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30. Oktober 2012

Katastrophen-Tunnel Tauern jetzt Spitze


Sanierung lohnt sich – das zeigen die guten Ergebnisse des diesjährigen ADAC Tunneltests. In der aktuellen Untersuchung fällt keiner der zehn getesteten Tunnel durch, zwei Röhren schneiden mit „sehr gut“, sechs mit „gut“ und zwei mit „ausreichend“ ab.

Testsieger ist der bereits zum dritten Mal getestete Tauerntunnel in Österreich, international bekannt geworden durch den verheerenden Tunnelbrand im Jahr 1999 mit zwölf Toten und 42 Verletzten. Der Tunnel an der A10 von Salzburg nach Villach erreicht nach dem ADAC Urteil „bedenklich“ im Katastrophenjahr jetzt ein „sehr gut“. Wesentlicher Grund für die Top-Bewertung: die neue, erst im vergangenen Jahr eingeweihte zweite Röhre. Im Gegensatz zu früher fährt damit der Verkehr nur noch in jeweils eine Richtung, dazu kommt modernste Technik wie etwa eine lückenlose Verkehrsüberwachung. Außerdem verfügt der Tauerntunnel über geschultes Personal in der Leitzentrale, das im Notfall auf eine gut ausgestattete Feuerwehr zurückgreifen kann.

Der Testverlierer Isla Bella kommt aus der Schweiz und erhält die Note „ausreichend“. Der Tunnel an der A13 von St. Margrethen nach Bellinzona konnte sich damit nach dem ADAC Urteil „bedenklich“ im Jahr 2000 verbessern. Gravierende Mängel sind aber immer noch die fehlenden zusätzlichen Flucht- und Rettungswege, da der Verkehr nach wie vor nur durch eine Röhre geleitet wird. Der Bau eines separaten Fluchtstollens ist jedoch für 2018/19 geplant.

In Deutschland wurden zwei Tunnel getestet. Der Allacher Tunnel auf der A99 (Autobahnring München) erzielte die Note „gut“. Der Wattkopf Tunnel auf der L562 (Umgehung Ettlingen bei Karlsruhe) schnitt 2004 noch mit „mangelhaft“ ab. Jetzt wurden die meisten Mängel beseitigt, die Röhre erzielte ein „gut“.

Die häufigsten Mängel im ADAC Test gab es in den Kategorien Verkehr und Verkehrsüberwachung, Flucht- und Rettungswege sowie Brandschutz. In jedem zweiten Tunnel fehlten Pannenbuchten oder Seitenstreifen sowie Lautsprecher an den Notausgängen und Portalen.

Die erfreuliche Tendenz beim diesjährigen Test bestätigt, dass Europas Röhren immer sicherer werden. Aber immer noch bedarf es hartnäckiger Anstrengungen, damit sich Autofahrer in ganz Europa im Tunnel sicher fühlen können. Deshalb fordert der ADAC weiter nachzurüsten, um bis zum Jahr 2014 alle wichtigen Tunnel Europas auf den einheitlichen Mindeststandard nach EU-Richtlinie zu bekommen.


Quelle: www.adac.de


5. Oktober 2012

Sicher Fahren in Europa


Jeder weiß es: Junge Autofahrer und Zweiradfahrer sind am meisten gefährdet im Straßenverkehr. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen macht nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung aus, verursacht aber mehr als ein Viertel aller Unfälle mit tödlichem Ausgang. Um dieses Risiko zu verkleinern und die Verkehrssicherheit insgesamt zu verbessern, diskutieren Experten aus ganz Europa auf  Einladung des ADAC und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) innovative Maßnahmen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Verbesserung des Verkehrsverhaltens bei Fahranfängern.

Interessante Ergebnisse dazu bietet Österreich, wo insbesondere eine um ein Fahrsicherheitstraining erweiterte Fahrausbildung das Unfallrisiko junger Fahranfänger erheblich vermindert hat. Der ADAC sieht daher in der Optimierung der Fahrausbildung ein geeignetes Instrumentarium zur Verringerung der hohen Unfallzahlen. Insbesondere muss der Tendenz zur Selbstüberschätzung nach Erhalt der Fahrerlaubnis begegnet werden.

„Die Verkehrssicherheit bleibt sowohl national als auch im europäischen Maßstab eine zentrale Herausforderung. Beachtliche Erfolge konnten bis heute erreicht werden. Dennoch sind zur Senkung der Zahl der Verkehrstoten weitere Anstrengungen nötig, vor allem die Verbesserung der Ausbildung der jungen Verkehrsteilnehmer“, betont Ulrich Klaus Becker, ADAC Vizepräsident für Verkehr.

Auch der technische Fortschritt leistet seinen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Untersuchungen zu Antiblockiersystem(ABS)-Modellen bei Motorrädern beispielsweise beweisen, dass bei Kombination mit intelligenter Sensorik dieser Bremsassistent Leben retten kann. Der Club tritt deshalb vehement für eine serienmäßige ABS-Ausstattung bei Motorrädern ein.

Fahrerassistenzsysteme bergen sowohl Nutzen als auch Probleme, Notbremssysteme bei Pkw jedoch tragen eindeutig zur Reduzierung von Unfällen bei, wie der ADAC in seinem Test- und Technikzentrum festgestellt hat.


Quelle: www.adac.de