die Preise für Trinkmilch um neun Cent angestiegen. Damit kostet fettarme Milch (1,5 % Fett) jetzt 54 Cent und Milch mit 3,5 % Fett 60 Cent. Auch die Preise für Schlagsahne, Quark und Kondensmilch wurden angehoben. So kostet Quark (500 g) jetzt 65 Cent (+ 6 Cent), Schlagsahne 42 Cent (+ 5 Cent) und Kondensmilch der verschiedenen Fettstufen wurden jeweils um 5 Cent teurer.
Unverändert bleibt in den nächsten Monaten der Preis für die Deutsche Markenbutter (250 g), für die ebenfalls ein neuer Kontrakt verhandelt wurde.

Der VMB warnt allerdings davor, angesichts der aktuellen Preisanpassungen von einer Verteuerung zu sprechen. Trinkmilch, Quark und Sahneprodukte kosten für die Verbraucher exakt wieder soviel wie bis Oktober letzten Jahres. Durch zwei negativ verlaufene Verhandlungsrunden waren die Preise deutlich zurückgegangen – zu Lasten der Milcherzeuger. Bei Deutscher Markenbutter fehlen aktuell immer noch 20 Cent pro 250 g zum Preisniveau 2011.

Die bayerischen Milcherzeuger sehen die jüngste Entwicklung erwartungsfroh. Angesichts der drastisch gestiegenen Kosten für die Milchproduktion war diese Entwicklung längst überfällig und kann auch nur ein erster Schritt sein.