29. September 2012

Windräder lassen sich nicht verstecken: Neue Energien - neue Ideen für die Landschaft


"Das Thema Windenergie wird heute dominiert von der Wirkung auf die Landschaft, es ist extrem polarisierend, es wird sogar von ‚Horizontverschmutzung‘ geredet", so Professor Sören Schöbel-Rutschmann von der TU München, Fachgebiet Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume, in seinem Impulsreferat während des Diskussionsforums " Neue Energien -

Neue Ideen für die Landschaft". Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft hatte dazu in Kooperation mit dem aid infodienst am 18. September in Berlin eingeladen. Jede Form der Energieerzeugung habe immer auch radikal die Landschaft verändert, auch Windräder und Solaranlagen würden dies tun, hob der Experte hervor. Jedoch griffen diese nicht tief in den Naturhaushalt ein, sondern fügten ein neues Element hinzu.

Windräder bei FischbeckMit über 200 Metern Höhe lassen sich moderne Windkraftanlagen nicht verstecken, sie sind höher als jede Dorfkirche und sogar wesentlich höher als beispielsweise das Ulmer Münster. Daher seien die großen Morphologien der Kulturlandschaft die einzige Chance für die gestalterische Einbindung dieser Anlagen. Schöbel-Rutschmann appellierte an die Raumplaner, die Landschaft nicht in schöne und hässliche Gebiete zu unterteilen.

Es müssten die vorhandene Struktur der Landschaft und die Eigenschaften des neuen Elementes, z. B. der Windkraftanlage, berücksichtigt und Verbindungen zwischen beiden hergestellt werden. Außerdem müssten die Bewohner in den Planungsprozess mit einbezogen werden. Ein alternativloses "Hinnehmen" könnte keine Planungsmaxime sein, alternativlos sei allein die Energiewende, so der Experte. Text: Dr. Volker Bräutigam, www.aid.de


Weitere Informationen zum Thema in:

aid-Broschüre "Landwirtschaftliche Gebäude zukunftsorientiert planen, landschaftsgerecht und nachhaltig bauen", 152 Seiten, Bestell-Nr. 61-3974, 14,50 Euro,

aid-Broschüre "Globalisierte Landwirtschaft und regionale Baukultur Wie passt das zusammen...?", 60 Seiten, Bestell-Nr. 61-3397, 12 Euro

Quelle: www.aid.de
Stand: 26/09/12